
Nordrhein-Westfalen schlummerte noch, als um 4 Uhr in der Frühe am 28. April 2026 plötzlich rund 1.200 Polizeikräfte in 28 Städten zeitgleich insgesamt 58 Wohnungen und Geschäftsräume erstürmten. Ziel der Großrazzia war ein gezielter Schlag gegen gefährliche Rockerclubs. Nach dem ersten Bericht gibt die Polizei Düsseldorf nun eine erste Bilanz des Einsatzes bekannt.
Leverkusener Hells Angels Club verboten
NRW-Innenminister Herbert Reul hatte kurz zuvor den Verein Hell Angels Motorcycle Club Leverkusen verboten und aufgelöst. Vorwurf: Verdacht der Bildung bzw. Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Ziele der Blitzaktion waren nun „die weitere Aufhellung der Struktur“, der „Vollzug des erlassenen Vereinsverbots sowie die Beschlagnahme von Vereinsvermögen und Sicherstellung von Beweismitteln“, wie es im Pressebericht heißt.
Daraufhin ließ die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW) Objekte in Hilden, Langenfeld, Monheim, Erkrath, Leverkusen, Ahaus, Bergheim, Bochum, Bottrop, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Gummersbach, Hagen, Herne, Kerpen, Köln, ,Lünen, Marienheide, am Rhein, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Oberhausen, Solingen, Velbert, Voerde und Wesel durchsuchen – 13 davon durch Spezialeinheiten, ansonsten durch die Bereitschaftspolizei, die Kreispolizeibehörde sowie das Landeskriminalamt.
An keinem Einsatzort kam laut Polizei Personen zu Schaden. Lediglich ein Polizeibeamter wurde leicht verletzt – allerdings ohne Fremdeinwirkung.
Das Ergebnis der Razzia
- 44 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 59 Jahren seien festgenommen worden, darunter auch ein 46-Jähriger aus Langenfeld.
- Sach- und Vermögenswerte im hohen sechsstelligen Bereich wurden sichergestellt.
- Folgende Gegenstände und Beweismittel wurden sichergestellt oder beschlagnahmt:
– 10 Motorräder (zumeist Harley Davidson)
– 3 Pkw
– 20 Kutten und weitere Devotionalien
– 7 hochwertige Uhren
– 9 Schusswaffen (2 x Pistole, 7 x PTB „Schreckschuss“)
– 26 Hieb- und Stichwaffen (u.a. Schlagringe, Schlagstöcke, Macheten)
– 114 Betäubungsmittel und andere Substanzen (u.a. Kokain, Haschisch, Marihuana, Testosteron, Lachgas, Medikamente)
– Niedrige sechsstellige Bargeldsumme
Das Vereinsvermögen wird nun zugunsten des Landes Nordrhein-Westfalen eingezogen, teilt die Landesregierung mit.
„Unmissverständliche Botschaft“ des Innenministers
Innenminister Reul (CDU) ergänzt: „Wer mit Waffen, Drogen, Gewalt und Einschüchterung sein Geld verdient, muss jederzeit damit rechnen, dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht. Nicht als Gast, sondern mit Durchsuchungsbeschluss. Heute senden wir eine unmissverständliche Botschaft: maximaler Fahndungsdruck, null Toleranz und kein Quadratmeter Rückzugsraum für kriminelle Rocker in Nordrhein-Westfalen.“
Quelle: Land NRW / Polizei Düsseldorf
bearb.: KA
Fotos: Polizei Düsseldorf
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