
In Hilden durchlaufen mehrere Wohnbauprojekte die Bearbeitungs-Pipeline. Für einige von ihnen wurden in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität am 11. Februar 2026, der Weg für die nächsten Entwicklungsstufen freigemacht – mit einer Ausnahme.
Hofstraße: Ja für Versiegelung trotz Kritik
Umstritten bleibt der Bebauungsplan Hofstraße 150, da eine große Grünfläche auf einem Acker nahe der Bahntrasse im Hildener Süden überplant wird.
Die Fraktionen von CDU und SPD stimmten für die Vergrößerung des Plangebiets von ursprünglich 7.050 auf 8.750 Quadratmeter.
Die Vertreter von FDP, Grüne und AfD sowie Andreas Benoit von Bürgeraktion/Piratenpartei äußerten ihre Besorgnis wegen Lärmschutz, Flächenversiegelung und der „zu massiven Bauweise“.
In der Vorlage wurden auch die Stellungnahmen von Behörden, Verbänden und Bürgerinnen und Bürgern offen gelegt. Geäußerte Bedenken etwa zum Klimaschutz, Regenwasserableitung oder Luftzufuhr werden darin von der Hildener Stadtverwaltung als unbegründet zurückgewiesen.
Mehrheit für Salzmannweg und Kirchhofstraße
Ähnlich wird das Großprojekt Kita- und Tennisplatz-Neubau am Salzmann- und Bruchhauser Weg im Hildener Süden teilweise kritisch beäugt. Denn auch hier sollen unberührte Flächen bebaut werden. Es wird mit mehr Verkehr und Parkplatznot gerechnet. Und außerdem befindet sich das Planungsgrundstück in der Nähe zur CO-Pipeline, weshalb u.a. der BUND das Kindeswohl gefährdet sieht.
Doch auch zu diesen Punkten sieht die Verwaltung keine Probleme.
Der Fachausschuss stimmte also mehrheitlich für die Kenntnisnahme der Stellungnahmen und damit der Fortsetzung des Projekts. Nur Rudolf Joseph von der FDP votierte als einziger dagegen. Die Mitglieder der Grünen und Bürgeraktion/Piraten stimmten nach eigenen Angaben „zähneknirschend“ zu – schließlich müsse ja etwas gegen die Betreuungsnotlage für Kita-Plätze getan werden.
Eine mehrheitliche Zustimmung fand auch der Bebauungsplan für das Grundstück Kirchhofstraße 61-73, neben dem Hauptfriedhof. Hier sollen geförderte und preisgedämpfte Wohnungen entstehen. Nach dem Aufstellungsbeschluss im Herbst 2022 gab es ein Jahr später eine Bürgerbeteiligung. Die Anregungen und Stellungnahmen werden in der Ratsvorlage dargestellt.
Der Fachausschuss nahm diese zur Kenntnis und gab „grünes Licht“ für die nächste öffentliche Auslegung. Nur Andreas Benoit (BA/Piraten) legte sein Veto ein.
Ablehnung für Projekt In den Hesseln
Die Planer der bisher genannten Projekte können also darauf bauen, dass es weiter geht.
Nur ein Bauherr muss wohl sein Vorhaben begraben: Auf Empfehlung der Verwaltung lehnte die Mehrheit von CDU und SPD eine Bebauung von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser auf dem Hinterland Hochdahler Straße 210/In den Hesseln ab. Begründung: Die Freifläche müsse „geschützt“ werden, so die Verwaltung. Denn für das Gebiet wurde einst eine konkrete Baulandausweisung festgelegt, die die Balance zwischen Bebauung und Naturschutz enthält
Der Antragsteller hat sein Vorhaben auch entsprechend ausgerichtet, so lässt es sich aus der Vorlage herauslesen.
Genau deshalb konnten die Vertreter von FDP, AfD, Grüne und BA/Piraten die Abweisung nicht nachvollziehen: Es sei „widersprüchlich“, dass an der Hofstraße die Versiegelung befürwortet, hier aber abgelehnt werde.
Die Grünen enhthielten sich bei der Abstimmung und beantragten noch eine Ortsbesichtigung, fanden aber nicht genug Zustimmung. Somit kann an dieser Stelle also kein neuer Wohnraum entstehen.
Bericht: KA
Archivfoto: anzeiger24.de
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