Keine Verschnaufpause für Pendler: Nächste Vollsperrung auf A59 und Bahnstrecke

Stau, Stress, Stillstand auf allen Strecken: Da „bahnt“ sich der nächste Verkehrs-Kollaps an

Es dauert nicht mehr allzu lange, dann ist zumindest die erste Hälfte der A59-Sanierung zwischen Düsseldorf und Monheim geschafft. Doch bekanntlich müssen die Autofahrer dann weiterhin starke Nerven behalten, denn dann beginnen ja recht zeitnah die Bauarbeiten in der Gegenrichtung. Und das ist noch nicht alles: Wer wegen der widrigen Umstände vom Auto auf die Bahn umgestiegen ist, hat in der „Rückrunde“ ein weiteres Päckchen zu tragen: Die Zugstrecke zwischen Düsseldorf Hbf, Benrath, Langenfeld, Leverkusen und Köln wird ebenfalls gesperrt sein.

Wir haben nachgefragt: Was kommt da jetzt noch alles auf die Pendler zu?

 

Banner-anzeiger24-de-news-2026

 

Arbeiten Richtung Süden im Zeitplan

Die Autobahn GmbH Rheinland erklärt uns:

  • Die Arbeiten der ersten Bauphase befinden sich im Zeitplan und können voraussichtlich im Juni 2026 beendet werden.
  • Im Anschluss werden Restarbeiten durchgeführt. Dabei wird die fertige A59 in Fahrtrichtung Leverkusen innerhalb eines Monats abschnittsweise einstreifig wieder für den Verkehr freigegeben.
  • Danach ist die Richtungsfahrbahn wieder zweistreifig befahrbar.

Im Juli sollte also der Verkehr Richtung Süden wieder fließen – auf einer frischen Fahrbahn aus lärmoptimiertem Splittmastixasphalt (SMA 8 LA), ohne Betonplatten.

 

Zweite Phase auch unter Vollsperrung

Im Herbst 2026 beginnt dann die zweite Bauphase von Monheim Richtung Düsseldorf. Einen genauen Termin kann die Autobahn GmbH aber noch nicht benennen. Die Arbeiten sollen ebenfalls rund acht Monate dauern.

 

Die ernüchternde Nachricht dabei: Auch hier wird es wieder eine Vollsperrung geben. Mancheiner hatte gehofft, die Autobahn GmbH würde zumindest einen Fahrstreifen der neuen Fahrbahn freigeben, sodass in beiden Richtungen der Verkehr fließen könnte.
Das sei aber nicht praktikabel, erklärt uns eine Sprecherin:

  • Einspurige Richtungsfahrbahnen erweisen sich mit zunehmender Länge erfahrungsgemäß als besonders störanfällig, da bereits geringfügige, unvorhergesehene Vorkommnisse, wie etwa ‚Liegenbleiber‘ oder kleinere Unfälle, zu erheblichen verkehrlichen Kollateralschäden führen können.
  • Das Umfahren von Hindernissen sei in der Einspurigkeit i. d. R. nicht möglich, so dass nachfolgende Fahrzeuge anhalten müssen.
  • Dadurch bildet sich ein Rückstau, mit Auswirkungen auf die umliegenden Autobahnen, die A46 und die A542.
  • Der Rettungsweg für Krankenwagen werde stark eingeschränkt.
  • Bauwerke seien nicht für die dauerhafte Belastung eines Zweirichtungsverkehrs ausgelegt.
  • Der Betriebsdienst, zum Beispiel Straßenreinigung, Grünschnitt, Reparaturen, Winterdienst oder Reinigungen, könne bei einspurigen Verkehrsführungen nicht durchgeführt werden.

 

Umleitungskonzept und Bedarfsampeln sollen bleiben

Das Umleitungskonzept, das in der ersten Phase eingerichtet wurde, soll im Prinzip beibehalten werden, also weiter über die angrenzenden Autobahnen sowie die B8 in Düsseldorf-Garath und Langenfeld und das Zentrum von Hilden. Die Bedarfsampeln, die nach Angaben vieler Menschen nicht wirklich den Verkehrsstau entzerren konnten, bleiben ebenfalls im Einsatz.

 

Allerdings: „Die Planungen sind allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig abgeschlossen. Daher sind Änderungen beziehungsweise Anpassungen sowohl für die Umleitungsstrecken als auch die Bedarfsampeln möglich“, sagt die Sprecherin. „Wie auch schon in Fahrtrichtung Leverkusen befinden wir uns hierbei in enger Abstimmung mit den Städten und Kommunen, den Straßenverkehrsbehörden und den Einsatzkräften.“

 

Schienenersatzverkehr für S1, S6, RE1 und RE5

Und während die Nutzer der A59 im Sommer nur kurz durchatrmen können, bahnt sich buchstäblich die nächste Einschränkung an: Ab dem 21. August wird die Schienenstrecke zwischen der Landeshauptstadt und Köln komplett gesperrt, genauer gesagt: zwischen Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof bis zum 4. September und danach bis zum 11. Dezember 2026 „nur“ bis Oberbilk. Betroffen sind die S6 sowie des RE1 und RE5 – aber zeitweise auch die S1 zwischen Düsseldorf, Hilden und Solingen. Es werden unter anderem die Leit- und Sicherungstechnik sowie Gleise und Brücken erneuert.

 

Den Fahrgästen bleibt dann der allseits bekannte Schienenersatzverkehr (SEV). Der VRR teilt uns auf Anfrage mit, dass derzeit an der Taktung gearbeitet werde.

Klar ist aber: Die Fahrzeit wird sich dann erheblich verlängern – besonders, wenn sich die Busse dann auch durch den Verkehr auf den Umleitungsstrecken wegen der A59-Sanierung bewegen müssen.

 

Und nicht zu vergessen: Selbst nach diesen Arbeiten ist noch lange nicht Schluss. Denn das ganz große Mammut-Projekt folgt ja noch, wahrscheinlich bereits 2027: Der Ausbau der Strecke auf sechs Gleise für den 15-Minuten-Takt des RRX. Darüber haben wir bereits berichtet.

 

Nach der Baustelle ist eben vor der Baustelle. Vielleicht sollte man aber auch bei allen Nervereien einmal nach vorne blicken: Wenn eines Tages alles, oder zumindest das meiste fertig ist, werden wir uns hoffentlich daran erfreuen und diese Zeit schnell vergessen.  

Und: Wir sollten uns nicht über die ärgern, die jetzt die Autobahnen und Schienennetze wieder flott machen, sondern diejenigen, die eben das in den vergangenen Jahrzehnten verschlafen haben. 

 

Bericht: KA
Archivfotos: anzeiger24.de

 

Weitere Nachrichten gibt es unter www.anzeiger24.de und Deutschland-News

 

Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook
unter DeinHilden, DeinLangenfeld, DeinMonheim, DeinHaan oder DerLeverkusener.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.