
***Kommentar***
Der Hildener Stadtrat hat entschieden – und ein fatales Signal gesendet. Mit den Stimmen von SPD, CDU und Grünen wurde am 15. April 2026 der Haushalt 2026 verabschiedet, doch von verantwortungsvoller Finanzpolitik kann keine Rede sein.
Im Gegenteil: Statt das ohnehin schon alarmierende Defizit von 26,1 Millionen Euro einzudämmen, wächst es nach den jüngsten Steuerbeschlüssen sogar auf 27,8 Millionen Euro an. Gleichzeitig werden die Bürger stärker zur Kasse gebeten. Darüber hatten wir berichtet.
Mehr Belastungen, mehr Schulden – weniger Perspektive
Was diesen Haushalt so problematisch macht, ist nicht allein die Höhe des Defizits. Es ist die fehlende Bereitschaft, überhaupt ernsthaft über Einsparungen nachzudenken.
Das Budget wirkt wie eine bloße Fortschreibung der Vergangenheit. Jahre, die ebenfalls mit tiefroten Zahlen endeten. Von Konsolidierung keine Spur, von strukturellen Reformen erst recht nicht.
Das Rathaus igelt sich ein, gestützt von den beiden großen Parteien, die offenbar jede unbequeme Debatte scheuen.
Natürlich: Ein Großteil der Ausgaben ist gesetzlich gebunden. Rund zwei Drittel der über 240 Millionen Euro Gesamtaufwendungen lassen sich nicht einfach kürzen. Doch genau deshalb wäre der Blick auf die verbleibenden rund 75 Millionen Euro umso wichtiger gewesen. Hier gäbe es Spielräume, hier könnten Prioritäten gesetzt werden. Stattdessen fehlte es offenbar am politischen Mut, auch schmerzhafte Entscheidungen zu treffen.
Vorschläge, etwa zur Begrenzung der Personalkosten, wurden von AfD und FDP vorgebracht und ebenso schnell vom Tisch gewischt. Die Begründung: nicht machbar. Doch wer jede Veränderung reflexartig ablehnt, darf sich nicht wundern, wenn sich die finanzielle Lage weiter verschlechtert.
Dabei bot sich nach der Kommunalwahl im vergangenen September eine historische Chance. Neue Mehrheiten hätten genutzt werden können, um einen echten Kurswechsel einzuleiten, nicht über Nacht, aber mit einem klaren, mittelfristigen Plan. Stattdessen bleibt alles beim Alten. Ohne Konzept, ohne Perspektive.
Ja, Einsparungen hätten Konsequenzen. Sportvereine, Musikschule, Volkshochschule oder Bibliothek könnten beispielsweise betroffen sein.
Und ja, der Protest wäre laut.
Doch politische Verantwortung bedeutet eben auch, unbequeme Entscheidungen zu treffen und Widerstand auszuhalten, wenn es dem langfristigen Wohl der Stadt dient.
So aber wächst der Schuldenberg weiter. Ein Haushalt ohne Sparwillen ist kein Konzept, sondern Kapitulation vor den eigenen Ansprüchen.
Oder, um es mit einem oft zitierten Satz zu sagen: Wer den Teich trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.
In Hilden allerdings scheint man genau das getan zu haben mit erwartbaren Folgen – finanziell und politisch!
LT
Foto: anzeiger24.de / KI generiert
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