Fabry-Museum: Ausstellung über Marie Colinet wird verlängert

Auch die Ehefrau hat medizinische Pionierarbeit geleistet – ungewöhnlich für die damalige Zeit

Viele Hildenerinnen und Hildener kennen Wilhelm Fabry (1560 – 1634), den „größten Sohn der Stadt“. Der Wundarzt hat unter anderem die Chirurgietechniken zu seiner Zeit revolutioniert. Doch an seiner Seite stand stets eine Ehefrau, die ebenfalls medizinische Pionierarbeit geleistet hat – was für damalige Verhältnisse eher ungewöhnlich war.

Ihre Leistungen würdigt das Hildener Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a, seit dem vergangenen Sommer mit einer exklusiven Ausstellung: „Marie Colinet & Wilhelm Fabry – Hebamme & Chirurg im Einsatz für das Leben“.

 

Und wegen der „hohen Resonanz“ wird die Laufzeit jetzt sogar verlängert – bis zum 25. Januar 2026, sagt Museumsleiterin Dr. Sandra Abend (Foto oben l. neben der Kuratorin und Medizinhistorikerin Dr. Julia Roever).

 

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Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, freitags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags (außer 24., 25. und 31. Dezember und 1. Januar) von 11 bis 17 Uhr. 

Zur Finissage wird um 15 Uhr eine Kuratorenführung angeboten. 

Eintritt: 3 Euro, erm. 1,50 Uhr

 

Pionierin in einer Medizinmännerwelt

Erstmalig wird in der Präsentation und dem gleichnamigen Buch der Fokus auf das Leben und Wirken der in Genf ausgebildeten Hebamme gelegt. Sie gilt als die erste Frau, die neue Anwendungsmethoden entwickelt hat, um Mutter und Kind bei Geburten zu retten.

Marie Colinet heiratete im Sommer 1587 in der Kirche St. Gervais in der Schweiz den gleichaltrigen Wundarzt Wilhelm Fabry. Zusammen hatten sie acht Kinder, jedoch starben zwei Töchter an der Pest, nur einer ihrer Söhne überlebte seine Eltern. „Marie Colinet und Wilhelm Fabry waren ein kongeniales Paar, das Seite an Seite zusammenarbeitete“, sagt Sandra Abend. „So führte sie in seiner Abwesenheit die Praxis, behandelte Knochenbrüche und war in der Wundversorgung tätig.“

 

Der Beginn des 17. Jahrhunderts galt als Zeit der Aufbruchstimmung für die Wissenschaft. Fabry war einer dieser wissbegierigen Zeitgenossen, die sich mit der menschlichen Anatomie und Wundheilkunde beschäftigten. Und das, obwohl er nicht studiert, sondern eher ein „Handwerk“ ausübte.

Frauen war dieser Weg in der Regel verschlossen. Doch als Fabrys Ehefrau hatte Marie Colinet Zugang zu Kreisen und Fachgebiete des damaligen Mediziner-Netzwerkes, wie man heute sagen würde.

„Heimlich“ nahm auch die Behandlungen und Operationen vor. Zum Beispiel war es ihre Idee, einen Metallsplitter aus dem Auge eines Patienten mit einem Magneten zu entfernen.

 

Fabry-Museum-Ausstellung-Colinet-Buecher

 

Diese und andere Erkenntnisse hat Fabry in rund 600 Publikationen und Briefwechseln mit Ärzten veröffentlicht und darin auch explizit seine Ehefrau erwähnt. Diese Schriften, bzw. fotografische Nachbildungen im Großformat aus dem Fabry-Nachlass in der Berner Burgerbibliothek sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen. Die Bücher wurden dort eigens für das Wilhelm-Fabry-Museum digitalisiert.  

Ein besonderes Highlight stellt ein begehbares Buch mit den imposanten Maßen von 2,5 x 1,9 Meter dar, in das die Besucher hineinschreiten können.

Ein spannender und erhellender Gang durch eine vergangene Zeit, in der Naturphänomene intensiver erforscht und die Grundlagen und Wegbereiter für die spätere Medizin-Entwicklung geebnet wurden.

 

Quelle: Kulturamt Hilden

bearb: KA

Fotos: anzeiger24.de

 

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