
Der Ohligser Weg im Hildener Süden ist eine in einem desolaten Zustand. Die Straße wurde nie fachgerecht hergestellt, es fehlen ein normgerechter, frostsicherer Unterbau und entsprechende Tragschichten. Das soll sich nun ändern: „Ein grundhafter Neuausbau (erstmalige Erschließung) ist unumgänglich“, sagt die Stadtverwaltung. Im Ausschuss für technische Infrastruktur am 17. September 2026 werden nun drei Varianten präsentiert.
Anlieger dürften sich freuen, dass hier etwas passieren soll. Allerdings könnten auch hohe Kosten auf sie zukommen.
Bäume erhalten, Rad- und Gehwege sichern, Starkregenvorsorge betreiben
„Der vorhandene Straßenkörper besitzt nicht die erforderliche Tragfähigkeit, um den heutigen Verkehrsbelastungen [von 4.500 Kfz pro Tag] standzuhalten“, heißt es in der Abstimmungsvorlage. „Dies führt zu fortschreitenden und tiefgreifenden Substanzschäden an der Fahrbahnoberfläche.“
Daher wurden folgende Maßnahmen erarbeitet:
Variante 1: Fortführung der aus Richtung Solingen kommenden Radverkehrsinfrastruktur, lückenlose Verbindung für den interkommunalen Radverkehr und Erhalt der südlichen Baumreihe.
Variante 2: Bestandsorientierter Ausbau; wäre allerdings wegen der technischen Richtlinien (RASt 06, Straßenbreite unter 6 Metern) nicht mehr zulässig.
Variante 3: Barrierefreie Gehwege (2,50 m nach EFA) und Mischverkehr auf der Fahrbahn, eingeengter Straßenquerschnitt im westlichen Teil, um den Baumbestand zu schützen.
Mehr Details kann man hier einsehen.
Favorit der Verwaltung ist Variante 1, da diese die Verkehrssicherheit und den Lückenschluss vereint: „Bei einer hohen Belastung (…) bietet der Zweirichtungsradweg den besten Schutz für den Radverkehr. Da der Ohligser Weg als zentrale Anbindung an die Ohligser Heide und den Kinderspielplatz Engelsberger Hof dient, besteht hier ein hohes Aufkommen an besonders schutzbedürftigen und jungen Radfahrenden“, so die Begründung.
Variante 3 sei „ebenfalls fachlich vertretbar und denkbar, da sie durch lokale Fahrbahneinengungen einen Kompromiss zwischen normgerechten Gehwegen und Baumerhalt schafft.“
In jedem Fall sollen Klimaschutzziele eingehalten, Starkregenvorsorge betrieben und eine wassersensible Straßenraumgestaltung geschaffen werden sowie der „wertvolle, ortsbildprägende Baumbestand“ erhalten bleiben.
Regenwasser soll in Nebenflächen und Retentionszonen fließen
„Die Varianten unterscheiden sich lediglich darin, an welchen Stellen aufgrund konkurrierender Schutzgüter (wie der Verkehrssicherheit, der Barrierefreiheit oder der unterirdischen Infrastruktur) abgewogen und planerische Kompromisse eingegangen werden müssen“, schreibt das Rathaus. „Zusätzlich soll die erstmalige Erschließung genutzt werden, um den Straßenraum wassersensibel im Sinne der Klimaanpassung (‚Schwammstadt‘) zukunftsfähig zu gestalten. (…) Das saubere, nicht behandlungsbedürftige Niederschlagswasser soll nicht mehr kanalisiert abgeleitet, sondern über versickerungsfähige Nebenflächen und begrünte Retentionszonen (z.B. multifunktionale Baumquartiere / Baumrigolen) gezielt vor Ort zurückgehalten und versickert werden oder verdunsten. Dies entlastet das Kanalnetz bei Starkregen und verbessert das Mikroklima nachhaltig.“
Die ermittelte Investitionskostenschätzung beläuft sich auf einen Richtwert von rund 230 – 260 Euro/m². Etwaige Folgekosten für den laufenden Unterhalt sowie Abschreibungen (AfA) sind in diesem Preis nicht enthalten.
Anlieger sollen Erschließungsbeiträge zahlen
Es sollen Fördermittel zur finanziellen Unterstützung generiert werden. Allerdings sollen sich auch die Immobilienbesitzer an den Kosten beteiligen: „Da es sich um eine erstmalige Herstellung der Straße handelt, ist zudem ein Anteil von 90% der anderweitig nicht gedeckten Grundstücks-, Planungs- und Baukosten gemäß §§ 127ff Baugesetzbuch und der städtischen Erschließungsbeitragssatzung von den Eigentümern der an dieser Straße angrenzenden Grundstücke zu tragen, für die eine bauliche oder gewerbliche Nutzung festgesetzt ist bzw. die entsprechend genutzt werden dürfen“, erklärt die Verwaltung weiter.
Das könnte zu Diskussionen führen.
Nun aber ist erst einmal die Politik am Zuge.
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
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