CDU lobt Digitalisierung der Verwaltung in Hilden – aber wie digital ist die Stadt wirklich?

Das Rathaus macht Fortschritte, doch echte digitale Innovationen lassen weiter auf sich warten

Die CDU-Fraktion sieht die Stadt bei der Digitalisierung auf einem guten Weg. Verwiesen wird auf 69 Online-Formulare, digitale Terminvergaben, den Mängelmelder sowie rund 25.500 digital eingereichte Anträge im Jahr 2025. Tatsächlich hat die Stadt in den vergangenen Jahren aufgeholt. Viele Dienstleistungen können inzwischen online beantragt werden. Doch die eigentliche Frage lautet: Wie digital ist Hilden wirklich?

 

Online bedeutet nicht automatisch digital

Ein Online-Formular ist zunächst nur die digitale Eingangstür zur Verwaltung. Entscheidend ist, was danach passiert. Genau hier zeigt sich, dass Hilden noch längst nicht am Ziel angekommen ist. Die Einführung der E-Akte, medienbruchfreie Abläufe und effizientere interne Prozesse gelten weiterhin als Zukunftsprojekte. Das bedeutet im Umkehrschluss: Viele Fälle enden also noch beim Antrag und nicht bei deren digitaler Bearbeitung.

 

Viele Projekte – aber wo ist die Gesamtstrategie?

Bereits 2021 hat die Stadt eine sogenannte „Digitale Agenda“ auf den Weg gebracht. Seitdem wurden zahlreiche Projekte angestoßen, darunter digitale Bauanträge, die BundID, elektronische Aktenführung und der Ausbau des Serviceportals. Was jedoch fehlt, ist eine für Bürger leicht erkennbare Roadmap.

Welche Dienstleistungen sollen bis wann vollständig digitalisiert werden? Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI)? Welche Smart-City-Projekte sind geplant? Und woran misst die Stadt ihren Erfolg? Auf diese Fragen gibt es bislang keine öffentlich klar formulierten Antworten.

 

Der Mängelmelder zeigt die Stärken – und die Schwächen

Wie gut digitale Angebote angenommen werden, zeigt der Hildener Mängelmelder. Seit seinem Start wurden dort mehr als 3.000 Hinweise eingetragen. Die Beteiligung der Bürger ist hoch. Doch gleichzeitig zeigt sich ein Problem: Viele Meldungen bleiben lange im Status „in Bearbeitung“. Für die Nutzer ist oft nicht nachvollziehbar, was tatsächlich mit ihrem Hinweis geschieht.

 

Wo bleiben KI und moderne Automatisierung?

Während Unternehmen und immer mehr Verwaltungen bereits mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, ist eine erkennbare KI-Strategie in Hilden bislang kaum sichtbar.

Dabei gäbe es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten:

  • automatische Erstellung von Sitzungsprotokollen
  • intelligente Dokumentenanalyse
  • digitale Assistenten für Bürgeranfragen
  • Wissensdatenbanken für Mitarbeiter
  • Automatisierung wiederkehrender Verwaltungsvorgänge

Gerade solche Anwendungen könnten die Verwaltung spürbar entlasten und Prozesse beschleunigen.

 

Muss Hilden wirklich alles selbst machen?

Noch wichtiger ist eine andere Frage: Nutzt die Stadt ausreichend die Chancen interkommunaler Zusammenarbeit? Nahezu jede Kommune steht vor denselben Herausforderungen. Digitale Bürgerdienste, KI-Anwendungen, elektronische Akten oder automatisierte Protokolle müssen vielerorts parallel entwickelt oder eingeführt werden.

Gemeinsame Lösungen mit Nachbarstädten oder dem Kreis Mettmann könnten Kosten sparen, Fachwissen bündeln und Projekte schneller voranbringen. Bislang steht in Hilden jedoch vor allem die Digitalisierung einzelner Projekte im Mittelpunkt. Weniger sichtbar ist, welche digitalen Vorhaben gemeinsam mit anderen Kommunen umgesetzt werden.

Hilden hat die Digitalisierung erkennbar angeschoben. Für eine moderne, effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung reicht es jedoch nicht, Formulare ins Internet zu stellen. Entscheidend werden nun Tempo, Automatisierung und eine klare Digitalstrategie sein. Denn die größten Digitalisierungsaufgaben liegen offenbar noch vor der Stadt.

 
Quelle: CDU

Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei FacebookEuch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.


Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de.
Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!