AfD beantragt KI-Assistenten fürs Rathaus: Hilfe auf Knopfdruck oder digitale Hürde?

Kann „Kollege Computer“ den Bürgerservice verbessern?

***Leitartikel***

Die AfD-Fraktion hat die Einführung eines KI-gestützten Assistenten für die städtische Website beantragt. Ziel sei es, moderne Technologien zu nutzen, um die Verwaltung effizienter zu machen und Bürgern einen konkreten Mehrwert zu bieten. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Marlon Buchholz, schlägt sogar bereits einen Namen für das Projekt vor: „Itter-Info“. Der digitale Assistent soll künftig rund um die Uhr Fragen zu Ummeldungen, Formularen oder Öffnungszeiten beantworten und damit Mitarbeitende von Routineanfragen entlasten.

 

Erfahrungen aus Düsseldorf

Ein Blick nach Düsseldorf zeigt, dass solche Systeme bereits erprobt werden. Dort testet die Verwaltung KI-gestützte Assistenten, die Standardfragen automatisiert beantworten und komplexere Anliegen an Sachbearbeiter weiterleiten.

Ziel ist es, die Erreichbarkeit zu verbessern und interne Ressourcen gezielter einzusetzen. Auch andere Kommunen prüfen vergleichbare Modelle im Rahmen ihrer Digitalstrategien.

 

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Chancen und Kosten

Verwaltungsanliegen sind häufig standardisiert und wiederkehrend. In diesem Bereich kann KI strukturiert und ohne Wartezeit informieren. Das verkürzt Reaktionszeiten und schafft Spielräume für persönliche Beratung bei komplizierteren Fällen. Die Einführungskosten bewegen sich – je nach Umfang und technischer Integration – meist im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich, hinzu kommen laufende Lizenz- und Wartungskosten.

Ob sich die Investition wirtschaftlich trägt, hängt vom tatsächlichen Nutzungsgrad und der Qualität der Umsetzung ab. Und die zu erwartenden Kosten könnten möglicherweise drastisch sinken, wenn nicht jede Stadt im Kreis Mettmann wieder meint, sich ein eigenes System leisten zu müssen.

 

Zwischen Skepsis und Serviceversprechen

Es sind aber auch Vorbehalte denkbar. Viele Bürger verbinden digitale Assistenten mit schwer zugänglichen Hotline-Systemen großer Unternehmen, bei denen der direkte Kontakt erschwert wird. Genau hier entscheidet sich die Akzeptanz. Ein kommunaler KI-Assistent darf nicht zur digitalen Barriere werden. Er muss transparent als automatisiertes System auftreten, verlässliche und aktuelle Informationen liefern und jederzeit eine unkomplizierte Weiterleitung an einen menschlichen Ansprechpartner ermöglichen.

 

Technik ist nicht alles

Ob „Itter-Info“ am Ende als hilfreiches Serviceinstrument wahrgenommen wird, hängt weniger von der Technologie selbst ab als von ihrer Einbindung in die Verwaltungsabläufe. KI kann Routine effizient abdecken, ersetzt jedoch keine individuelle Prüfung oder persönliche Verantwortung.

Gelingt die Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Erreichbarkeit, kann ein solches Projekt den Bürgerservice spürbar verbessern und das Rathaus schlanker machen. Misslingt sie, droht Frust statt Fortschritt.

 

Bericht: LT

Fotomontage: anzeiger24.de / Pixabay

 

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