Blitzer in Hilden: Mehr als eine Million Fahrzeuge kontrolliert

Kreis Mettmann nennt Messstandorte, Verstoßzahlen und erklärt, wohin die Einnahmen aus Bußgeldern fließen

Die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung in Hilden hat im betrachteten Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis zum 30. April 2026 insgesamt 1.178.050 Fahrzeuge erfasst. Dabei wurden 13.319 Geschwindigkeitsverstöße dokumentiert. Das entspricht einer Quote von rund 1,1 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge. Dies geht aus Antworten des Kreises Mettmann auf zwei Presseanfragen von anzeiger24.de hervor.

 

An diesen Straßen wurde gemessen

Geschwindigkeitskontrollen fanden laut Kreis unter anderem auf dem Ostring, der Hochdahler Straße, der Gerresheimer Straße, der Düsseldorfer Straße, der Kölner Straße, der Oststraße, dem Westring sowie an zahlreichen weiteren Standorten im Stadtgebiet statt. Insgesamt nennt der Kreis knapp 30 Straßen, an denen Messungen durchgeführt wurden.

 

Unbenannt-23-Edeka-Kuhland

 

Warum gerade dort geblitzt wird

Der Kreis Mettmann betont, dass die Auswahl der Messstellen gesetzlichen Vorgaben folgt. Kontrolliert werde insbesondere an sogenannten Gefahrenstellen. Dazu zählen Unfallhäufungsstellen, Bereiche mit erhöhtem Unfallrisiko sowie Straßen in der Nähe von Schulen, Kindertagesstätten, stark genutzten Fuß- und Radwegen oder Baustellen. Auch Strecken, auf denen überdurchschnittlich häufig Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden, können gezielt überwacht werden.

 

Der Kreis widerspricht dabei ausdrücklich der häufig geäußerten Annahme, sogenannte „Raserstrecken“ würden nicht überwacht. Im Gegenteil: Werden dort besonders viele Verstöße festgestellt, können sie ausdrücklich als Messstellen ausgewählt werden.

 

Laser dominiert bei der Messtechnik

Zum Einsatz kommen in Hilden stationäre, semistationäre und mobile Messanlagen. Überwiegend arbeitet der Kreis dabei mit Lasertechnik. Lediglich eine stationäre Anlage sowie ein Messfahrzeug nutzen Radartechnik.

 

Jeder 88. Fahrer war zu schnell

Von den mehr als 1,17 Millionen erfassten Fahrzeugen in Hilden wurden 13.319 wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung fotografisch dokumentiert. Eine detaillierte Auswertung nach einzelnen Standorten konnte der Kreis nicht liefern. Begründet wird dies mit dem hohen manuellen Auswertungsaufwand. Zudem müssten Verstöße immer im Verhältnis zur Dauer und Häufigkeit der jeweiligen Messungen betrachtet werden.

 

Wohin fließen die Bußgelder?

Immer wieder wird in Sozialen Netzwerken behauptet, Kommunen würden mit Blitzern gezielt Geld verdienen. Der Kreis Mettmann stellt dazu klar: Die Einnahmen hängen davon ab, welche Behörde die Messung durchgeführt hat.

Werden Verstöße durch die Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises festgestellt, fließen die Verwarnungs- und Bußgelder in die Kreiskasse.

Polizeiliche Verwarnungsgelder gehen dagegen an die Landeskasse. Kommt es zu einer gerichtlichen Entscheidung, wird die Geldbuße durch die Justizkasse eingezogen.

 

Das bedeutet konkret: „Kontrolliert die Polizei, wird der/die Fahrer:in häufig unmittelbar angehalten und erhält, sofern die Zuwiderhandlung mit einer Verwarnung geahndet werden kann, das Angebot, diese auch direkt zu begleichen. Dieses Geld fließt in die Landeskasse. Gleiches gilt auch für Zuwiderhandlungen im Verwarnungsbereich bei Geschwindigkeitsmessungen bei sogenannten Kennzeichenanzeigen, also wenn die Polizei beispielsweise bei Radarmessungen die Fahrer:innen nicht direkt anhält. Befindet sich der/die Fahrer:in bei seinem/ihrem Vergehen im Bereich eines Bußgeldes, übernimmt die Bußgeldstelle des Kreises – dann erhält die Kreiskasse das Geld.“ 

Die Kommunen Langenfeld, Monheim am Rhein und Velbert führen übrigens eigene Geschwindigkeitsmessungen durch. Die dort erzielten Einnahmen verbleiben in diesem Fall dann auch bei den Städten selber.

 

Kreisweit mehr als 5 Millionen Euro Einnahmen

Für das gesamte Kreisgebiet beziffert der Kreis Mettmann die Erträge aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung im Jahr 2025 auf rund 5,02 Millionen Euro. Eine Aufschlüsselung der Einnahmen speziell für Hilden ist aus technischen Gründen nicht möglich. Überschlägig errechnet sich jedoch ein Anteil von rund 550.000 Euro pro Jahr.

Zwei Drittel aller Verstöße bewegen sich nach Angaben des Kreises im Bereich von Verwarnungsgeldern, etwa ein Drittel führt zu einem Bußgeldverfahren.

 

Bericht: LT

Archivfotos: anzeiger24.de

 

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 

Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.