Wer räumt eigentlich das Granulat wieder weg?

Nach Schnee und Eis sorgt das Streugut nun für Ärger

***Leitartikel***

In den vergangenen Wochen hat die Stadt großzügig Granulat gestreut, um Bürger vor Stürzen auf vereisten Wegen zu schützen. Besonders an Haltestellen, im Bahnhofsbereich und auf stark frequentierten Gehwegen war das Streugut im Einsatz. Eine sinnvolle Maßnahme, solange Schnee und Eis den Alltag bestimmten. Jetzt ist die Frostperiode vorbei. Geblieben ist das Granulat.

Was im Winter Sicherheit brachte, entwickelt sich nun zum Ärgernis.

 

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Die kleinen Steinchen setzen sich hartnäckig in Schuhsohlen fest. Wer nicht aufmerksam ist, trägt sie bis in den Hausflur oder ins Wohnzimmer – mit teils unangenehmen Folgen. Gerade empfindliche Böden wie Parkett können durch die scharfkantigen Körner beschädigt werden. Hinzu kommt: Viele Flächen wirken ungepflegt, wenn das Streugut wochenlang liegen bleibt.

 

Wer ist eigentlich für die Beseitigung des Granulats zuständig?

Auf Anfrage teilt die Stadt Hilden mit, dass aufgebrachtes Streugut „noch eine Zeit lang liegen bleiben“ könne. Es verschwinde nicht automatisch, sondern werde durch Witterungseinflüsse wie Regen und Wind sowie durch den täglichen Fußgängerverkehr nach und nach verteilt.

Gleichzeitig heißt es, das Entfernen sei grundsätzlich Teil der regulären Reinigungspflicht. Nach der Straßenreinigungssatzung seien die angrenzenden Grundstückseigentümer für Winterdienst und Reinigung der Gehwege zuständig. Dazu gehöre auch das Wegräumen des Streuguts, sobald keine Glättegefahr mehr bestehe.

 

Und wie kümmert sich die Stadt?

Besonders auffällig ist das Granulat derzeit auf vermeintlich „öffentlichen“ Flächen wie Bushaltestellen und Bürgersteigen im Bereich von Schulen. Doch auch hier verweist die Stadt darauf, dass diese Bereiche häufig der regulären Gehwegreinigung unterliegen und damit in der Zuständigkeit der jeweiligen Anlieger liegen.

Und weiter: Ob und wann die Stadt selbst tätig wird, hänge vom jeweiligen Standort und den geltenden Zuständigkeiten ab.

 

Diese Antwort lässt Interpretationsspielraum. Denn für Bürgerinnen und Bürger ist kaum nachvollziehbar, wer konkret handeln muss und wann. Das Granulat verteilt sich zwar mit der Zeit, doch von einer gezielten Beseitigung ist vielerorts wenig zu sehen.

 

Sicherheit im Winter ist wichtig und richtig. Doch ebenso wichtig wäre nach dem Ende der Eiszeit eine klare und transparente Regelung zur Reinigung.

Wenn Zuständigkeiten so formuliert sind, dass sie im Zweifel niemanden eindeutig verpflichten, bleibt am Ende vor allem eines zurück: Granulat – und ein gewisses Maß an Unverständnis.

 

Bericht: LT

Foto: anzeiger24.de

 

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