Neue VRR-Tarifreform: Auf Hildener Fahrgäste wartet eine böse Überraschung

Neue VRR-Regel trifft Hildener Pendler: Kurze Fahrten jetzt doppelt so teuer

Seit heut gilt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die zweite Stufe der großen Tarifreform. Ziel des Verbunds ist es, das Tarifsystem einfacher und übersichtlicher zu gestalten. Für viele Fahrgäste in Hilden könnte die Umstellung jedoch spürbare Mehrkosten mit sich bringen, insbesondere bei kurzen Fahrten über die Stadtgrenze nach Düsseldorf.

 

Bisherige Ausnahmeregel fällt weg

Kern der Reform ist die Abschaffung der sogenannten Wabenstruktur und des bisherigen Zwei-Waben-Tarifs. Dieses System hatte jahrzehntelang dafür gesorgt, dass kurze Fahrten in benachbarte Städte nicht automatisch in eine höhere Preisstufe fielen.

Wer beispielsweise von einem Randbereich Düsseldorfs nach Hilden oder umgekehrt unterwegs war, konnte bislang häufig noch mit einem Ticket der Preisstufe A fahren. Diese Möglichkeit entfällt nun vollständig. Künftig gilt grundsätzlich: Sobald eine Fahrt in ein benachbartes Tarifgebiet führt, wird Preisstufe B fällig. Der VRR begründet den Schritt mit einer Vereinfachung des Tarifsystems und einer deutlich geringeren Nutzung des bisherigen Zwei-Waben-Modells. Zudem verweist der Verbund auf die zunehmende Verbreitung des Deutschlandtickets und digitaler Tarife.

 

Hildener besonders bei Fahrten nach Düsseldorf betroffen

Für Hildener zeigen sich die Auswirkungen vor allem auf Verbindungen in die Landeshauptstadt. Besonders betroffen sind Fahrgäste, die nur gelegentlich Bus oder Bahn nutzen und keine Zeitkarte besitzen. So verteuern sich beispielsweise Fahrten mit den Rheinbahn-Linien 782 und 785 zwischen Düsseldorf und Hilden deutlich. Auch kurze Fahrten mit der S-Bahn-Linie S1 zwischen Düsseldorf-Eller und Hilden fallen nun in die höhere Preisstufe. Selbst bei relativ kurzen Strecken wird dadurch statt eines Tickets für 3,80 Euro künftig ein Ticket für 7,80 Euro benötigt.

Adolfs-Boxenshopp

Für Hildener, die regelmäßig zum Einkaufen, für Arzttermine, Behördengänge oder Freizeitaktivitäten nach Düsseldorf fahren, kann sich das schnell bemerkbar machen. Während Pendler häufig bereits ein Deutschlandticket besitzen, dürften insbesondere Gelegenheitsfahrer die Änderungen direkt im Geldbeutel spüren.

 

Preissteigerung von mehr als 100 Prozent möglich

Die Reform sorgt auch bei Fahrgastverbänden für Diskussionen. Kritiker weisen darauf hin, dass vor allem kurze grenzüberschreitende Fahrten benachteiligt werden könnten. Beispiele aus dem Bergischen Städtedreieck zeigen, dass einzelne Verbindungen durch den Wegfall des Zwei-Waben-Tarifs um mehr als 100 Prozent teurer werden. Als vergleichbarer Fall wird unter anderem die Strecke von nach Hilden nach Solingen-Wald genannt, die künftig ebenfalls in die höhere Preisstufe fällt.

Gerade in dicht besiedelten Regionen mit vielen Stadtgrenzen entstehen dadurch neue Tarifhürden. Für Fahrgäste spielt die tatsächliche Entfernung oft nur eine untergeordnete Rolle, denn entscheidend wird künftig vor allem, ob eine Stadtgrenze überschritten wird.

 

VRR empfiehlt digitale Alternativen

Der VRR verweist als Alternative auf den digitalen Tarif „eezy.nrw“. Dabei erfolgt die Abrechnung nicht nach Tarifzonen, sondern nach der tatsächlich zurückgelegten Strecke. Fahrgäste checken per Smartphone-App beim Einstieg ein und beim Ausstieg wieder aus.

Nach Angaben verschiedener Verkehrsunternehmen liegen die Kosten mit der eezy APP bei vielen kurzen Fahrten deutlich unter dem Preis eines klassischen Einzeltickets der Preisstufe B. Für Nutzer, die nur gelegentlich zwischen Hilden und Düsseldorf unterwegs sind, könnte dies künftig die günstigere Lösung sein.

 

Quelle: VRR


Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

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