Fünf Jahre E-Scooter in Deutschland – Bilanz für Hilden: Trendfahrzeug oder Unfallgefahr?

Seit 2021 auch in der Itterstadt: Wie nervig und gefährlich sind die Elektroroller noch?

Anfangs wurden sie als die Innovation für den Stadtverkehr angepriesen. Stattdessen entwickelten sie sich zu einem nervigen Störfaktor und Unfallrisiko. Nun sind fünf Jahre vergangen, seitdem E-Scooter als offizielles Kleinstfahrzeug auf den deutschen Straßen zugelassen worden sind. Der ADAC hat zuletzt eine gemischte Bilanz gezogen: Einerseits sind sie praktisch für kleinere Strecken, andererseits sorgten insbesondere die Leih-Roller, bzw. deren Nutzerinnen und Nutzer, für Ärger. Außerdem seien die Unfälle – sogar mit tödlichem Ende – stark angestiegen, heißt es weiter. Mehr erfahren.

Seit dem Frühjahr 2021 haben auch in Hilden einige Verleihfirmen eine Lizenz. Und in der Startphase gab es ebenfalls viele Konflikte.

Wie sieht die Situation inzwischen aus? Welche Erfahrungen hat die Stadt gemacht? Haben wir nachgefragt.

 

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Rathaus: „Behinderndes Abstellen und Fahrten in Verbotszonen rückläufig“

In Hilden sind derzeit noch die Verleihfirmen Bolt, Lime und Tier auf dem Markt. Und deren Kontingent wurde durch die Stadtverwaltung begrenzt: „Durch gezeichnete Selbstverpflichtungserklärungen darf jeder Anbieter 50 E-Scooter in Hilden abstellen“, erklärt uns das Rathaus. „Durch ‚Überschwapp-Effekte‘ angrenzender Städte kann diese Zahl leicht abweichen. Im kompletten Stadtgebiet darf jedoch die Gesamtsumme von 200 E-Scootern nicht überschritten werden.“

 

Eine weitere Regel: Es gibt speziell ausgewiesene Abstell- und Nutzungs-Verbotszonen, zum Beispiel in der Fußgängerzone, an den Friedhöfen, Schulgeländen oder im Stadtpark und Stadtwald. 

 

Und wie ist es bisher gelaufen? „Die bislang gemachten Erfahrungen sind positiv“, antwortet die Stadt Hilden auf unsere Anfrage: „Frühere Hinweise auf behinderndes Abstellen sowie auf unzulässige Fahrten innerhalb der Verbotszonen sind rückläufig.“

 

Die meisten Unfälle im Kreis gab es in Langenfeld und Hilden 

Und viele Unfälle gab es? In der Statistik der Kreispolizei Mettmann haben wir dazu keine konkreten Zahlen gefunden. Daher haben wir die Polizeimeldungen seit der Einführung der Verleihsysteme in Hilden durchforstet – wobei wir davon ausgehen, dass nicht über jeden Unfall berichtet wird.

 

Dabei haben wir acht Fälle entdeckt, bei denen E-Scooter-Nutzerinnen oder -Nutzer in einen Unfall in Hilden verwickelt waren  (sowohl als Verursacher als auch Opfer) oder gegen Verkehrsregeln verstoßen haben:
18. April 202425. August 20232. Oktober 2022 / 19. September 2022 / 12. September 2022 / 5. September 2022 / 17. März 2022 und 8. Juni 2021

 

Es gab also eine „Hochphase“ vor zwei Jahren, quasi noch im „Anfangsstadium“. Zugegeben: dies ist eine sehr vereinfachte Betrachtungsweise. Trotzdem kann man feststellen: Die Unglücksfälle haben offenbar tendenziell abgenommen.

 

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Außerdem fiel uns auf, dass kreisweit die meisten Unfälle im Zusammenhang mit E-Scootern in Langenfeld passiert sind – 14 Meldungen haben wir bei den Polizeiberichten gefunden, alleine acht in 2023 und 2024. Andere Städte kommen verhältnismäßig selten vor.

 

Fazit: Hilden steht, bzw. stand – grob betrachtet – im Ranking der Kreis-Mettmann-Städte auf Platz 2 bei Unfällen mit E-Scootern, wobei dies seit 2023 stark nachgelassen hat.

 

Also alles nicht mehr so schlimm…?

Bericht: Achim Kaemmerer
Archivfoto: anzeiger24.de

 


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