Neue Erleuchtung oder alter Spruch? Politik auf der Suche nach Erleuchtung

Was wird aus dem einst so beliebten Stadtmarketing-Claim? CDU und SPD legen verschiedene Anträge vor

Ein Hingucker, ein Statement für den Standort und ein allseits bekannter Willkommens-Gruß an die shoppingfreudigen Besucher der Mittelstraße. So wurde stets der Claim „Hilden – was liegt näher!“ betrachtet. Doch wie berichtet, ließ die Stadt Hilden im November 2025 die Leuchtschrift am Zugang Fritz-Gressard-Platz abhängen. Bereits Jahre zuvor wurde die Anlage am anderen Ende – Hochdahler Straße – entfernt. Die Mitglieder des Rates waren davon nicht angetan und wünschen sich nun eine Neubelebung des „Markenzeichens“ der Hildener Einkaufsmeile.

Nun liegen zwei unterschiedliche und teilweise gegensätzliche Anträge von SPD und CDU vor, die im Wirtschaftsausschuss am 4. März 2026 beraten werden. Welcher wird nun eine Mehrheit bekommen?

 

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SPD: Spruch beibehalten, nur Leuchten modernisieren

Die SPD-Fraktion würde gerne den Spruch „Hilden – was liegt näher“ beibehalten. Der alte Leuchtbanner sollte dann lediglich mit moderner, energiesparender LED-Technik ausgestattet werden. Der Stadtmarketing e.V. (nicht zu verwechseln mit dem neuen Citymanagement im Rathaus) hatte sich sogar bereit erklärt, die Kosten für den Re-Fresh zu übernehmen. Die Strom- und Unterhaltungskosten sollte aber die Stadt Hilden tragen – so die Idee.

 

Die SPD findet: „Die Leuchtschrift ist ein emotional verankertes Wahrzeichen der Stadt. Ihre Wiederaufhängung setzt ein sichtbares Zeichen für Kontinuität, lokale Identität und die Wertschätzung gewachsener Stadtgeschichte. Der Claim besteht seit Jahrzehnten und verbindet Nähe, Zentralität und Lebensqualität auf prägnante Weise. (…) Die sichtbare Präsenz der Leuchtschrift in Kombination mit einer konsequenten Markenführung steigert Aufmerksamkeit, Aufenthaltsqualität und Besucherfrequenz. Eine klare Markenbotschaft unterstützt zudem den lokalen Handel und die Positionierung der Innenstadt.“

 

Das sieht die Stadtverwaltung allerdings anders. In ihrer Stellungnahme zum Antrag heißt es unter anderem: „Der Slogan ist – mit Ausnahme des Lichtbanners – seit 20 Jahre nicht mehr präsent, ist grafisch nicht modern und – anders als noch in den 90er Jahren – werden allgemeine, inhaltlich feststehende und wenig aussagekräftige Slogans im Stadtmarketing nicht mehr als zeitgemäß und auch nicht als zielführend für eine Markenidentität betrachtet.“

Die Verwaltung empfiehlt daher, den Banner und den Slogan nicht wieder aufleben zu lassen.

 

CDU: Kosten für neues Lichttransparent prüfen

Die CDU will einen etwas anderen Weg gehen. Die Fraktion beantragt, „die Möglichkeiten zur Realisierung von neuen, zeitgemäßen Leuchttransparenten an den Eingängen zur Fußgängerzone (insbesondere im Bereich des Fritz-Gressard-Platzes sowie im Bereich der Gabelung) zu prüfen.“

Die Verwaltung solle dafür „voraussichtliche Investitionskosten für zwei oder mehr Leuchtinstallationen“, „mögliche Einsparpotenziale durch moderne, energieeffiziente Technik“ sowie „mögliche Finanzierungs- und Fördermodelle“ entwickeln, eine Machbarkeitsstudie erstellen und einen Gestaltungsprozess mit Bürgerbeteiligung initiieren.

 

„Aus Sicht der CDU-Fraktion greift eine ersatzlose Entfernung der Leuchttransparente daher zu kurz“, heißt es in dem Antragtext weiter. „Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs zwischen Innenstädten sollten identitätsstiftende Gestaltungselemente nicht ohne Prüfung aufgegeben werden. Ein Verzicht auf gestalterische Maßnahmen birgt langfristig das Risiko von Attraktivitätsverlusten für den lokalen Handel, Aufenthaltsqualität und Stadtimage.“

 

Klingt etwas aufwendiger als das bloße Aufhängen und Pflegen der alten Leuchtschrift, was die SPD ja bevorzugt. Doch die Verwaltung zeigt sich diesem Antrag gegenüber aufgeschlossener: „Mit einem modernisierten Schriftzug / Logo kann solch ein Leuchttransparent zur stärkeren Identifikation mit Hilden und seiner Innenstadt beitragen“, heißt es in der Stellungnahme. „Ein neu konstruiertes Leuchttransparent käme mutmaßlich auch mit einer optisch schlankeren Halterung aus. (…) Der Antrag wird positiv gesehen und befürwortet.“

Allerdings wird dieser Vorschlag auch wieder neue Kosten verursachen. Die Stadtverwaltung will daher ein paar Angebote einholen.

 

Was aus dem Antrag nicht hervorgeht: Soll der Claim „Hilden – Was liegt näher“ nun erhalten bleiben (wie es die SPD wünscht), oder nicht?

Wir fragen nach. Mit-Antragsteller und CDU-Ratsmitglied Philipp Wiese erklärt: „Die Bewertung [der Verwaltung] finde ich nachvollziehbar. Gleichwohl fand ich das zuletzt verbliebene Leuchttransparent durchaus charmant, weil es über viele Jahre ein prägendes Element des Stadtbildes war. Das Abhängen habe ich deshalb sehr kritisch gesehen.“

 

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In dem Antrag gehe es auch vielmehr „um eine nicht allzu aufwendige interne Prüfung durch die Verwaltung“, betont der Lokalpolitiker. „Gerade in Zeiten knapper Kassen ist es verantwortungsvoll, zunächst belastbare Zahlen zu Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten sowie zu möglichen Einsparungen durch moderne, energieeffiziente Technik vorzulegen, bevor man voreilig etwas beantragt.“

 

Die Fraktion wolle das Prüfergebnis abwarten und dann „ergebnisoffen entscheiden und dabei selbstverständlich die Haushaltslage berücksichtigen“, so Wiese. „Gleichzeitig gilt: Wenn sich zeigt, dass mit vertretbarem Mitteleinsatz ein neues, identitätsstiftendes und modernes Gestaltungselement für die Eingänge unserer Fußgängerzone möglich ist, sollten wir diese Chance nicht vorschnell ausschließen. Die Eingangsbereiche prägen den ersten Eindruck unserer Innenstadt maßgeblich.“

 

Nun hängt es also an den anderen kleineren Fraktionen: Welcher Antrag soll eine Mehrheit bekommen…?

 

Bericht: KA
Archivfoto: anzeiger24.de

 

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