Empörung über Parkgebühren am Unterbacher See – Zweckverband klagt über Finanzloch

Nach Start der Petition schaltet sich Politik ein – Geschäftsführung aber benötigt dringend Geld für Instandhaltung

4 Euro Tages-Parkgebühr nach einer kostenlosen Stunde – dieses neue Preismodell am Unterbacher See hat reichlich Gegenwind erfahren. Claudia Warken hat deswegen eine Petition gestartet. Und damit offenbar eine Welle losgetreten.

Bislang sind ca. 1.700 Unterschriften auf der Online-Plattform eingegangen. Bis Juli 2026 will die Initiatorin noch weiter sammeln, denn benötigt werden 3700 Unterschriften

Mit diesem Vorstoß hat sie auch die Politik bereits aufgerüttet. Allerdings sind erst einmal keine großen Änderungen zu erwarten.  

 

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Gespräch zwischen Bezirksvertretung und Geschäftsführung – Droht der See zu kippen?

Nach einem Beschluss der Bezirksvertretung 8 in Düsseldorf-Eller hat es am 26. März 2026 ein Gespräch der Lokalpolitik mit Christoph Schlupkothen, seit kurzem Geschäftsführer des Zweckverbands Erholungsgebiet Unterbacher See (ZEUS)gegeben. Eine Wendung in der Preispolitik hat sich daraus allerdings nicht ergeben. Es wurde vornehmlich über den aktuellen Zustand der Grünanlage gesprochen. Auf Nachfrage zum Ergebnis des Treffens teilt uns der Zweckverband lediglich mit: „Die anwesenden Mitglieder [der Bezirksvertretung] möchten sich in ihrer Fraktion verstärkt für die Belange des ZEUS einsetzen.“ 

 

Zuvor hatte sich Schlupkothen in der NRZ konkreter zu den Gründen für die Tariferhöhung geäußert. Es klaffe derzeit ein sehr großes „Finanzloch“. In den vergangenen Jahren habe es einen großen Investitionsstau gegeben.

Ein Beispiel: Das Mähsammelboot zur Entfernung des Seegrases sei veraltet. Eine Neuanschaffung sei zu kostspielig, daher werde ein Ersatzboot geleast – was auch hohe Ausgaben verursache. Die Wasserqualität sei gefährdet, der See drohe „umzukippen“, wenn jetzt nicht gehandelt werde.

 

Nach unserer Anfrage benennt die Geschäftsführung noch zahlreiche weitere Mängel: Pflegerückstände in der Landschaft und in den Einrichtungen, Investitionsstau bei Gebäuden und Verkehrswegen, veraltete Arbeitsmittel und Ausstattungen.

Kurzum: der Unterbacher See befindet sich offenbar in keinem guten Fahrwasser

 

Durch die höheren Parkgebühren erhoffe sich der Zweckverband rund 200.000 Euro zusätzliche Einnahmen. Damit sollen Investitionen möglich gemacht und die Attraktivität des Ausflugsziels gesichert werden. Und das in einer „schwierigen Haushaltslage“ der Kommunen, ergänzt der Zweckverband in seiner Antwort an unsere Redaktion.  

 

„Wir brauchen das Geld“

Außerdem: „Die Parkgebühren sind in der Ausgestaltung, wie auch in der Höhe marktüblich für ein Naherholungsgebiet in einer Großstadt“, erklärte Schlupkothen bereits vor mehreren Wochen auf Anfrage von anzeiger24.de und betonte dabei noch einmal die erste kostenfreie Stunde. „Der Unterbacher See sieht in seiner Preisstruktur weiterhin Angebote für alle Einkommensschichten vor, so gibt es u.a. Vergünstigungen in den Standbädern wie auch beim Bootsverleih.“

 

Dem stimmt auch Dagmar van Dahlen zu, einerseits CDU-Bezirksbürgermeisterin für Eller und Unterbach, aber auch Vorsitzende der Verbandsversammlung Unterbacher See. Und in letzterer Funktion betont sie auf Anfrage von anzeiger24.de: „Wir brauchen das Geld.“

Kurzfristige Änderungen des Preismodells seien daher zunächst nicht geplant: „Wir werden uns das in dieser Saison einmal ansehen und dann evaluieren.“ Die Politik könne erst einmal nichts entscheiden

 

„61 Minuten kosten so viel wie zehn Stunden – nicht zu rechtfertigen“

Claudia Warken erläutert unterdessen noch einmal ihren Standpunkt: „Die vom Verband so hervorgehobene Gratis-Stunde mag zum Abholen oder Bringen reichen – vielleicht auch für eine kurze Gassi-Runde mit dem Hund“, erklärt sie gegenüber anzeiger24.de. „Aber der Unterbacher See ist ein Erholungsgebiet, kein Supermarkt. Wer sich dort bewegt, spazieren geht oder joggt, ‚erledigt‘ nichts in 60 Minuten. Eine bewusste Auszeit in der Natur braucht Zeit.“

 

Eine See-Umrundung dauert – je nach Schritttempo – im Schnitt 75 bis 90 Minuten: „Damit schnappt die Falle für fast jeden Alltags-Besucher und Erholungssuchenden sofort zu“, so Warken. „Wir werden gezwungen, den vollen Tagessatz zu zahlen, nur weil wir uns an der frischen Luft bewegen wollen.“

 

Für einen ganzen Tag seien 4 Euro Parkgebühren verhältnismäßig: „Aber dass eine Parkdauer von 61 Minuten exakt genauso viel kostet wie ein Aufenthalt von zehn Stunden, lässt sich kaum mit realen nutzungsabhängigen Kosten rechtfertigen. Das trifft vor allem diejenigen, die den See als täglichen Erholungsraum nutzen, unverhältnismäßig hart. Wer für seine tägliche Dosis Bewegung kommt oder die Betriebe nutzt, sollte nicht mit dem gleichen Betrag belastet werden.“

 

Warken erwartet einfach nur „eine faire Lösung, die den See als Naherholungsgebiet für ALLE erhält.“

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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