Grundsteuer: Warum Unternehmen profitieren – andererseits aber wieder belastet werden

Bald kommen die neuen Bescheide – um wie viel teurer wird Wohnen?

Der Rat der Stadt hat vor zwei Wochen einen neuen, einheitlichen Grundsteuersatz beschlossen. In den kommenden Tagen erhalten alle Grundstückseigentümer ihre Bescheide für das Jahr 2026. Wie bereits im Vorfeld erwartet, steigen die Kosten für Wohnraum. Eigentümer und Mieter müssen mit einer Mehrbelastung von rund 20 Prozent rechnen.

Im Verhältnis zu den gesamten Betriebskosten bleibt diese Erhöhung jedoch überschaubar. Für eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung ergeben sich lediglich Mehrkosten von etwa 60 Euro im Jahr.

 

Muttertag-Hilden-Gutschein-2026

 

Entlastung für Gewerbeimmobilien

Was vielen Bürgerinnen und Bürgern allerdings nicht klar ist – und auch nicht wirklich von der Stadt Hilden kommuniziert wird: Gewerbliche Immobilien werden günstiger. Insgesamt ergibt sich eine Entlastung von rund 2,3 Millionen Euro.

Grund ist die neue gesetzliche Grundlage zur Berechnung der Grundsteuer. Sie enthält einen Konstruktionsfehler: Gewerberaum wurde im Verhältnis zu Wohnraum günstiger bewertet, ohne dass Kommunen darauf Einfluss hätten nehmen können.

 

Höhere Gewerbesteuer relativiert die Entlastung wieder

Das alles hilft den Betrieben aber auch nicht unbedingt, denn: Die Entlastung bei der Grundsteuer wird in Hilden durch eine gleichzeitige Erhöhung der Gewerbesteuer mehr als ausgeglichen. Unternehmen müssen nämlich zukünftig mehr als 3,1 Millionen Euro zusätzlich zahlen.

Unter dem Strich ergibt sich für die Wirtschaft eine Mehrbelastung von über 800.000 Euro. Das entspricht einer vergleichsweise moderaten Steigerung (Gewerbesteuer ./. Grundsteuer) von rund 2 Prozent.

 

Warnungen waren möglicherweise verfrüht

Die Erhöhung der Gewerbesteuer war Thema einer intensiven Diskussion im Stadtrat. Vor allem bei FDP und AfD wurde die Sorge geäußert, Unternehmen könnten abgeschreckt werden und Arbeitsplätze verloren gehen. Dabei blieb jedoch weitgehend unberücksichtigt, dass Unternehmen gleichzeitig von der gesenkten Grundsteuer profitieren.

Insgesamt fällt die zusätzliche Belastung daher moderat aus und gilt als wirtschaftlich verkraftbar.

 

Bericht: LT
Fotos/Montage: anzeiger24.de / KI generiert

 

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 

Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.