Hildener Verkehrswende: Kommt der Durchgangsverkehr unter die Erde?

Weniger Verkehr – weniger Lärm – weniger Abgase

***April April***

Unsere Userinnen uns User haben es natürlich gleich gemerkt: Die Tunnel-Geschichte war ein April-Scherz.

Allerdings: ganz so abwegig war die Idee nicht. Denn die Hildener FDP hatte auf ihrem Neujahrsempfang am 28. Januar tatsächlich etwas ähnliches vorgeschlagen. Der Vorsitzende Rudolf Joseph erklärte unter anderem: „Statt Verbote fordern die Freien Demokraten kreative Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer.
(…) Wir können uns auch vorstellen – und das ist jetzt kein Scherz – dass wir z. B. in der Innenstadt, von der Walder Straße bis hin zur Eller Straße die Berliner Straße komplett untertunneln.

Und diese Maßnahme durch Bundes- und Landesmittel fördern zu lassen.

Das ist ein mutiger Vorstoß. Transformation müssen wir wagen.
Diese Möglichkeiten sollten geprüft werden. Es darf bei einer modernen Mobilität keine Denkverbote geben.“

Darüber hat nun auch die RP berichtet. Allerdings bezeichnet Baudezernent Peter Stuhlträger das Tunnel-Projekt laut Artikel als „zu komplex und nicht umsetzbar.“

Ursprünglicher Scherz-Artikel:

Die nervige Baustelle auf der Klotzstraße ist demnächst Vergangenheit. Vier Monate lang hat die Straßensperrung allen viel abverlangt. Doch bekanntlich ist in Hilden nach der Baustelle vor der Baustelle. Aber das, was demnächst auf die Hildener Autofahrer zukommt, wird vermutlich alles Bisherige in den Schatten stellen. Aber der Reihe nach.

Mobilitätskonzept: Kein oberirdischer PKW-Durchgangsverkehr mehr

Im Zuge des ökologischen Mobilitätskonzeptes hat sich die Hildener Verwaltung in geheimer Abstimmung zu einem revolutionären Plan entschlossen. Der Durchgangsverkehr zwischen Düsseldorf, Solingen und Langenfeld soll komplett unter die Erde.

Zwei große Tunnelsysteme sollen entstehen:

1. Ein Tunnel von der westlichen Stadtgrenze bei Haus Horst bis zur Walder Straße auf die Höhe von Qiagen.
2. Ein weiterer Tunnel führt vom Haus Fabry bis hinter die Erdbeerfelder von Bauer Weeger.
3. Unter dem Fritz-Gressard Platz liegen die kreuzungsfreien Abbiegespuren für Richtungswechsel.

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Auch dieser Baustein des so genannten „Mobilitätskonzeptes“ ist darauf ausgelegt, den „motorisierten Individualverkehr“ möglichst von den Hildener Straßen zu verdrängen. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte erst kürzlich eine Reihe von Weichen für weniger Autoverkehr in der Itterstadt gestellt. Wir haben berichtet…

Was bringt eine Untertunnelung?

Mit der Untertunnelung „verschwindet“ der gesamte Durchgangsverkehr, aktuell immerhin 60% des Autoverkehrs, unter der Erde.

Das bedeutet: weniger Verkehr in der Stadt, weniger Lärm und vor allem weniger CO2. Denn zukünftig „entweicht“ das schädliche Kohlenstoffdioxid ja nicht mehr in der Stadt selbst, sondern wird mit mächtigen Turbinen in Richtung unserer Nachbarstädte aus den Tunneln geblasen.

Und das bedeutet: 100% weniger Durchgangsverkehr = 100 % weniger CO2 vom Durchgangsverkehr.

Damit macht Hilden einen großen Schritt in Richtung CO2-Neutralität.

Wer finanziert die Supertunnel?

Natürlich kosten die Supertunnel Geld – viel Geld. Deshalb hat sich die Stadt im Rahmen der Finanzierung für die Erhebung einer Mautgebühr entschlossen.

Die Fahrzeugdaten werden elektronisch erfasst und Mautgebühren per Lastschrift oder Kreditkarte eingezogen.

Aufgrund von Lieferengpässen in der Chipindustrie rechnet die Stadt allerdings nicht damit, dass die Mautautomaten rechtzeitig zur Verfügung stehen. Deshalb sollen erst einmal an den Tunnelzugängen manuelle Zählungen durch die Mitarbeitenden des Bürgerbüros vorgenommen werden.

Die Fahrzeugkennzeichen werden mittels WhatsApp von den Kontrollstellen in Echtzeit an die noch einzurichtende Mautabteilung des Rathauses geschickt, dort in verwaltungsbewährter Form manuell in das Abrechnungssystem der Stadt übertragen und den KFZ-Haltern in Rechnung gestellt. Selbstverständlich alles unter Beachtung der aktuellen Datenschutzgesetze.

Bericht: Walter Thomas / Achim Kaemmerer

Foto/Video: anzeiger24.de


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