
Die Stadt Hilden hatte für die Büroetage und einen Aufenthaltsraum der Stadtbibliothek im Sommer neun mobile Klimageräte angeschafft. Die Gesamtkosten beliefen sich nach Angaben der Verwaltung auf knapp 8.000 Euro.
Im Protokoll des Ausschusses für Kultur und Heimatpflege hieß es, dass neun Klimageräte „für eine Fläche von 42 Quadratmetern“ angeschafft worden seien. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, dass sich die genannte Fläche auf alle neun Geräte zusammen bezieht. Dies konnten wir nun durch ein Rückfrage bei der Stadt wie folgt klären.
42 Quadratmeter gelten für ein Gerät
Wie die Stadt mitteilt, handelt es sich bei den 42 Quadratmetern um die maximale Raumgröße, die ein einzelnes Gerät kühlen kann. Die neun Klimageräte verteilen sich aber selbstverständlich auf neun verschiedene Räume. Insoweit war die Berichterstattung im Protokoll missverständlich.
Bei den angeschafften Geräten handelt es sich übrigens um das Modell Midea PortaSplit. Die Kühlleistung beträgt laut Hersteller 12.000 BTU pro Stunde beziehungsweise 3,5 Kilowatt je Gerät.

Bis zu 37 Grad in den Büroräumen
Die Stadt begründet die Anschaffung mit den baulichen Bedingungen in der Bibliothek. Die Büros befinden sich im dritten Stock eines Gebäudes mit großen Glasflächen und ohne Beschattung. In den Sommermonaten würden dort regelmäßig bereits am Vormittag Temperaturen von bis zu 37 Grad erreicht.
Bis zur Erneuerung der Lüftungsanlage seien die mobilen Klimageräte erforderlich. Ohne Kühlung müsste die Stadtbibliothek nach Angaben der Verwaltung an besonders heißen Tagen möglicherweise bereits mittags geschlossen werden, um Beschäftigte und Besucher zu schützen.
Stadt sieht mobile Geräte grundsätzlich kritisch
Die Verwaltung betont zugleich, dass mobile Klimageräte in städtischen Gebäuden keine Standardlösung werden sollen. Sie verursachten einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch, seien nur eingeschränkt effizient und führten zu zusätzlichem Betriebs- und Wartungsaufwand.
Bei Neubauten und umfangreichen Sanierungen sollen städtische Gebäude deshalb möglichst klimaangepasst geplant werden. Dazu zählen unter anderem außenliegender Sonnenschutz, bedarfsgerechte Lüftung, Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen sowie gegebenenfalls Wärmepumpen mit Kühlfunktion.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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