
Durch Hilden verläuft bereits eine Pipeline, die ursprünglich vom Bayer-Konzern gebaut wurde und heute zum Chemieunternehmen Covestro gehört. Sie soll Kohlenmonoxid (CO) transportieren, einen hochgiftigen Stoff, der als Rohstoff für die Kunststoffproduktion benötigt wird. Die Leitung wurde bereits 2007 (!) verlegt, ist aber infolge verschiedener Gerichtsverfahren bis heute noch nicht in Betrieb.
Bei der jetzt geplanten Pipeline handelt es sich um ein anderes Projekt. Die Firma Open Grid Europe (OGE) möchte eine rund 200 Kilometer lange Leitung bauen, durch die Kohlendioxid (CO₂) transportiert werden soll.
Das Gas entsteht unter anderem bei industriellen Produktionsprozessen. Es soll aufgefangen und über die Pipeline in Richtung Niederlande transportiert werden, um es beispielsweise dauerhaft unter der Nordsee zu speichern.
Der Unterschied: Kohlenmonoxid (CO) ist bereits in geringen Konzentrationen hochgiftig. Kohlendioxid (CO₂) ist dagegen ein natürlicher Bestandteil unserer Atemluft. In hohen Konzentrationen kann aber auch CO₂ lebensgefährlich werden. Insbesondere bei einem größeren Austritt kann sich das Gas in tiefer gelegenen Bereichen ansammeln.
Stadt Hilden hat bereits Bedenken angemeldet
Die Stadt Hilden sieht die geplante zusätzliche Pipeline deshalb kritisch. Bereits im Februar hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität gegen die vorgesehene Trassenführung ausgesprochen. Zu den Bedenken gehören mögliche Sicherheitsrisiken, Einschränkungen für die Stadtentwicklung und die Tatsache, dass Hilden bereits von zahlreichen Versorgungsleitungen durchzogen wird.

Ab 25. September haben die Bürger das Wort
Jetzt beginnt die nächste Phase des Verfahrens. Vom 25. September bis einschließlich 26. Oktober 2026 können sich die Bürger über die geplante CO₂-Pipeline informieren und ihre Anregungen oder Bedenken offiziell einreichen. Dazu werden die Planungsunterlagen im Internet veröffentlicht. Sie zeigen unter anderem, welche Leitungskorridore vorgesehen sind und welche Auswirkungen das Vorhaben auf die betroffenen Gebiete haben könnte.
Besonders für Anwohner und Grundstückseigentümer entlang der möglichen Trasse lohnt sich ein genauer Blick. Dabei können beispielsweise folgende Fragen angesprochen werden:
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Wie nah soll die Leitung an Wohngebieten vorbeiführen?
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Welche Sicherheitsmaßnahmen sind vorgesehen?
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Welche Einschränkungen für Grundstückseigentümer könnten entstehen?
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Gibt es alternative Trassenführungen, die Hilden weniger belasten würden?
Die sogenannte Raumverträglichkeitsprüfung dient zunächst dazu, die Auswirkungen des Projekts zu untersuchen und einen geeigneten Leitungskorridor zu finden. Eine endgültige Baugenehmigung ist damit noch nicht verbunden. Wer sich zu der geplanten Pipeline äußern möchte, hat dafür bis zum 26. Oktober 2026 Gelegenheit.
Die Unterlagen und Informationen zur Beteiligung sind über das Beteiligungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen abrufbar.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
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