
Bekommt das „neue“ Stadtmarketing im Rathaus-Citymanagement zu viel oder zu wenig Geld? Wenn es nach der SPD-Ratsfraktion geht, dann könnte man beim Budget den Rotstift anlegen. Allerdings waren die Ratsmitglieder bei ihrer Initiative bisher noch nicht erfolgreich.
Im Wirtschaftsförderungs- und Finanzausschuss am 4. und 25. März 2026 beantragten die Sozialdemokraten eine Deckelung für das „Produkt Stadtwerbung, City-Management und Tourismus“.
Doch eine Entscheidung gab es nicht – beide Male wurde eine Abstimmung vertagt.
Welches Einsparpotential genau schwebt der SPD vor?
„Mehrbelastung von 125.000 Euro“
In 2024 lag der Gesamtaufwand pro Einwohner bei 3,83 Euro. Im Haushaltsplan 2025 ist dieser Wert bereits auf 5,67 Euro gestiegen, für 2026 wurden bereits 5,98 Euro eingeplant: „Dies entspricht einer Steigerung von rund 56 % innerhalb von zwei Jahren. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Erhöhung von ca. 222.000 Euro im Jahr 2024 auf ca. 347.000 Euro im Jahr 2026 und damit eine jährliche Mehrbelastung von rund 125.000 Euro“, rechnet die SPD vor. Zugleich sei die personelle Ausstattung gleich geblieben (2,45 VZÄ), die Zahl der Aussteller beim Weihnachtsmarkt sei von 40 auf 35 gesunken, die persönlichen Kontakte in der Innenstadt seien von 70 auf 40 geschrumpft.
Daher will die SPD wieder zurück auf den Wert von 3,83 Euro je Einwohner: „Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage ist es sachgerecht, freiwillige Leistungen auf ein tragfähiges und nachvollziehbar begründetes Niveau zu begrenzen und vorhandene Effizienzpotenziale zu nutzen“, heißt es in dem Antrag.
Zartes Pflänzchen: „Dann können wir die Arbeit einstellen“
Das will Bürgermeister Claus Pommer so nicht gelten lassen: Die Zahlen aus 2024 und 2025 könne man „nicht vergleichen“, erklärte er gegenüber dem Finanzausschuss. Denn in der Zeit sei die frühere Stadtmarketing GmbH in das neue Citymanagement im Rathaus gewechselt. Das sei ein „mutiger Veränderungsprozess“ gewesen, heißt es weiter in der Stellungnahme der Verwaltung: „Entsprechende Stellenanteile in der Verwaltung [sind] erst im Jahresverlauf 2024 besetzt worden. Für sämtliche Stellenanteile, die erst im 2. Quartal und auch erst im 2. Halbjahr 2024 besetzt worden waren, sind in diesem ‚Startjahr‘ bzw. ‚Rumpfjahr‘ entsprechend deutlich weniger Kosten angefallen (‚Ist-Wert‘). Auch Sachkosten konnten im 1. Quartal noch aus der GmbH heraus finanziert werden.“
Außerdem stellte Pommer klar: Wenn nun das Budget gekürzt wird, dann seien durch das Citymanagement keine Veranstaltungen wie das Bürgerfestival und der große Weihnachtsmarkt mehr finanzierbar. Man könne dann die Arbeit „ganz einstellen“.
Das sah die SPD allerdings nur als „reine Drohkulisse“ an. Es sei wichtiger, das Geld in soziale Projekte zu investieren, meinte Ratsherr Dominik Stöter.
Die Fronten sind nun erhärtet. Die CDU steht auf der Seite von Bürgermeister Pommer. Die FDP und Bürgeraktion sehen aber ebenfalls Einsparpotenzial.
Das neue Stadtmarketing hat schon einige neue Events eingeführt, zum Beispiel einen Stoff- und Mittelaltermarkt. Kann dieses zarte Pflänzchen bald schon wieder aus Kostengründen verblühen…?
Bericht: KA
Archivfotos: anzeiger24.de
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