Wird der Stadtmarketing Verein vom Hildener Rathaus ausgebremst?

Nach Zukunfts-Workshop herrscht Frust im Vorstand

***Leitartikel***

Die Neustrukturierung des Stadtmarketings in Hilden sollte ein Modernisierungsschub sein. Seit 2024 sind die Aufgaben der früheren Stadtmarketing-GmbH vollständig in die Stadtverwaltung integriert. Das neue Citymanagement ist organisatorisch der Wirtschaftsförderung zugeordnet und bündelt Veranstaltungen, Netzwerkarbeit, Leerstandsmanagement sowie Teile der Innenstadtentwicklung. Darüber hatten wir berichtet.

Offiziell verfolgt die Stadt damit das Ziel, Entscheidungswege zu verkürzen, Ressourcen  einzusetzen und strategischer zu arbeiten. Der Stadtmarketing-Verein (kl. Foto oben von der vergangenen Mitgliederversammlung), ein Zusammenschluss lokaler Unternehmen, besteht weiterhin, operiert aber auf eigene Faust. In seinen Aktivitäten ist der Verein meist auf die Zustimmung der Stadt angewiesen und fühlt sich hier zunehmend nicht angenommen. Besonders ein Ereignis hat für Verstimmung gesorgt: der Zukunfts-Workshop im Frühjahr 2025.

 

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Zukunftswerkstatt ohne Vereinsvertretung

Unter dem Titel „Stadtmarketing Hilden – Zukunft gestalten“ hatte die Verwaltung gemeinsam mit Politikvertretern am 22. März 2025 zu einem ganztägigen Workshop eingeladen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Institut für Handelsforschung (IFH Köln), das bundesweit Innenstadtdaten erhebt und unter anderem die Studie „Vitale Innenstädte“ verantwortet.

Der Bericht wird am 4. März 2026 im Wirtschaftsausschuss präsentiert.

 

Teilgenommen haben Vertreter von SPD, CDU, Bürgeraktion, Senioren- und Behindertenbeirat sowie mehrere leitende Verwaltungsmitarbeiter. Ziel war es, eine strategische Vision für Hildens Innenstadt zu entwickeln, Handlungsfelder zu definieren und konkrete Maßnahmen zu priorisieren.

Nicht eingeladen war jedoch der Vorstand des Stadtmarketing-Vereins.

 

Intern wird das als Affront gewertet. Gerade in einer Phase struktureller Neuaufstellung sei die Beteiligung der ehrenamtlichen Wirtschaftsvertreter wichtig gewesen, heißt es aus Vereinskreisen. Die Stadt hatte damals abgewiegelt. Aus ihrer Sicht handelte es sich um einen verwaltungs-politischen Strategieworkshop, der zunächst nur eine interne Arbeitsgrundlage schaffen sollte.

 

Vier Leitlinien für die Innenstadt und erste Projekte

Auf Grundlage der IFH-Studie verständigten sich Verwaltung und Politik auf vier strategische Schwerpunkte: Bewährtes sichern und weiterentwickeln, neue Formate für jüngere Zielgruppen und Familien etablieren, die Aufenthaltsqualität erhöhen sowie das Gemeinschaftsgefühl stärken. Priorität genießen insbesondere ein attraktiverer Wochenmarkt, neue Eventkonzepte und ein zeitgemäßes Stadtimage.

 

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Mehrere Maßnahmen wurden nach Angaben der Verwaltung bereits realisiert oder angestoßen. Dazu zählen das erstmals durchgeführte Street-Food-Festival mit geplanter Ausweitung, die Veranstaltung „Hilden tanzt“, eine Kneipentour für jüngeres Publikum sowie Social-Media-Kampagnen zur Stärkung von Handel und Wochenmarkt. Auch Digitalangebote für Händler wurden umgesetzt, der lebendige Adventskalender fortgeführt.

Weitere Ideen, darunter ein Beach-Festival oder neue Innenstadtmöbel, befinden sich noch in Prüfung. Insgesamt bewertet die Stadt die Workshop-Reihe als produktiven Impulsgeber mit bereits erkennbaren Ergebnissen.

 

Ehrenamt vs. Verwaltung

Im Stadtmarketing-Verein sieht man die Entwicklung differenzierter. Zwar werden viele Projekte begrüßt, aber warum wird der Verein nicht eingebunden? Schließlich verfolge man doch dieselben Ziele!

Besonders enttäuschend sei die Situation, weil die Vereinsmitglieder ehrenamtlich arbeiten. Während Citymanagement-Mitarbeiter hauptamtlich tätig sind, investieren Unternehmer ihre Freizeit. Das Gefühl mangelnder Wertschätzung trifft daher auf eine ohnehin angespannte Ausgangslage nach der Auflösung der GmbH-Strukturen.

 

Zwar betont die Stadt, dass Citymanagement und Verein im Austausch stünden. Doch der Workshop ohne Vereinsbeteiligung wirkt symbolisch. Und das ist nicht der einzige Kritikpunkt. Als im vergangenen Jahr Projekte vom Verein beantragt wurden, stieß dies bei der Stadt auf taube Ohren und Ablehnung.

 

Zusammenarbeit als Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg?

Stadtmarketing ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Herausforderungen – Onlinehandel, verändertes Freizeitverhalten, demografischer Wandel – betreffen Kommunen bundesweit.

Ob Hilden hier künftig mit vereinten Kräften oder in parallelen Strukturen agiert, wird entscheidend sein. Die Workshop-Ergebnisse zeigen Potenzial. Doch ohne Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft dürfte die Umsetzung anspruchsvoll bleiben.

 

Bericht: LT

Fotos/Montage: anzeiger24.de

 

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