
Die Migrantenvereine in Hilden werden seit mehreren Jahren mit einem pauschalen „Globalzuschuss“ von der Stadt finanziell unterstützt. Das soll sich nun ändern. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration hat am 17. Juni 2026 einstimmig beschlossen, dass nur noch „konkrete Aktivitäten und Planungen“ eine Zuwendung erhalten sollen.
Lange Zeit war es gängige Praxis, dass die multikulturellen Verbände jeweils 500 Euro erhalten, ohne Antrag und ohne Verwendungsnachweis.
Welche Vereine sind betroffen?
„Zuletzt erhielten sechs Vereine die Förderung“, berichtet die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage. „An zwei wurde sie nicht ausgezahlt, da sie keine Kooperationsbereitschaft zeigten.“ Gemeint sind das Islamisch Marokkanische Kulturzentrum e. V. und WiD – Wir in Deutschland e. V.
Die weiteren Mitglieder im „Netzwerk der Hildener Migrantenvereine“ sind der Jugoslawisch-Deutsche Kulturverein Hilden e. V., Uniao Portuguesa Hilden e. V., der Slowenische Kultur- und Sportverein Maribor e.V., die Türkische Islamische Gemeinde zu Hilden e. V. (DITIB) und der KOMMA e.V. Der Griechisch-Deutscher Freundeskreis Hilden e. V. (PHILIA) habe seine Auflösung angekündigt.
Für die Integrationsförderung will die Stadt nun projektbezogene Fördermittel gewähren und sich auf die Handlungsfelder „Sprache / Bildung“ und „Gesellschaftliche Teilhabe / Kontakte“ konzentrieren.
Eine pauschale Zahlung passt da nicht mehr in das neue Konzept. Die eingesetzten Mittel von 4.500 Euro sollen daher „bedarfsgerecht, zielgerichteter und flexibler im Hinblick auf integrative Arbeit“ eingesetzt werden: „Künftig sollen die Migrantenvereine jeweils zum Jahresende durch die Verwaltung eingeladen werden, um ihre geplanten Aktivitäten für das folgende Jahr vorzustellen. Im Anschluss trifft die Verwaltung die Entscheidung über die jeweilige finanzielle Unterstützung“, heißt es weiter. „Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf gemeinsamen Projekten und Aktivitäten liegen, insbesondere im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus sowie weiterer internationaler Aktionstage. Durch diese Umstellung wird sichergestellt, dass insbesondere diejenigen Vereine finanziell unterstützt werden, die aktiv zur Integrationsarbeit in Hilden beitragen. Gleichzeitig erhöht sich die Transparenz über die Verwendung der Mittel sowie die Wirksamkeit der Förderung.“
Der Ausschuss stimmte diesem Verwaltungsvorschlag geschlossen zu – allerdings mit dem Zusatz, dass Politik und Verwaltung bei Überschüssen von nicht verwendeten Mitteln gemeinsam über die weitere Verwendung beraten sollen.
Bericht: KA
Fotos: anzeiger24.de / KI generiert
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