Mehr als eine halbe Million Forderungen: So treibt Hilden offene Rechnungen ein

Steuern, Gebühren und Bußgelder: Die Stadt bearbeitet jährlich Forderungen von mehreren Hundert Millionen Euro – die CDU wollte wissen, wie erfolgreich sie dabei ist

Nicht bezahlte Steuern, offene Gebühren, Bußgelder oder Elternbeiträge: Die Stadt muss jedes Jahr eine gewaltige Zahl von Zahlungsvorgängen bearbeiten. Wie groß der Aufwand tatsächlich ist, zeigt die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion.

 

Allein 2025 wurden 543.002 einzelne Forderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 329,2 Millionen Euro gebucht. Darin enthalten sind auch Mahnungen, Zinsberechnungen und Amtshilfeverfahren.

 

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Rund 15,5 Millionen Euro sind derzeit noch offen

Am 12. Juni 2026 waren bei der Stadt 94.417 offene Einzelposten mit einem Gesamtwert von rund 15,54 Millionen Euro erfasst. Einige Forderungen reichen bis ins Jahr 2001 zurück. Zum Jahresende 2025 standen rund 14,64 Millionen Euro in den Büchern. Dazu gehörten unter anderem:

  • 4,75 Millionen Euro Steuern
  • 2,09 Millionen Euro aus Transferleistungen
  • 1,37 Millionen Euro Gebühren
  • 4,70 Millionen Euro privatrechtliche Forderungen

 

Stadt zieht rund 95 Prozent ein

Der weitaus größte Teil des Geldes kommt bei der Stadt an. Nach Berechnung der Verwaltung wurden 2025 rund 95 Prozent aller Forderungen ausgeglichen.

Von den 543.002 Forderungen wurden 468.038 spätestens vor Beginn des Mahnverfahrens bezahlt. Bei 324.846 Vorgängen erfolgte der Einzug per SEPA-Lastschrift. Aber rund 15 Millionen Euro aus dem Jahr 2025 waren Mitte Juni 2026 noch offen.

 

Fast 9.000 neue Vollstreckungsfälle

Wenn eine Mahnung nicht zum Erfolg führt, kann die Stadt die Vollstreckung einleiten. Im Jahr 2025 wurden 8.789 neue Vollstreckungsakten angelegt. Davon konnten 5.993 noch im selben Jahr abgeschlossen werden.

Zusammen mit älteren Verfahren erledigte die Stadt 2025 insgesamt 8.948 Vollstreckungsfälle. Da sich viele Verfahren über mehrere Jahre erstrecken, ist eine genaue Erfolgsquote nach Angaben der Verwaltung allerdings nur schwer zu ermitteln.

 

Hoher Arbeitsaufwand und große Verantwortung

Die Zahlen zeigen, dass sich hinter dem Forderungsmanagement zahlreiche einzelne Aufgaben verbergen. Zahlungen müssen zugeordnet, Fristen überwacht, Mahnungen verschickt, Adressen ermittelt und rechtliche Besonderheiten geprüft werden.

Vor allem bei Vollstreckungen gleicht kaum ein Fall dem anderen. Die Stadt muss einerseits rechtmäßig und angemessen handeln. Andererseits ist sie verpflichtet, offene Gelder konsequent einzufordern. Schließlich handelt es sich dabei um Geld, das im städtischen Haushalt fehlt und damit letztlich der Allgemeinheit zusteht.

 

Was kostet das Forderungsmanagement?

Im Zahlungsverkehr entfallen rechnerisch 1,08 Vollzeitstellen auf das Forderungsmanagement. Das Vollstreckungsteam verfügt über 5,17 Vollzeitstellen.

Die jährlichen Personal- und Sachkosten beziffert die Stadt auf insgesamt rund 610.700 Euro. Das entspricht laut Verwaltung 1,12 Euro je Einzelforderung.

 

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Wo Technik helfen kann

Eine Finanzsoftware ordnet viele Zahlungseingänge automatisch den richtigen Forderungen zu. Nach Angaben der Stadt kommt dabei auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Mahnungen werden nach dem manuellen Start ebenfalls automatisch erstellt und versandt.

Eine vollständige Automatisierung ist jedoch nicht möglich. Insbesondere Vollstreckungen müssen individuell geprüft werden.

 

Was private Unternehmen übernehmen könnten

Die CDU fragte auch, ob Aufgaben an private Dienstleister vergeben werden können. Möglich wären beispielsweise der Druck und Versand von Mahnungen, die Adressermittlung, die Datenpflege und die Überwachung von Zahlungen.

Hoheitliche Eingriffe dürfen dagegen nicht an private Inkassounternehmen übertragen werden. Pfändungen, Wohnungsdurchsuchungen und andere Zwangsmaßnahmen müssen weiterhin von der Stadt vorgenommen werden.

 

Quelle: Stadt Hilden

Bericht: LT

 

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