Umzug wird teuer – Was der VHS-Leiter zur Kritik sagt

Vom Alten Helmholtz ins alte Bankhaus – Bürgeraktion findet: „Finanziell nicht tragbar“

Umzug Ja, aber muss das so viel kosten? Diese Kritik äußert Ratsherr Ludger Reffgen von der Fraktion Bürgeraktion|Piraten zu den Plänen der VHS Hilden-Haan. Wie berichtet, soll die Geschäftsstelle bis Mitte 2027 vom Alten Helmholtz (WBZ) an der Gerresheimer Straße in die ehemalige Filiale der Dresdner Bank am Nové-Město-Platz verlegt werden.

Und das wird nicht günstig.

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Nach einer ersten Kalkulation sollen die Planung für Aus- und Umbau ca. 1,2 Millionen Euro kosten.
Eigentümer des Objektes ist die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia. Die Stadt Hilden müsste einen langfristigen Mietvertrag abschließen und die Räume an die VHS untervermieten. Mietzins: ca. 18,50 Euro / m², so der aktuelle Verhandlungsstand.
Außerdem könnte die jährliche Verbandsumlage für die beiden VHS-Trägerstädten Hilden und Haan von 827.000 Euro in 2026 auf 950.000 Euro in 2027 und 1 Million Euro in 2028 steigen, hat die Hildener Stadtverwaltung vorgerechnet.

 

Das sei „finanziell nicht tragbar“, meint der Hildener Kulturpolitiker Reffgen. Die Pläne müssten „auch auf die Finanzlage der Städte Rücksicht nehmen“. Es gäbe in der Planung „keine rote Linie hinsichtlich der Kosten“. Die Ratsfraktion der Bürgeraktion|Piraten fordert die Stadt und die VHS daher zum „Umdenken“ auf.

 

Wie berechtigt ist die Kritik? Wir fragen beim VHS-Leiter Martin Kurth nach.

 

Umzug wegen Abriss der Heuss-Schule notwendig – kein anderes Gebäude geeignet?

Dazu müsse man erst einmal in die Historie schauen, erklärt er im Gespräch mit anzeiger24.de. Denn der Ursprung der Überlegungen liegt mehrere Jahre zurück. Schon seinem Vorgänger wurde die Aufgabe übertragen, ein neues Raumkonzept zu erstellen, weil die Theodor-Heuss-Schule im Hildener Norden abgerissen wird. Dort haben seit jeher der Unterricht für Haupt- und Realschulabschlüsse und die Integrationskurse stattgefunden. Dann hat Kurth 2017 die Stellung übernommen – und damit auch direkt den Auftrag für die neue Standortsuche.

 

Ab 2018 habe die VHS diverse Angebote überprüft, „aber nichts hat gepasst“, erläutert Kurth. Denn sowohl das Schulministerium als auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben hohe Anforderungen an die Ausstattungen gestellt. „Ideal wäre ein Schulbau gewesen, aber das gab es natürlich nicht unter den Angeboten“, so Kurth.

 

2022 kamen der Stadtverwaltung und der VHS-Leitung die entscheidende Idee: Die Schul- und Integrationskurse werden einfach in das WBZ Altes Helmholtz und den Musikpavillon am Helmholtz-Gymnasium verlagert. Und die Verwaltung sucht sich stattdessen andere Räume. Und dafür erscheint nun das verlassene Bankhaus am Nove-Mesto-Platz ideal.

 

So weit, so nachvollziehbar. Doch was ist nun mit den Kosten? Martin Kurth betont: Zu den Kosten könne er wenig sagen. Die Stadt verhandele mit der Vonovia. Und auch die Frage, welcher Teil der Kosten von der Stadt und welcher vom Zweckverband getragen werde, sei zwischen den Kommunen und von der Politik der Zweckverbandskommunen zu klären.

 

Klar sei aber auch: Ohne Kosten wird es nicht gehen, weil die Stadt selber kein geeignetes Gebäude hat, sagt Kurth. Alternative wäre, keine Schulabschlüsse mehr anzubieten. „Und das wird sicherlich niemand wollen“, sagt Kurth. Nun also muss die Politik entscheiden, wie es weiter geht.

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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