Eine Nacht, um Hildens Politik kennenzulernen

Mitreden, nachfragen, hinter die Kulissen schauen: Eine „Nacht der Demokratie“ könnte Bürger und Kommunalpolitik zusammenbringen

Wie entstehen Entscheidungen im Rathaus? Was machen die Ratsfraktionen? Und wo können Bürger ihre Ideen einbringen? Eine „Hildener Nacht der Demokratie“ könnte eine Gelegenheit bieten, diese Fragen im persönlichen Gespräch zu klären. Die AfD-Fraktion beantragt, eine solche Veranstaltung erstmals 2027 auszurichten. Der Antrag ist für die Ratssitzung am 15. Dezember 2026 bestimmt.

Politik zum Ansprechen

Vorgesehen sind Informationen, Gespräche und Mitmachangebote. Alle Ratsfraktionen sollen gleichberechtigt ihre Arbeit vorstellen können. Auch das Jugendparlament und die Beiräte sollen Gelegenheit zur Beteiligung erhalten. Das Rahmenprogramm würde die Verwaltung gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Gremien entwickeln.

Die Idee bietet eine Chance, kommunalpolitische Abläufe verständlicher zu machen und den direkten Austausch zu fördern. Bürger könnten ihre Fragen stellen, Anregungen einbringen und Ansprechpartner in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen.

Eine Idee mit erprobten Vorbildern

 Als Orientierung nennt der Antrag die Parlamentsnacht des NRW-Landtags in Düsseldorf. Dort kamen 2025 rund 6.000 Besucher. Zur Veranstaltung lädt der Landtagspräsident ein; alle fünf Landtagsfraktionen einschließlich der AfD beteiligen sich am Programm.  

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Auch auf kommunaler Ebene gibt es Vorbilder. Die erste „Lange Nacht der Demokratie“ in Augsburg wurde 2012 auf Initiative des Bildungswissenschaftlers Christian Boeser ins Leben gerufen. Heute organisiert die Stadt den Abend gemeinsam mit Bildungseinrichtungen, Vereinen und weiteren Initiativen. Am 2. Oktober 2026 stehen im Augsburger Rathaus mehr als 40 Angebote auf dem Programm.

Rastatt wiederholt seine Demokratienacht nach der Premiere 2024 ebenfalls am 2. Oktober. Dort tragen Stadt und ehrenamtliche Akteure die Veranstaltung gemeinsam. Die landesweite Initiative in Baden-Württemberg entstand aus einem Bündnis von Bildungs- und Beteiligungsorganisationen. In Hilden greift nun die AfD-Fraktion die Idee auf. Ob der Vorschlag eine Mehrheit im Rat findet, bleibt abzuwarten.

Kosten und Umfang noch offen

 Für Hilden sollen vorhandene Räume, Infrastruktur und Haushaltsmittel genutzt werden. Die Fraktionen sollen ihre Präsentationen selbst finanzieren. Einen konkreten Kostenrahmen enthält der Antrag nicht. Belastbare Gesamtkosten der Vergleichsveranstaltungen in Augsburg und Rastatt ließen sich bei unserer Recherche nicht ermitteln.

 

Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de/Foto Redaktion mit KI-Visualisierung

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