
Für 2026 werden rund 23 Millionen Euro Defizit erwartet. Fast jeder zweite Euro fließt in Transferausgaben – vor allem die Kreisumlage steigt kräftig. Die Stadt hält ein Haushaltssicherungskonzept inzwischen für „unausweichlich“.
Die finanzielle Lage der Stadt Hilden bleibt ernst. Nach einem aktuellen Bericht, der am 23.9. dem Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen vorgelegt wird, erwartet die Verwaltung für 2026 ein Jahresdefizit von rund 22,8 Millionen Euro. Das ist zwar weniger als zunächst geplant, beruht nach Angaben der Stadt aber teilweise nur auf vorübergehenden Einmaleffekten. An der strukturellen Finanzkrise ändere sich nichts.
Fast jeder zweite Euro für Transfers
Besonders auffällig ist die Ausgabenseite. Den erwarteten Einnahmen von rund 219,7 Millionen Euro stehen Ausgaben von etwa 242 Millionen Euro gegenüber. Davon entfallen allein 111,9 Millionen Euro auf Transferaufwendungen, also fast die Hälfte.
Dabei handelt es sich keineswegs ausschließlich um Sozialleistungen. Unter anderem gehören dazu Jugendhilfe, Zuschüsse und Umlagen. Größter Einzelposten aber ist die Kreisumlage. Nach den Haushaltsplanungen steigt sie von rund 38,2 Millionen Euro 2025 auf 46,9 Millionen Euro 2026, also um fast 8,7 Millionen Euro!
Ein Grund dafür ist nach Darstellung der Stadt auch die gesunkene Steuerkraft Monheims. Weil Monheim bislang einen besonders großen Anteil an der Finanzierung des Kreises Mettmann getragen hatte, mittlerweile aber auch tief in den roten Zahlen steckt, verschiebt sich die Belastung stärker auf die übrigen Städte. Für Hilden bedeutet allein dieser Effekt nach früheren Berechnungen der Stadt eine zusätzliche Belastung von rund 3,5 Millionen Euro.
Leider wird auch das Personal teurer. Für 2026 werden inzwischen rund 67,3 Millionen Euro Personalaufwendungen erwartet, nach 57 Millionen vor zwei Jahren.

Haushaltssicherung könnte Bürger treffen
Die Verwaltung zieht aus der Entwicklung eine weitreichende Konsequenz: „Die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes (HSK) wird für unsere Stadt unausweichlich werden.“
Haushaltssicherung bedeutet vereinfacht: Die Stadt muss einen verbindlichen Weg entwickeln, wie sie Einnahmen und Ausgaben wieder dauerhaft ins Gleichgewicht bringen will. Dabei werden insbesondere freiwillige Ausgaben und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten auf den Prüfstand gestellt.
Und das kann auch die Bürger unmittelbar betreffen. Denkbar wären beispielsweise höhere Steuern, Gebühren oder Eintrittspreise, geringere Zuschüsse oder Einsparungen bei freiwilligen Angeboten sowie das Verschieben von Investitionen.
Die entscheidende Antwort fehlt noch
In ihrer Ausschussvorlage beschreibt die Verwaltung die finanzielle Entwicklung sehr deutlich und hält die Haushaltssicherung bereits für „unausweichlich“. Der aktuelle Bericht enthält aber noch keinen konkreten Sanierungsplan, mit welchen Einsparungen, zusätzlichen Einnahmen oder strukturellen Veränderungen das jährliche Millionendefizit zurückgeführt werden soll.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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