Warum gibt es am Hildener Bahnhof keine Toilette?

Friseursalon klagt über „ungebetene Gäste“

Anette Rödig betreibt in Hilden einen exklusiven Friseursalon. Über mehr als zehn Jahre war ihr Geschäft im Ärztehaus gegenüber vom Bahnhof untergebracht, in der sechsten Etage mit Blick über die Dächer der Stadt. Vor einigen Jahren zog sie mit ihrem Salon ins Erdgeschoss um. Seit einigen Monaten hat sie aber mit einem unerwarteten Problem zu kämpfen: ungebetene Gäste.

 

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Statt Haareschneiden bitte einmal Toilette

Regelmäßig kommen Passanten in den Salon und bitten darum, die Toilette benutzen zu dürfen. Der Grund ist ebenso simpel wie erstaunlich: Am Hildener Bahnhof und in unmittelbarer Nähe gibt es keine öffentliche Toilette.

Anfangs zeigte sich Rödig hilfsbereit. Doch ihr Entgegenkommen wurde häufig nicht respektiert. Immer wieder wurden die Sanitäranlagen verschmutzt hinterlassen. Schließlich sah sie sich gezwungen, ein Schild an der Eingangstür anzubringen, das klarstellt, dass eine Toilettennutzung nicht möglich ist.

 

Und was sagt die Stadt?

In ihrer Not hat sich Rödig an die Stadt gewandt. In der Antwort aus dem Bürgermeisterbüro verweist die Stadt darauf, dass sie für den Bahnhof nicht zuständig sei, da dieser von der Deutschen Bahn betrieben werde. Eine Einrichtung neuer öffentlicher Toiletten im Bahnhof sei daher nicht möglich.

Als Alternative empfiehlt die Stadt, auf öffentliche Toiletten in der Innenstadt auszuweichen. Eine entsprechende Übersicht stehe online zur Verfügung.

 

Der Weg zur nächsten Toilette kann lang sein…

Genau dieser Punkt stößt bei Rödig auf Unverständnis. Denn der Weg zur nächsten öffentlichen Toilette im Stadtzentrum beträgt rund zehn Minuten Fußweg. Für Menschen mit akutem Bedarf oder ältere Personen ist das keine realistische Lösung.

In ihrer Antwort kritisiert sie, dass offenbar kein ernsthafter Versuch unternommen worden sei, gemeinsam mit der Deutschen Bahn nach einer Lösung zu suchen. Stattdessen werde die Problematik auf Gewerbetreibende abgewälzt.

 

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Warum sind fehlende Toiletten erst „jetzt“ ein Problem?

Anette Rödig erinnert sich: Am Bahnhof Hilden gab es zwar nie eine offizielle öffentliche Toilette, jedoch bestanden lange Zeit Ausweichmöglichkeiten:

  • der frühere Snack-Point im Innenbereich mit Restaurant
  • später der ausgelagerte Snack-Point an der Bahnhofsallee 3 mit öffentlich zugänglicher Kaffee-Lounge

 

Erst mit dem Einzug des Hauptpostamtes vor rund zwei Jahren und der Schließung der Kaffee-Lounge entfiel diese letzte Möglichkeit. Seitdem habe sich die Situation deutlich verschärft.

 

Fazit: Fehlende Infrastruktur an einem Verkehrsknotenpunkt

Aus Sicht der Saloninhaberin wird die Situation dem Anspruch einer modernen, bürgerfreundlichen Stadt nicht gerecht. Gerade im Kontext der Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) wirkt das Fehlen einer Toilette an einem wichtigen Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und Busverkehr widersprüchlich.

 

Wenn Mittel für andere städtische Projekte vorhanden sind, warum nicht auch für grundlegende Infrastruktur wie eine öffentliche Toilette?

 

Bericht: LT

Foto: anzeiger24.de

 

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