
***Kommentar***
Die Hildener Grünen wollen die Preise für Anwohnerparkausweise zukünftig nach Fahrzeuggröße staffeln. Darüber hatten wir berichtet. Der Vorstoß hat auf den ersten Blick Charme: Wer mit einem großen Auto mehr öffentlichen Raum beansprucht, soll auch mehr zahlen. Das folgt dem Verursacherprinzip und klingt nach mehr Gerechtigkeit.
Auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch: Das Modell ist rechtlich und praktisch kaum realistisch.
Zwar haben Kommunen seit einer Reform des Straßenverkehrsrechts mehr Spielraum bei der Festsetzung von Bewohnerparkgebühren. Doch Gerichte – unter anderem das Bundesverwaltungsgericht – haben klargestellt: Gebühren müssen verhältnismäßig bleiben und dürfen nicht zum verkappten Lenkungsinstrument oder zur reinen Haushaltsquelle werden.
Ein flächenbezogenes Modell wirft gleich mehrere Probleme auf:
- Gleichheitsfrage: Wenn die Stadt überwiegend einheitlich große Parkflächen bereitstellt, ist es schwer zu begründen, warum für denselben Stellplatz unterschiedlich hohe Gebühren verlangt werden sollen.
- Verwaltungsaufwand: Individuelle Flächenberechnung nach Fahrzeugschein, IT-Anpassungen, Prüfungen, Widersprüche – der Aufwand wäre erheblich.
- Soziale Staffelung: Eine zusätzliche soziale Komponente macht das Modell noch komplexer und rechtlich angreifbarer.
- Wirtschaftlichkeit: Hohe Prüf- und Umsetzungskosten könnten die erwarteten Mehreinnahmen schnell relativieren.
Unterm Strich bleibt: Der Ansatz wirkt politisch attraktiv und symbolisch stark. In der konkreten Umsetzung droht er jedoch an rechtlichen Hürden, Verwaltungsrealität und Wirtschaftlichkeitsfragen zu scheitern.
Bericht: LT
Foto: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an
oder als Kommentar bei Facebook.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.
