
So kann das Leben manchmal spielen: Sie haben als Kinder zusammen in Hilden gespielt, dann haben sich ihre Wege getrennt, ihre beruflichen Laufbahnen könnten nicht unterschiedlicher sein. Und jetzt, mehrere Jahrzehnte später, haben sie sich in ihrer alten Heimat wiedergefunden und wollen zusammen etwas Bedeutendes schaffen: Am Freitag, 17. Juli 2026, eröffnen Mani Neumann (farfarello-Geiger und Betreiber von Mani’s Ponystall) und Ludger Breloh von der Erbengemeinschaft Heinz Breloh ihr neues Kunst.Garten.Kulturcafé in der Grünoase der Alten Apotheke an der Ecker Eller- und Benrather Straße.
Große Eröffnungsfeier mit Grill und RoMi
Mit einer Kombination aus Kunst, Musik und Gastronomie soll sich das altehrwürdige Kleinod zu einem neuen kulturellen Treffpunkt etablieren.
Bei der Eröffnung ab 15 Uhr werden dafür schon die ersten Akzente gesetzt: Es gibt Grillgut und kühle Getränke. Außerdem können Interessierte im Showroom einige Skulpturen des Hildener documenta-Künstlers (1940 bis 2001) besichtigen.
Ab 16.30 Uhr wird das Jazz- und Blues-Duo RoMi das Fest mit Live-Musik bereichern.
Wie der Abend so weiterverläuft, wird sich zeigen, meint der Gastronom Mani Neumann: „Vielleicht geht die Party im Ponystall weiter…“
Auch am Samstag und Sonntag wird der Garten ebenfalls für feierlaunige Gäste geöffnet sein. Bei der Matinee serviert Chefkoch Ulli außerdem seine „Pizza Hildana“.
Doch das soll erst der Auftakt sein: Neumann will den ganzen Sommer über sein neues Konzept ausprobieren.
Freitags, samstags und sonntags von 11 bis ca. 18 Uhr sind Gäste willkommen.
Es kursieren noch weitere Ideen, wie man das Publikum erfreuen kann. Das müsse aber nach und nach ausprobiert werden.
Jahrzehnte getrennt, unterschiedliche Lebenswege – jetzt gemeinsames Projekt
Die beiden Initiatoren haben sich im Kindergarten kennengelernt. Auf dem Bauernhof der Familie Breloh fühlten sie sich wie im Spieleparadies.
Als Ludger Breloh (Jahrgang 1957) ab dem zehnten Lebensjahr ein Internat besuchte, haben sich beide aus den Augen verloren.
Mani Neumann (Jahrgang 1958) startete seine Musiker-Karriere und spielte landauf landab auf den Bühnen der Republik und vieler Länder. In der Szene hat er sich einen Namen gemacht und mit vielen namhaften Künstlern zusammen musiziert.
Breloh blieb bodenständig, studierte Landwirtschaft, bereiste ebenso die Welt und durchlief mehrere berufliche Stationen, u.a. Regierungsberater bei Entwicklungsprojekten in Kolumbien, Chile und Equador, Biobauer und schließlich Manager für nachhaltige Lieferkette bei der Rewe Group. Dort wurde er auch bekannt als der Mann, der eine Methode zur Geschlechtsbestimmung von Küken im Brutei entwickelte, damit die Männchen nicht mehr geschreddert werden (SELEGGT-Verfahren).
Museums-Plan vorerst verworfen, aber nicht endgültig
2023 begann ein neues Lebenskapitel, in dem er sich dem Nachlass seines verstorbenen Bruders Heinz widmete. Er wurde zum Sprecher der Erbengemeinschaft ernannt und hatte große Pläne mit der Alten Apotheke, in der viele Werke des Installations-Künstlers aufbewahrt werden. Mit der Stadt Hilden gibt es einen Nutzungsüberlassungsvertrag; demnach hat sich Breloh verpflichtet, das Areal zu pflegen. Nun schwebte ihm ein Museum vor und konnte dafür sogar interessierte Investoren gewinnen. Damit stieß er zwar bei der Stadtverwaltung auf offene Ohren, jedoch zögerte die Politik zu lange.
Im Juni zog er dann vorerst die Reißleine und legte das Projekt auf Eis.
Wie es weitergeht, steht in den Sternen. „Das Buch ist aber noch nicht endgültig zugeschlagen“, betont Ludger Breloh.
Jetzt erst einmal steht das Kunst.Garten.Kulturcafé im Vordergrund. Und dafür haben sich in der Tat die Richtigen wiedergefunden: Mani Neumann und Ludger Breloh schwärmen von einem „kulturellen Quartier“ für Hilden: „Hier können wir unsere beiden verschiedenen Lebenserfahrungen zusammen bringen“, sagt Mani Neumann.
Jetzt bleibt also abzuwarten, wie das Angebot angenommen wird.
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
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