
Trotz Rekordverschuldung will die Stadt Hilden mehrere Sportstätten sanieren. Die Kosten sollen den Haushalt allerdings nicht allzusehr belasten. Denn die Stadt hat die Möglichkeit, aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) Zuschüsse zu beantragen. Aus dem Topf des Sondervermögens von rund 333 Millionen Euro können Projekte „für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Integration sowie Nachhaltigkeit, energetische Sanierung und Barrierefreiheit“ gefördert werden, erklärt das Rathaus.
Der Stadtrat hat nun im Dezember 2025 mehrheitlich (bei Enthaltungen von Bürgeraktion und Piratenpartei) beschlossen, dass die Stadt Hilden für fünf Maßnahmen je einen entsprechenden Förderantrag stellen soll. Eine wurde abgelehnt.
Dr. Ellen-Wiederhold-Sporthalle
Die Dreifachsporthalle und die Gymnastikhalle des städtischen Gymnasiums aus dem Jahr 1974 sollen energetisch modernisiert und saniert werden.
Das Dach soll mit einer Photovoltaik erneuert werden.
Die Stätte soll außerdem barrierefrei ausgestattet werden.
Die Kostenschätzung geht von 3,5 Millionen Euro brutto aus.
Bei einer Bewilligung der Förderung könnten sich die Kosten für die Stadt auf 1.925.000 Euro reduzieren.
Zeitplan:
2026/2027: Planung, Ausschreibung, Baubeginn
2027/2028: Umsetzung der Sanierung (beginnend mit Dach und energetischer Hülle)
2028: Abschluss der Baumaßnahme
2029: Schlussrechnung und Projektabschluss
Sporthalle Schützenstraße
Das Gebäude aus den 60er Jahren ist seit langem marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Eine Sanierung sei nicht mehr nachhaltig oder wirtschaftlich, sagt die Verwaltung.
Das Funktionsgebäude soll nach neuesten technischen Standards errichtet und mit einer dekarbonisierten Wärmeversorgung ausgestattet werden, um eine „deutlich verbesserte energetische Bilanz“ zu erreichen. Auch der barrierefreie Ausbau ist geplant.
Eine Machbarkeitsstudie ist bereits erstellt.
Kostenschätzung 10.650.000 Euro brutto.
Eigenanteil der Stadt bei Zuwendung aus dem Förderprogramm: 5.857.500 Euro
Zeitplan: Vorgezogener, beschränkter Wettbewerb für bis zu drei Architekturbüros in 2026, anschließend folgen eine „schlüsselfertige Funktionalausschreibung“ sowie die Beauftragung von Planung und Fachingenieuren.
Bis Ende 2026 wird mit dem Genehmigungsbescheid für Abriss und Neubau gerechnet. Ab dem Jahr 2027 beginnt die Bauausführung, schätzungsweise rund 24 Monate.
Fertigstellung geplant für Ende 2028. Im Jahr 2029 erfolgt die Abnahme des Gebäudes und die Aufnahme der Nutzung durch Schulen und Vereine.
Bezirkssportanlage Am Bandsbusch
Die Tartanbahn ist stark beschädigt, die Entwässerung unzureichend und das Kleinspielfeld entspricht nicht mehr aktuellen Standards, sagt die Verwaltung.
Kostenschätzung: 1.849.000 Euro brutto.
Eigenanteil der Stadt bei Zuwendung aus dem Förderprogramm: 1.016.950 Euro
Zeitplan: Ausführungsplanung kann im Frühjahr 2026 beginnen, die bauliche Umsetzung würde dannn im Frühjahr 2027 folgen. Mit der Fertigstellung könne im Sommer 2027 gerechnet werden.
Die AfD hat als einzige Fraktion hat gegen diese Maßnahme gestimmt, CDU, SPD und FDP waren dafür.
Waldschwimmbad
Das 37 Jahre alte Blockheizkraftwerk soll durch eine klimaneutrale Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage ersetzt werden. Die neue Wärmeversorgung könne 183 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Der produzierte Solarstrom soll außerhalb der Freibadsaison in das Hildener Netz eingespeist werden.
Kostenschätzung: 3.069.247 Euro.
Die Stadtwerke Hilden – als Betreiber – beteiligen sich mit 45 Prozent an der Umrüstung, also 1.381.161 Euro.
Eigenanteil der Stadt bei Zuwendung aus dem Förderprogramm: 928.447 Euro
Hildorado
Auch das Indoor-Schwimmbad der Stadtwerke braucht teilweise eine Frischzellenkur. So sollen die Lüftungsanlage, Elektrik, Steuerungen und Schaltschränke sowie Filter-, Sanitäranlagen und Rohrleitungen erneuert werden. Auf dem Dach soll eine Folien-Photovoltaikanlage installiert werden.
Kostenschätzung: 8.621.550 Euro.
Die Stadtwerke Hilden steuern auch hier 45 Prozent bei, also 3.879.698 Euro.
Eigenanteil der Stadt bei Zuwendung aus dem Förderprogramm: 2.608.019 Euro
Antrag für Tennisanlage des SV Hilden Nord 1964 e. V. wurde abgelehnt
Die 25 Jahre alten Tennisplätze weisen Abnutzungserscheinungen auf und sollen mit einem neuen Belag HAR-TRU Top Sand ausgestattet werden.
Vorgesehen waren außerdem eine LED-Tennisplatzbeleuchtung, eine neue Einzäunung, die Errichtung einer Leichtbauhalle für eine ganzjährige Nutzung, eine digitale Schließanlage und eine Tenniswand, insbesondere für Kinder und Jugendliche
Kostenschätzung: 742.200 Euro brutto
Eigenanteil der Stadt bei Zuwendung aus dem Förderprogramm: 408.210 Euro
Diesen Plan hat die Mehrheit von CDU und SPD jedoch abgelehnt.
Bis zum 15. Januar 2026 müssen die Anträge eingereicht werden. Es gibt also noch viel zu tun für die Zukunft der Hildener Sportstätten
Bericht: KA
Fotos: Archiv anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
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