Rat genehmigt neues Spezialfahrzeug für über 350.000 Euro

Wozu braucht Hilden eine Wasserrettungsstaffel?

Der Rat der Stadt Hilden hat die Anschaffung eines neuen Gerätewagens für die Wasserrettung der Feuerwehr beschlossen. Das Spezialfahrzeug kostet mehr als 350.000 Euro. Die Entscheidung sorgt für Diskussionen, denn Hilden verfügt selbst weder über einen größeren Fluss noch über ein bedeutendes Gewässer. Wir haben nachgefragt.

 

13 ehrenamtliche Einsatztaucher

 Nach Angaben der Stadt besteht die Tauchergruppe aktuell aus 13 ehrenamtlichen Feuerwehr-Einsatztauchern. Drei Mitglieder besitzen zusätzlich die Qualifikation als Feuerwehr-Lehrtaucher. Die Mitglieder der Einheit übernehmen diese Aufgabe zusätzlich zu ihrem regulären Dienst innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Hilden.

Laut Stadt entstehen deshalb kaum zusätzliche Personalkosten. Auch Aus- und Fortbildung würden überwiegend ehrenamtlich oder über das Land NRW organisiert. Für Einsätze erhalten die Taucher lediglich sogenannte Erschwerniszulagen. Diese summieren sich laut Verwaltung auf rund 1.000 Euro jährlich.

 

Laufende Kosten vergleichsweise gering

 Die jährlichen Sachkosten für Ersatzteile und Wartung der Ausrüstung gibt die Stadt mit rund 5.000 Euro an. Das bisherige Fahrzeug der Wasserrettung sei inzwischen vollständig abgeschrieben und verursache daher aktuell keine Abschreibungskosten mehr.

Mit der Anschaffung des neuen Gerätewagens kommt nun allerdings eine größere Investition auf die Stadt zu. Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage stellt sich deshalb für manche Bürger die Frage, ob eine eigene Wasserrettungsstaffel für Hilden weiterhin notwendig ist.

 
Feingusti-by-Casaluci


Einsätze überwiegend außerhalb Hildens

 Die Wasserrettungs- und Tauchergruppe war in den vergangenen Jahren zwischen sechs- und dreizehnmal jährlich im Einsatz. Laut Stadt handelte es sich dabei überwiegend um Einsätze im Rhein oder an Seen. Häufig gehe es um Personen, die im Rhein treiben und außerhalb der Fahrrinne gerettet oder geborgen werden müssten.

Bei solchen Einsätzen arbeitet Hilden unter anderem mit der Feuerwehr Monheim zusammen. Während Monheim mit einem Boot die Rettung auf der Fahrrinne übernimmt, werden die Hildener Taucher außerhalb der Fahrrinne eingesetzt.

 

Teil eines Kreiskonzeptes

 Die Stadt verweist darauf, dass die Taucherstaffel Teil eines kreisweiten Feuerwehrkonzeptes sei. Nicht jede Stadt im Kreis Mettmann halte sämtliche Sonderfahrzeuge und Spezialeinheiten selbst vor. Stattdessen seien bestimmte Aufgaben auf verschiedene Städte verteilt worden. Hilden übernehme dabei die Wasserrettung und Taucherstaffel. Andere Städte würden im Gegenzug Spezialaufgaben wie Waldbrandbekämpfung oder besondere Löschwasserkonzepte übernehmen.

Nach Angaben der Feuerwehr gehört die Taucherstaffel fest zur Alarm- und Ausrückeordnung des Kreises Mettmann.

 

Diskussion über Nutzen und Kosten

 Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer weist darauf hin, dass die Tauchergruppe häufig auch schwierige Bergungseinsätze übernehmen müsse. Oft könnten Menschen aber nicht mehr lebend gerettet werden. Dann müssten die Einsatzkräfte Menschen „nur noch“ bergen. Eine sehr belastende Aufgabe, die aber ebenfalls zum Auftrag der Feuerwehr gehört.

 

Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de – KI generiertes Bild

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