Ein Strom, unzählige Geschichten: Fotoausstellung über das Faszinosum Rhein

Journalist Helge Drafz zeigt im Hildener Kunstraum einen Teil seiner Sammlung

Als WDR-Journalist und Historiker hat Helge Drafz über viele Themen berichtet und Dokus gedreht: Politik, Kultur und Wirtschaft, vor allem in NRW. Und noch ein Motiv fasziniert ihn seit jeher: der Rhein. Was manch einem vielleicht nicht bewusst ist: In dieser Melange gibt mehr Verbindungen als man denkt. Und das macht er nun in einer aktuellen Ausstellung im Kunstraum im Gewerbepark-Süd in Hilden, Hofstraße 60, deutlich. Unter dem Titel „Was für ein Bild von einem Fluss! Der Rhein in der Fotografie“ lädt Drafz zu einer Zeitreise entlang des wohl bedeutendsten – und meistfotografiertenFlusses Deutschlands ein. Und plötzlich wird klar: Der Rhein ist nicht einfach nur ein Objekt. Er ist ein Ereignis. Und die Werkschau ist mehr als eine Ansammlung schöner Bilder.

Dieser Fluss, der sich nicht einfach durch Landschaften schlängelt, sondern durch Geschichte, Erinnerungen und Identitäten. Wer glaubt, den Rhein zu kennen, wird hier neue Facetten entdecken.

 

Foto oben: Helge Drafz und die Hildener Kulturamtsleiterin Sandra Abend 

 

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Wirtschaft, Krieg, Politik, Tourismus und Postkartenromantik – Ein Spiegel seiner Zeit

Die Ausstellung macht deutlich, wie sehr der Rhein ein Spiegel seiner Zeit war und noch immer ist. Und sie zeigt, wie Fotografie unseren Blick auf diesen Fluss geprägt hat. 

Kaum hatte die Fotografie laufen gelernt, stand der Rhein schon Modell. Bereits im Jahr 1846 soll der englische Fotopionier William Henry Fox Talbot in Koblenz die Schiffsbrücke und die Festung Ehrenbreitstein „im Kasten“ festgehalten und damit vermutlich die ersten Fotos dieses Flusses überhaupt geschossen haben. Von da an gab es kein Halten mehr.

 

Industrialisierung, Schifffahrt, Tourismus, Kriege, Wiederaufbau, Hauptstadtjahre in Bonn, Postkartenromantik und künstlerische Neuinterpretationen: Über rund 150 Jahre hinweg wurde der Rhein immer wieder neu gesehen, neu gedeutet, neu abgelichtet. Kein anderer Fluss Europas ist so umfassend dokumentiert. Generationen von Reisenden, Fotoamateuren und -künstlern, Heimatforschern, aber auch Kriegspropaganda-Fotografen saßen und standen an seinen Ufern – und ließen sich von der Magie mitreißen.

 

Ein Sammler mit Herz für das Rheinland und seine Menschen

Diese Leidenschaft teilt auch Helge Drafz. Geboren im Ruhrgebiet, aufgewachsen und zuhause zwischen Düsseldorf, Krefeld, Meerbusch und dem Niederrhein, hat er den Rhein nie als Grenze empfunden. „Ich habe fast mein ganzes Leben lang nicht ohne Grund links des Rheins gelebt, mag die Mischung aus Metropole und Provinzialität, liebe den Rhein, die Sprache, die Gelassenheit und den Pragmatismus des Niederrheiners und auch die Nähe zum benachbarten Ausland“, sagt er in seiner Eigenvorstellung beim WDR.

 

Über Jahrzehnte hat Drafz fleißig gesammelt: historische Fotografien, Dias, Plakate, Reiseführer, Prospekte, Erinnerungsstücke und vieles mehr. Zum Beispiel: Bau der A44-Brücke und der Transport des russischen Raumschiffs „Buran“ bei Düsseldorf von Ansgar Maria van Treeck, Ansichten aus Bonn und von der Mosel oder ein überdimensionales Liporello mit dem Flussverlauf.

 

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Ein wahrer Schatz, der nun teilweise in Hilden offengelegt wird. Eine Stadt, die zwar nicht am Rhein liegt, aber rheinische Lebensart versprüht.

 

Vernissage und Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Was für ein Bild von einem Fluss! Der Rhein in der Fotografie“ wird am Sonntag, 22. Februar 2026, um 11 Uhr eröffnet und läuft anschließend bis zum 17. Mai 2026.

Eintritt frei.

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 14 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags 11 bis 16 Uhr

Darüber hinaus wird es einige Sonderveranstaltungen geben, z.B. das Kunstcafé.

Der Kunstraum ist barrierefrei zugänglich.

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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