
Wie wirken sich die neuen Tempo 30-Bereiche auf den Stadtverkehr aus? Die einen sehen darin eine Chance auf einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit auf den Straßen. Andere fühlen sich eingeschränkt und bevormundet, weil ihrer Meinung nach alles noch langsamer läuft als vorher.
Dabei gibt noch einen wichtigen Verkehrsteilnehmer in dieser Komponente: Die Rheinbahn.
Werden jetzt auch die Busse ausgebremst und können ggf. ihre Fahrpläne nicht mehr einhalten?
Wir fragen nach.
Wo fahren die Busse 30 und 50?
Noch einmal zur Einordnung:
- Auf der West-Ost-Achse Düsseldorfer, Berliner und Walder Straße bleibt es vorerst noch bei Tempo 50.
Das bedeutet: Für die Linie 784 und 783 ändert sich prinzipiell nichts, höchstens auf dem kleinen Stück Elberfelder Straße von der Oststraße bis zur Autobahnbrücke. - Tempo 30 gilt seit Anfang Juni nun – grob gesagt – zusätzlich auf der kompletten Gerresheimer und Hochdahler Straße sowie der Baustraße, Lindenstraße, An den Linden und dem Lehmkuhler Weg.
Betroffen davon sind die Linien 741, 781, 782 und O3. - Und: Eigentlich sollten die Klotz- und die Kirchhofstraße ebenfalls schon geschwindigkeitsreduziert sein. Weil dies aber Landesstraßen sind, und der Betrieb Straßen.NRW erst einmal eigene Lärm-Berechnungen durchführen will, bleibt es tagsüber vorerst bei der bisherigen Regelung (also 50, außer von 22 bis 6 Uhr).
Demnach kann die 785 fast unverändert fahren; Ausnahme: die Abschnitte Ellerstraße von der Benrather bis zur Körnerstraße sowie im Bereich der Baustraße. - Die 741 und 782 können auf der Kirchhofstraße nach wie vor 50 km/h unterwegs sein.
Rheinbahn lehnte generelles Tempolimit ab
Zur Erinnerung: Im Mai 2024 hatte das Verkehrsunternehmen in einer Stellungnahme das generelle Tempolimit abgelehnt, weil es Zeitverluste befürchtete: „Das Hauptstraßennetz mit den im Lärmaktionsplan vorgesehenen Reduzierungen auf Tempo 30 wird die Linien der Rheinbahn massiv beeinträchtigen (…) So sind Anschlüsse an die S- und Regionalbahnen in Hilden, Benrath, Solingen und Langenfeld sowie an viele weitere Buslinien eingeplant, sodass hier eine Reisezeitverlängerung der betroffenen Linien dieses aufeinander abgestimmte Fahrplansystem gefährdet. (…) Durch die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit besteht bei Anpassungen des Fahrplans an diese Situation die Möglichkeit, dass Anschlüsse entfallen oder verschlechtert werden. Zudem würde die Verlängerung der Fahrzeiten auf den Linien zu einem Mehrbedarf an Fahrzeugen und Personal führen, da die Ausgleichszeiten an den Endstellen nicht mehr ausreichen würden.“
Wenn aber schon nahezu überall Tempo 30 eingeführt werden soll, dann sollte wenigstens eine „konsequente ÖPNV-Beschleunigung an LSA (Lichtsignalanlagen)“, also die oft zitierte Anpassung von Ampelschaltungen, erfolgen, so die Forderung.
Dies ist einer der wesentlichen Kritikpunkte: Warum hat die Stadt Tempo 30 eingeführt, bevor das Ampelsystem entsprechend erneuert wurde?
Wie berichtet, hatte der Hildener Beigeordnete Peter Stuhlträger in einem Fachausschuss im Juni erklärt, dass die Ampelschaltungen auf der Gerresheimer und Hochdahler Straße keine negativen Auswirkungen hätten: „Die Stadt geht derzeit davon aus, dass sich die niedrigere Geschwindigkeit und der gleichmäßigere Verkehrsfluss weitgehend ausgleichen. Das Erreichen der Grünphasen bleibt dadurch voraussichtlich nahezu unverändert. Die Neuberechnung aller Ampelanlagen ist davon unabhängig.“
Dem kann auch die Rheinbahn grundsätzlich zustimmen: „Generell können wir bestätigen, dass die Ampelanlagen auf der Gerresheimer und der Hochdahler Straße optimal geschaltet sind und keine Probleme verursachen“, erklärt uns eine Pressesprecherin auf Anfrage.
Trotzdem: Einführung von Fahrzeitpuffern wird geprüft
Damit ist das Problem trotzdem nicht geklärt: „Auf den Linien 741 und 782 zeigen sich bereits Fahrzeitverluste. Aktuell sammeln wir noch weitere Daten (…) für eine genauere Analyse„, sagt uns die Sprecherin weiter.
Die Konsequenz: „Um die Zuverlässigkeit der Verbindungen zu sichern, planen wir derzeit, auf den betroffenen Hildener Linien Fahrzeitpuffer von etwa ein bis zwei Minuten einzubauen. Dabei achten wir ausdrücklich darauf, bestehende Anschlüsse zur S-Bahn und zu anderen Buslinien zu erhalten.“
Diese Umsetzung könne aber noch bis zum Fahrplanwechsel 2027 dauern. Die Fahrgäste werden dann entsprechend informiert. „Es werden sich jedoch nur die Abfahrtszeiten ändern und nicht die Takte“, heißt es ergänzend.
Dabei sollte nicht vergessen werden: Auch auf der bereits genannten West-Ost-Verbindung könnte eines Tages Tempo 30 eingeführt werden – allerdings nur, wenn dort tatsächlich die Ampelschaltungen erneuert werden.
Dann muss dafür auch noch mal der Fahrplan überarbeitet werden. Aber das ist noch Zukunftsmusik.
Bericht: KA
Fotos: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an
oder als Kommentar bei Facebook.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.


