Gewerbesteuer macht Hoffnung – Hilden bleibt trotzdem auf Sparkurs

Positive Steuersignale, aber steigende Zinsen kosten 75.000 Euro

Erst am vergangenen Donnerstag hatten wir berichtet, dass das Defizit der Stadt Hilden für das Haushaltsjahr 2025 voraussichtlich um 6,7 Millionen Euro geringer ausfällt als ursprünglich geplant. Doch der Blick richtet sich nun auch verstärkt auf das laufende Jahr. Der auf der letzten Ratssitzung veröffentlichte Bewirtschaftungsbericht 2026 und die Antworten der Stadt auf eine unsere Anfrage dazu zeigen: Die Gewerbesteuer entwickelt sich positiv, dennoch sieht die Verwaltung keinen Anlass zur Entwarnung.

 

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Positive Entwicklung bei der Gewerbesteuer

Bereits Ende Juni hatten wir die Stadt gefragt, ob es neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen gibt und welche Auswirkungen die neuerliche Zinsentwicklung auf den Haushalt hat.

Die Antwort des Kämmerers fiel vorsichtig aus. Die Gewerbesteuer sei eine der am schwersten planbaren Einnahmequellen einer Kommune. Schon eine nachträgliche Korrektur eines einzelnen Unternehmens könne die Einnahmesituation erheblich verändern, da Steuerbescheide häufig mehrere Jahre rückwirkend angepasst würden. Deshalb seien Momentaufnahmen nur eingeschränkt aussagekräftig.

Im jetzt vorgelegten Bewirtschaftungsbericht bestätigt die Verwaltung jedoch, dass sich bei den Gewerbesteuereinnahmen derzeit eine positive Tendenz erkennen lasse.

 

Trotzdem bleibt die Stadt auf der Bremse

Wer nun auf eine deutliche Entspannung der Finanzlage hofft, dürfte allerdings enttäuscht werden. Bürgermeister Dr. Claus Pommer macht in seinem Bericht deutlich, dass derzeit keine gesicherte Prognose für das Jahresergebnis 2026 möglich sei.

Als Grund nennt die Verwaltung vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialausgaben. Gerade in diesem Bereich könnten jederzeit erhebliche Mehrkosten entstehen, die die positiven Entwicklungen bei den Steuereinnahmen schnell wieder aufzehren.

 

Jeder Euro soll auf den Prüfstand

Eine formelle Haushaltssperre hält Bürgermeister Pommer aktuell zwar nicht für sinnvoll. Sie würde nämlich an den eigentlichen Problemen wenig ändern, weil ein Großteil der Ausgaben ohnehin gesetzlich vorgeschrieben sei. Stattdessen fordert die Verwaltung alle Fachämter auf, künftig noch sorgfältiger mit Haushaltsmitteln umzugehen. Jede zusätzliche Ausgabe müsse kritisch hinterfragt werden. Einsparungen sollen künftig konsequent dazu genutzt werden, das Defizit weiter zu verringern, anstatt neue Projekte zu finanzieren.

 

Auch die Zinsen bleiben ein Thema

Aufgrund des kürzlichen Anstiegs der Zinsen haben wir nach dessen Auswirkungen für die Stadt gefragt. Tatsächlich haben sich die Konditionen für kurzfristige Kredite zuletzt um 0,25 Prozentpunkte verschlechtert. Bei einem Liquiditätskredit von 30 Millionen Euro entspricht das einer Mehrbelastung von rund 75.000 Euro pro Jahr. Nach Angaben der Stadt könne dieser Betrag derzeit jedoch durch ein aktives Liquiditätsmanagement aufgefangen werden. Auswirkungen auf den laufenden Haushalt sieht die Verwaltung momentan nicht.

 

Positive Signale – aber keine Trendwende

Der Bewirtschaftungsbericht macht deutlich, dass die Verwaltung die aktuelle Entwicklung zwar als ermutigend bewertet, daraus aber bewusst keine Trendwende ableitet.

 

Die steigenden Gewerbesteuereinnahmen sind aus Sicht der Stadt ein positives Signal. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Unsicherheit groß. Solange insbesondere die Pflichtausgaben schneller wachsen als die Einnahmen, will Hilden an seinem konsequenten Sparkurs festhalten. Genau dieses Bild zeichnen sowohl der aktuelle Bewirtschaftungsbericht 2026 als auch die Antworten der Stadt auf die unsere Anfrage.

 

Bericht: LT

 

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