Verdächtiger steht 46 Jahre nach Mord an Hildener Professor jetzt vor Gericht

24 Messerstiche, 42 Jahre Schweigen – kommt endlich die Wahrheit ans Licht?

Auf den ersten Blick liest sich alles wie der Auftakt zu einem klassischen Krimi: Ein „ehemaliger Kriminalkommissar“ wird wegen persönlicher Auffälligkeiten aus dem aktiven Dienst in den Innendienst versetzt und übernimmt fortan Fälle, die längst in Vergessenheit geraten sind – sogenannte Cold Cases. Doch was zunächst nach Fiktion klingt, ist bittere Realität: Vor dem Düsseldorfer Landgericht wird derzeit genau ein solcher, jahrzehntealter Fall verhandelt. Im April 1984 war ein Hochschullehrer in seinem Wohnhaus in Hilden mit zahlreichen Messerstichen getötet worden.

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Es geht um einen Mord in Hilden aus 1984

Mehr als vier Jahrzehnte nach einem brutalen Gewaltverbrechen beschäftigt der Mord an dem Psychologieprofessor aus Hilden nun erneut die Justiz. Vor dem Landgericht Düsseldorf muss sich derzeit ein heute über 60-jähriger Mann verantworten. Der Fall galt lange als ungelöst. Doch jetzt liefern moderne DNA-Analysen neue Hinweise.

Eine DNA-Spur, die damals nicht ausgewertet werden konnte, führte die Ermittler zu einem Mann, der zur Tatzeit in der Region lebte und später nach Italien ging. Zusätzlich belastet ein Fingerabdruck, der in der Wohnung des Opfers gefunden wurde, den Angeklagten. Laut Anklage soll er den Professor aus Habgier getötet haben.

Zeugen aus dem Milieu sollen gehört werden

Die Verteidigung bezweifelt die Beweiskraft. Im laufenden Verfahren versucht sie, alternative Tathergänge aufzuzeigen. Dabei rückt insbesondere das damalige Umfeld des Professors in den Fokus. Nach Darstellung der Verteidigung hatte das Opfer Kontakte in die damalige Stricher- und Rotlichtszene. Mehrere Männer aus diesem Umfeld könnten demnach ebenfalls als Täter infrage kommen.

Um diese These zu stützen, sollen nun weitere Zeugen gehört werden, darunter Personen, die den Professor am Tatabend noch gesehen haben wollen. Außerdem hat das Gericht angekündigt, von einem wichtigen Zeugen eine DNA-Probe zu entnehmen, damit diese mit den Spuren vom Tatort abgeglichen werden kann, um eventuell neue Erkenntnisse zu liefern.

Wer tötete den Professor wirklich?

Bis heute ist unklar, was sich am Abend des 6. April 1984 genau abgespielt hat. Die Verteidigung argumentiert, dass der Angeklagte zwar Kontakt zum Opfer hatte, aber nicht zwingend der Täter gewesen sein muss.

Die Ermittler hingegen gehen davon aus, dass der Täter dem Professor bekannt war – unter anderem, weil es keine Einbruchsspuren gab und Hinweise auf ein gemeinsames Essen gefunden wurden.

Der Prozess steht damit vor einer entscheidenden Phase: Neue Zeugenaussagen und mögliche DNA-Vergleiche könnten klären, ob der Fall tatsächlich aufgeklärt wird oder weiterhin Zweifel bleiben (in dubio pro reo).

Mit einem Urteil ist im Frühjahr zu rechnen. Für die Angehörigen des Opfers, insbesondere die Kinder, die durch die Tat ihren Vater verloren, geht es dabei nicht nur um eine juristische Klärung, sondern auch um die späte Gewissheit, was wirklich passiert ist.

Quelle: Landgericht Düsseldorf
Bericht: LT

Fotos/Video: KI generiert: So sieht die KI nach 46 Jahren den Fall 

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