
Nun also soll die „tatsächliche“ Lärmminderung nach der Einführung von Tempo 30 auf einigen Hauptverkehrsstraßen gemessen werden. Von einem „unabhängigen“ Gutachter. Mit diesem Antrag setzte sich die CDU-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss am 3. September 2026 durch, gegen die Stimmen von SPD und Grünen (12 zu 10).
Was bedeutet das jetzt? Erstmal nicht viel.
Wie realistisch sind „berechnete“ Daten?
Die Verwaltung soll jetzt den „Verkehrslärm“ an diversen Stellen auf den neuen Tempo 30-Straßen messtechnisch erfassen.
Warum sieht die CDU das als geboten an? Weil die Entscheidung für Tempo 30 aufgrund von Modellrechnungen und diverser Verkehrsdaten von 2023 beruht. Ein ganz normaler und rechtlich sogar vorgeschriebener Vorgang, sagt die Verwaltung. Messungen seien von zu vielen äußeren Einflussfaktoren beinträchtigt, heißt es. Darüber haben wir mehrfach berichtet.
Die CDU, und so manche Kritiker, halten diese Datenerhebung aber für unrealistisch.
Es stellt sich nun die Frage: Wird es nun durch eine Messung andere Ergebnisse geben?
28.500 Euro? Grüne halten das für „Geldverschwendung“
Eben nicht, meinen die Befürworter von Tempo 30, zum Beispiel die SPD-Fraktion. Die Berechnungen seien auf fundierter Basis von Profis erstellt worden.
Ein neues Gutachten für ca. 28.500 Euro (und vielleicht sogar noch mehr) sei daher Geldverschwendung, meint deshalb der Grüne Ratsherr Jan Volkenstein.
Außerdem merkte Andreas Benoit (Bürgeraktion l Piraten) an: Die Stadt müsse etwas gegen dem Verkehrslärm unternehem. Wenn nun Tempo 30 als Mittel entfällt, könnte es noch drastischere Maßnahmen geben. Klaus Wockenfoth (Die LInke) ergänzte, man solle die Wirkung von Tempo 30 nicht nur in Bezug auf den Lärm betrachten, sondern beispielsweise auch die Entwicklung der Unfallzahlen.
Wie auch immer: die CDU will nun Gewissheit haben. Deren Ratsmitglied Kevin Schneider räumte aber ein: sollte die Messung ergeben, dass das Tempolimit die versprochene Wirkung entfalte, dann würde sie es auch akzeptieren.
Bericht: KA
Fotos: anzeiger24.de
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