
Nach einer Bürgerbefragung zu unsicheren Orten geht die Stadt jetzt einen Schritt weiter. Bei einem dreistündigen Nightwalk sollen Frauen mehrere der genannten Stellen gemeinsam aufsuchen und darüber sprechen, was dort Unsicherheit auslöst und was verbessert werden könnte.
Ausgangspunkt war ein Antrag der CDU-Fraktion, den der Hauptausschuss im Juni mehrheitlich beschlossen hatte. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, Orte im Stadtgebiet zu identifizieren, an denen das Sicherheitsempfinden beeinträchtigt sein könnte, und mögliche Verbesserungen zu prüfen. Gedacht wurde dabei beispielsweise an bessere Beleuchtung, freiere Sichtachsen, gepflegtere Grünflächen oder eine stärkere Präsenz des Ordnungsdienstes.
46 Meldungen zu 31 Orten
Daraufhin startete die Stadt eine öffentliche Online-Befragung. Das Ergebnis: 46 Meldungen zu insgesamt 31 unterschiedlichen Orten gingen ein. Die von den Teilnehmern angegebene durchschnittliche Angstintensität lag bei 7,8 von 10 Punkten. Besonders häufig genannt wurden schlechte Beleuchtung, fehlende Einsehbarkeit, Müll und Graffiti, aber auch als bedrohlich empfundene Situationen oder eigene negative Erfahrungen.
Zu den in der Auswertung besonders hervorgehobenen Bereichen gehörten unter anderem Mittelstraße, Talstraße, Bahnhofsallee, Neumarkt, Nové-Město-Platz, Fritz-Gressard-Platz und das Holterhöfchen.
Dabei ist allerdings eine wichtige Unterscheidung zu beachten: Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich bei den gemeldeten Stellen nicht um „Angsträume“ im polizeilichen Sinne. Die Polizei sieht in Hilden derzeit keine entsprechenden objektiven Gefährdungsschwerpunkte. Gleichwohl können Orte subjektiv ein erhebliches Unsicherheitsgefühl auslösen. Polizei und Ordnungsamt wollen die genannten Bereiche deshalb verstärkt im Blick behalten.
Jetzt werden einige Orte gemeinsam abgelaufen
Genau hier setzt nun der Nightwalk am Donnerstag, 22. Oktober, an. Eingeladen sind Frauen aus Hilden. Organisiert wird die Veranstaltung von der Gleichstellungsstelle der Stadt gemeinsam mit der Frauenberatung des SKFM Mettmann.
Dabei geht es ausdrücklich um einen Perspektivwechsel: Die Teilnehmerinnen besuchen ausgewählte Orte, die zuvor in der Bürgerbefragung genannt worden waren. Vor Ort soll besprochen werden, warum ein Platz auf manche Menschen bedrohlich wirkt, während andere ihn möglicherweise überhaupt nicht als problematisch wahrnehmen – und welche Veränderungen das Sicherheitsgefühl verbessern könnten. Zusätzlich will die Frauenberatung praktische Hinweise zur persönlichen Sicherheit geben.
Vom Hauptbahnhof bis Hilden-Süd
Los geht es am 22. Oktober um 18 Uhr am Hildener Hauptbahnhof. Von dort führt der Nightwalk über den Fritz-Gressard-Platz und die Mittelstraße zur Unterführung am Nové-Město-Platz und weiter über die Gabelung zum Holterhöfchen. Ziel ist schließlich der Bahnhof Hilden-Süd.
Der Spaziergang dauert rund drei Stunden und endet gegen 21 Uhr. Start- und Endpunkt sind nicht identisch. Eine Anmeldung ist über das Beteiligungsportal der Stadt erforderlich.
Der Nightwalk soll damit nicht nur zeigen, wo sich Menschen in Hilden unwohl fühlen. Entscheidend ist die Frage, warum dieses Gefühl entsteht und welche konkreten Maßnahmen daraus abgeleitet werden können. Die Erkenntnisse sollen die bisherige Auswertung der Stadt ergänzen und bei der weiteren Prüfung möglicher Verbesserungen helfen.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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