Grundsteuer-Schock bei Denkmal: Hebesatz verdreifacht – Eigentümerin: „Keine Wertschätzung“

Privates Kückeshaus: Kosten steigen – Erhalt bald unbezahlbar?

Für viele Immobilieneigentümer war der erste Bescheid nach der Grundsteuerreform ein Schock, weil die Hebesätze so drastisch erhöht  wurden. So erging es auch Dr. Stefanie Breuers aus Hilden. Erschwerend kommt in ihrem Fall hinzu: Die Seniorin ist Inhaberin eines Baudenkmals, nämlich des Kückeshauses an der Ecke Schwanenstraße/Eisengasse. Ein Hingucker und beliebtes Fotomotiv in der Altstadt an der Itter – aber auch ein sehr aufwendiges und kostenintensives Objekt. 

Und nun weiß sie mittlerweile nicht mehr, wie sie den Erhalt finanziell stemmen soll. Der Grund: Der zu zahlende Betrag habe sich von 298 auf rund 810 Euro erhöht, also fast verdreifacht.

 

Unbenannt-13-Apoland

 

In Remscheid gibt es Nachlässe – in Hilden fehlt Passus in Satzung – „Kein Interesse?“

„So entsteht der Eindruck, dass Denkmalschutz zwar öffentlich gefeiert (gemeint ist der Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026, an dem sie auch teilnimmt, Anm.d.Red.), aber privat finanziert wird“, erklärt Breuers. „Das ist keine Wertschätzung von Baudenkmälern.“

Sie mache keine „Gewinne“, etwa durch Vermietung oder kommerzielle Nutzung. Aber dafür habe sie immer höhere Kosten – und nun kommt das Finanzamt noch hinzu.

 

Dabei würden andere Städte zeigen, wie es anders gehen könnte. Zum Beispiel in Remscheid.
Dort können Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden einen Erlass oder eine Ermäßigung in Anspruch nehmen, wenn sie beispielsweise „im Sinnes des jeweiligen Landesdenkmalschutzgesetzes sind“ oder „wenn die Kosten zur Erhaltung eines Kulturdenkmals die erzielbaren Erträge übersteigen“.

Einen solchen Passus gäbe es in der Denkmalschutz-Verordnung von Hilden nicht, beklagt Breuers und meint: „Keine Institution, Behörde oder Partei hat offensichtlich Interesse am Unterhalt und Erhalt von Denkmälern.“

 

Verwaltung und Politik gefordert?

Denkmäler seien daher „langsam unbezahlbar“, obwohl sie als „wertvoll und unersetzlich“ für die Stadtkultur gelten. Daher fordert sie: „Wenn wir wollen, dass Baudenkmäler auch in Zukunft Teil unserer Stadt bleiben, dann muss die Stadt bereit sein, ihren Erhalt auch finanziell mitzudenken.“ Sonst gäbe es irgendwann „immer weniger Denkmäler, die wir feiern können.“

 

Hilden-Eigenwerbung2026

 

Die Botschaft scheint angekommen zu seien. Nun soll die Stadt das Gespräch suchen.
Doch vielleicht ist auch die Politik jetzt einmal gefordert, sich Gedanken über eine Änderung im Umgang mit Denkmälern zu machen.

 

Bericht: KA
Foto: Archiv anzeiger24.de

 

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 

Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.