
Als die Landesregierung NRW wegen Glatteis-Gefahr am Sonntagnachmittag, 11. Januar 2026, für den folgenden Montag landesweit Distanz- statt Präsenzunterricht verordnete, löste sie bei einem Teil der Bevölkerung eine Welle des Verständnisses, beim anderen einen Sturm der Entrüstung aus. Vor allem in den Sozialen Medien aus Städten, die normalerweise nicht so stark vom Wintereinbruch betroffen sind (wie zum Beispiel in Hilden), „hagelte“ es reichlich Kritik, teilweise auch Häme.
Auch auf unserem Facebook-Portal DeinHilden: „An alle Helikopter: Wir sind früher bei Schnee und Glatteis zu Fuß zur Schule gegangen und wir leben noch…“, schreibt ein Communitymitglied.
„Es ist Winter, Leute. Benehmt euch mal wie Menschen, es ist normal, furchtbar“, ein anderer.
„Glatteis gab es vor 50 Jahren auch, kein Grund fürs Fernbleiben gewesen! Warnungen sind sinnvoll, aber mittlerweile wird daraus eine Panik gemacht“, meint noch ein Kommentator.
„Und wenn Glatteis ist, falle ich auf die Fresse. Dann ist gut und ich stehe wieder auf. Wo ist das Problem, es kotzt mich an“, erklärt der nächste.
(Anm.d.Red.: Rechtschreib-, Satzzeichen- und Grammatikfehler haben wir hier korrigiert).
Allerdings gab es auch reichlich Gegenreden von Menschen, die die Maßnahmen nachvollziehbar fanden.
Und in der Tat: In Hilden verlief der Montagmorgen relativ glimpflich: Es fiel Regen auf gefrorenen Boden, was in der Tat gefährlich werden kann. Allerdings waren die Straßen frei geräumt und kaum rutschig, der motorisierte Verkehr lief im Prinzip „normal“. Der Schnee vom Wochenende schmolz allmählich dahin. Nur auf den nicht geräumten und bestreuten Bürgersteigen musste man ein wenig aufpassen.
Also wirklich nur „Panikmache“?
Frage ans Ministerium: War eine landesweite Verordnung wirklich notwendig?
In Langenfeld hatte sich am frühen Morgen durch Schneeregen eine Eisschicht gebildet, die Straßen waren stellenweise glatt.
Auf der Kölner Straße, in Höhe der Talstraße, kam ein Auto von der Straße ab und prallte gegen ein Straßenschild.
Ansonsten gab es kreisweit aber laut Medienberichten (Stand: Montagmittag) wohl keine weiteren besonderen Vorkommnisse.
Dennoch fragen sich viele Menschen in unserer rheinischen Region: War das wirklich notwendig? Immerhin mussten vor allem berufstätige Eltern ihren kompletten Montag kurzfristig umplanen. Und auch viele Arbeitgeber dürften deshalb nicht erfreut gewesen sein.
Hätte Schulministerin Dorothee Feller nicht besser den Kommunen vor Ort die Entscheidung überlassen sollen, die die lokalen Gegebenheiten besser kennen?
Wir fragen beim NRW-Schulministerium nach.
Ein Pressesprecher erklärt uns: „Es gab eine amtliche Umwetterwarnung, die am Sonntagnachmittag noch einmal bestätigt wurde. Wir haben die Wetterlage am Wochenende beobachtet. Es handelte sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es ist immer eine Sache der Abwägung. Klar ist aber: Die Sicherheit hat immer Vorrang!“
Wer hat nun recht? Die Menschen, die lieber einmal mehr als einmal zu wenig warnen? Oder die anderen, die es sowieso „vorher schon wussten“, dass es „nicht so schlimm“ werde?
Es besteht allerdings auch die Gefahr, dass solche Unwetterwarnungen nicht mehr ernst genommen werden.
Eine schwierige Entscheidung also – und die Wahrheit weiß ganz allein der Himmel.
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
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