Bundesweiter Warn-Tag: Nur zwei Anlagen sind in Hilden einsatzbereit

Feuerwehr: ‚Nie waren Sirenen so wichtig wie heute‘

Am Donnerstag, 8. Dezember 2022, findet der bundesweite Warntag statt. In der ganzen Bundesrepublik werden Städte, Gemeinden und Kommunen ab 11 Uhr ihre Warnkonzepte testen und checken. 

 Grafik_Sirenensignale

Grafik: Kreis Mettmann

 

Erstmals wird neues System Cell Broadcast getestet, mit dem entsprechend vorbereitete Mobiltelefone auch ohne installierte Programme einen Alarm auslösen.

Alle wichtigen Infos gibt es hier.

 

Die Situation in Hilden

Auch in Hilden werden diese Heultöne zu hören sein; jedoch sehr eingeschränkt.

Im Stadtgebiet sind Warnsirenen an 14 Standorten aufgestellt:

  • Feuerwache Am Feuerwehrhaus 17
  • Schulzentrum Gerresheimer Str. 74
  • Grundschule Am Schalbruch 33
  • Wohnhaus Furtwängler Str. 52
  • Freifläche Im Loch
  • Kleingarten Taubenstraße
  • Hundewiese Elberfelder Str.
  • Schule Kalstert 84
  • Firma Qiagen, Qiagenstr. 1
  • Wohnhaus Am Strauch 39 (Bauverein)
  • Wasserwerk An den Gölden
  • Bürogebäude Heinrich-Hertz-Str. 2
  • Klärwerk Düsseldorfer Str. 209
  • Auto-Waschpark Großhülsen 2

 

Allerdings sind nur zwei der 14 Sirenen wirklich einsatzbereit, nämlich in der Stadtmitte und im Hildener Süden, teilt uns die Feuerwehr auf Anfrage mit: „Derzeit haben wir die Zusage, dass bis zum Jahresende acht bis zehn Sirenen einwandfrei funktionieren. Da der Aufbau genau um den 8. Dezember geplant ist, können wir heute noch nicht sagen, wie viele Sirenen beim nächsten Warntag tatsächlich laufen werden.“

 

Die vorhandenen Anlagen sind total veraltet. Warum verzögert sich die Modernisierung?

„Der technische Ausbau erfolgt sukzessive, unter anderem weil noch Bauteile fehlen“, erklärt die Feuerwehr. „Viele Sirenenhersteller haben nach dem ‚kalten Krieg‘ ihre Firmen geschlossen oder die Produktion deutlich heruntergefahren. Aufgrund der Förderprogramme von Bund und Land ist die Nachfrage sehr hoch, und es gibt einen großen Rückstau bei der Auslieferung der Bauteile.“

 

Warntag als „Weckruf“ für den Ernstfall

Seit dem „Fall“ der Berliner Mauer und des „Eisernen Vorhangs“ haben also viele Menschen, Regierungen und Behörden einen Sirenenalarm nicht mehr wirklich ernst genommen. So erklärt sich der aktuelle Zustand, und das rächt sich jetzt.

Denn die Zeiten haben sich geändert: Die Flutkatastrophe von 2021 und der nicht allzu ferne Ukraine-Krieg hat die Bevölkerung aufgeschreckt.

 

Daher betont die Feuerwehr Hilden noch einmal die Bedeutung des bundesweiten Warntags: „Nie waren Sirenen so wichtig wie heute. Wir verlassen uns immer mehr auf digitale Medien und Apps, weil sie immer verfügbar scheinen. Wenn sie aber plötzlich und unerwartet ausfallen oder aber wir schlicht und einfach schlafen, verpassen wir im schlimmsten Fall die Warnung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir als Feuerwehr einen ‚Weckruf‘ an die Bevölkerung senden können. Damit die Bürgerinnen und Bürger diesen Weckruf auch deuten können, müssen wir dafür sensibilisieren und die verschiedenen Signale immer wieder erklären. Genau dafür gibt es den Warntag.“

  

Bericht: Achim Kaemmerer

Fotos/Collage: Archiv anzeiger24.de/Pixabay

 


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