
Wie viele Menschen arbeiten für die Stadt Hilden? Wie viele Stellen sind unbesetzt? Und reichen die eingeplanten Personalkosten aus? Antworten darauf gibt ein aktueller Personalbericht der Stadt für den Hauptausschuss. Demnach beschäftigte die Stadt zum 30. Juni 2026 insgesamt 1.182 Menschen. Darunter waren 74 ehrenamtliche Kräfte, vor allem Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Ohne diese Ehrenamtlichen waren es 1.108 Beschäftigte – 14 weniger als Ende 2025.
Jede zwanzigste Stelle ist unbesetzt
Der Stellenplan der Stadt umfasst rechnerisch 902 Vollzeitstellen. Darin enthalten sind allerdings auch Vertretungs- und Reservestellen, die nur bei Bedarf genutzt werden. Die bereinigte Quote der unbesetzten Stellen lag Mitte des Jahres bei 5,14 Prozent. Vereinfacht gesagt: Etwa jede zwanzigste vorgesehene Stelle war nicht besetzt.
44 Prozent der Beschäftigten auf Planstellen arbeiten in Teilzeit. Das liegt nach Angaben der Stadt nicht nur an persönlichen Arbeitszeitwünschen. Viele Tätigkeiten sind grundsätzlich als Teilzeitstellen vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise Stellen im Offenen Ganztag, in Küchen und an der Musikschule.
Weniger Nachwuchskräfte als im Vorjahr
Zum Stichtag gab es bei der Stadt 59 Ausbildungs-, Praktikums- und Freiwilligendienstverhältnisse. Ein Jahr zuvor waren es noch 69. Davon absolvierten 46 Menschen eine reguläre Ausbildung oder ein duales Studium. Weitere 13 waren als Praktikanten oder im Freiwilligendienst tätig. Ausgebildet wird unter anderem in der Verwaltung, bei Feuerwehr und Rettungsdienst, in Kindertagesstätten sowie in den Bereichen Soziale Arbeit und Bauingenieurwesen.

Freie Stellen bleiben länger unbesetzt
Wegen der schwierigen Haushaltslage besetzt die Stadt viele frei werdende Stellen nicht sofort neu. Seit Mitte März gilt grundsätzlich eine dreimonatige Wiederbesetzungssperre. Ausgenommen sind besonders wichtige Bereiche wie Feuerwehr und Rettungsdienst, Kinderbetreuung sowie Kinderschutz.
Durch die verzögerte Besetzung spart die Stadt vorübergehend Gehälter. Dadurch konnte die erwartete Überschreitung des Personalkostenbudgets von rund 671.000 Euro auf etwa 290.000 Euro reduziert werden. Die voraussichtliche Einsparung beträgt somit rund 381.000 Euro. Trotzdem bleiben die Personalkosten nach der aktuellen Prognose noch etwa 290.000 Euro höher als im Haushalt vorgesehen. Die Wiederbesetzungssperre soll deshalb vorerst bestehen bleiben.
Die Verwaltung kontrolliert die Personalausgaben inzwischen monatlich statt nur einmal pro Quartal, um auf weitere Kostensteigerungen schneller reagieren zu können.
Zusätzliche Millionenbelastung möglich
Ein großes Kostenrisiko könnte durch eine mögliche Erhöhung der Beamtenbesoldung entstehen. Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur angemessenen Bezahlung von Beamtinnen und Beamten.
Sollte Nordrhein-Westfalen die Besoldung entsprechend anpassen, rechnet die Stadt Hilden mit zusätzlichen Ausgaben von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr! Das könnte auch die Haushaltsplanung für 2027 erheblich belasten.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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