Was wird aus dem Vion-Gelände? Stadt sind weitgehend die Hände gebunden

Bürgeraktion/Piraten warnen vor Logistik statt Industrie

Mit rund 31.800 Quadratmetern gehört das ehemalige Vion-Gelände zu den wichtigsten Industrieflächen Hildens. Seit der Schließung des Fleischwerks Ende Februar 2026 liegt das Areal brach. Darüber hatten wir berichtet. Inzwischen hat die Rheinische Grundbesitz AG das Grundstück übernommen und plant eine gewerbliche Nachnutzung. Doch welche Unternehmen sich dort künftig ansiedeln, beschäftigt inzwischen auch die Politik.

Die Ratsfraktion Bürgeraktion/Piraten befürchtet, dass auf dem Gelände vor allem Logistikunternehmen entstehen könnten. Aus ihrer Sicht würde das zwar zusätzlichen Lkw-Verkehr bringen, gleichzeitig aber vergleichsweise wenige Arbeitsplätze schaffen. Sie wollte deshalb von der Stadt wissen, welche Möglichkeiten es gibt, eine solche Entwicklung zu verhindern und stattdessen möglichst arbeitsplatzintensive Unternehmen nach Hilden zu holen.

 

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Stadt kann Unternehmen nicht auswählen

Die Antwort der Verwaltung fällt eindeutig aus: Die Einflussmöglichkeiten der Stadt sind gering.

Zwar kann die Kommune über einen Bebauungsplan festlegen, welche Nutzungsarten auf einem Grundstück grundsätzlich zulässig sind. Sie kann aber weder bestimmen, welches Unternehmen sich ansiedelt, noch eine bestimmte Branche oder eine Mindestzahl an Arbeitsplätzen vorschreiben. Diese Entscheidungen trifft allein die Grundstückseigentümerin.

 

Nach eigenen Angaben verfolgt die Verwaltung zwar das Ziel, möglichst arbeitsplatzintensive und wertschöpfende Unternehmen nach Hilden zu holen. Deshalb stehe sie im regelmäßigen Austausch mit Eigentümern und Investoren. Auch die neue Eigentümerin führe nach Kenntnis der Stadt Gespräche mit produzierenden Unternehmen als potenziellen Mietern. Garantieren könne die Stadt eine solche Entwicklung jedoch nicht.

 

Auch der Rat kann nur begrenzt eingreifen

Nach Auffassung der Verwaltung sind auch die Handlungsmöglichkeiten des Stadtrates begrenzt. Der Rat entscheidet zwar über Bebauungspläne und kann damit den rechtlichen Rahmen für ein Gebiet festlegen. Wer später tatsächlich einzieht, welche Branche sich ansiedelt oder wie viele Arbeitsplätze entstehen, kann er jedoch nicht bestimmen.

 

Warum die Politik Logistik kritisch sieht

Die Sorge der Bürgeraktion/Piraten kommt nicht von ungefähr. Logistikunternehmen benötigen im Verhältnis zur Grundstücksgröße häufig deutlich weniger Beschäftigte als produzierende Betriebe oder moderne Industrieunternehmen. Gleichzeitig verursachen sie in der Regel ein höheres Verkehrsaufkommen durch Liefer- und Lastwagen.

 

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Unterm Strich bleibt der Stadt also nur  die Hoffnung auf eine hochwertige Nachnutzung. Denn solange die Vorgaben des Bebauungsplans eingehalten werden, kann sie weder Industrieunternehmen bevorzugen noch Logistikbetriebe ausschließen. Die Entscheidung liegt letztlich beim Grundstückseigentümer.

 

Bericht: LT

Foto: anzeiger24.de

 

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