Wie nervig sind die E-Scooter?

Stadt Hilden: Keine allgemeingültige Regelung für ordnungsgemäßes Abstellen

OK, von Düsseldorfer Verhältnissen sind wir in Hilden noch weit entfernt. So mancher Passant findet die E-Scooter von Bird, die in dieser Stadt zugelassen sind, aber mindestens genauso nervig. An vielen Stellen werden sie nach Gebrauch einfach so stehen gelassen, ungeachtet dessen, ob sie dann im Weg stehen oder gar umkippen. Auch auf Waldwegen sind sie hin und wieder gesichtet worden.

 

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Welche Bilanz zieht die Stadt aus den bisherigen Erfahrungen? Wir haben nachgefragt.

 

„Kaum kuriose Vorkommnisse“

Kuriose Vorkommnisse, die anderorts zu vernehmen sind, kamen in Hilden kaum bis gar nicht vor“, teilt uns die Stadt Hilden mit. „Nutzer, die sich nicht an die geltenden Regelungen halten, machen einen Teil des wahrgenommenen Bildes aus. Jedoch befindet sich ist die Anzahl der aufgekommenen Beschwerden auf einem überschaubaren Niveau. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Abstellverbotszonen überwiegend beachtet werden. Auch in der Itter ist bisher kein E-Scooter ‚abgestellt‘ worden.“

Es habe lediglich „20 kritische Nachfragen oder Beschwerden“ seit der Einführung im März gegeben. 13 davon gingen in den ersten vier Wochen ein.

 

Wie geht die Stadt bei Verstößen vor?

„Für Handlungen der Nutzenden ist die Anbieterfirma nicht haftbar zu machen, vergleichbar wie mit dem Autoverleih oder Carsharing. Auch hier müssen die Nutzenden direkt ‚auf frischer Tat ertappt‘ werden“, erklärt uns das Rathaus. „Während der Fahrt (wie z.B. auf dem Bürgersteig; mit mehr als einer Person auf dem E-Scooter; in der Fußgängerzone) ist die Polizei zuständig. Werden die E-Scooter unsachgemäß abgestellt, ist zwar das Ordnungsamt zuständig, allerdings gibt es keine allgemeingültige Regelung, was das ordnungsgemäße Abstellen betrifft. Egal ob bei Kleinstfahrzeugen oder auch bei Fahrrädern: Regelverstöße können so nicht geahndet werden.“

 

Und wie geht es jetzt weiter?

Bis Ende Juni lief eine dreimonatige Testphase. „Im Juli werden die Nutzerzahlen, gefahrene Strecken und auch Vorkommnisse analysiert“, sagt die Stadt Hilden. „Die Ergebnisse werden zunächst intern und dann mit dem Anbieter besprochen.“

 

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Nach anfänglicher Skepsis scheint die Stadtverwaltung inzwischen etwas offener für das Thema zu sein: „Eine regelkonforme Nutzung der E-Scooter ist zu unterstützen und kann in einigen Fällen auch dazu führen, dass weniger Pkw mit Verbrennungsmotor genutzt werden, was eine CO2-Emmissionsreduktion begünstigt.“

 

Was machen die E-Roller von voi in Hilden?

Was ebenfalls erstaunt: Es sind auch immer wieder Roller vom Anbieter voi zu sehen. Und das obwohl der Anbieter in Hilden gar nicht zugelassen ist. Die Fahrzeuge stammen offenbar von Nutzern aus Düsseldorf, die eben ein paar Kilometer weiter in die Nachbarstadt gerollt sind.

 

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Und eben das dürfen sie eigentlich nicht, bestätigt uns ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Dann aber werden die Nutzer die Verstöße im Geldbeutel spüren: „Erst wenn die Roller in autorisierten Parkzonen abgestellt werden, können sich die Nutzer ausloggen. Ansonsten tickt die Uhr weiter.“

 


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Wer also „irgendwo“ den Scooter ablädt und die entsprechende Nachricht von voi ignoriert, dürfte auf seiner nächsten Abrechnung einen Aufschlag von 20 bis 25 Euro serviert bekommen. „Das sind scheinbar Unbelehrbare. Die lernen das offensichtlich erst, wenn sie die Abzüge von ihrem Konto sehen“, so der voi-Sprecher – der sich bei anzeiger24.de herzlich für den Hinweis bedankt, dass in Hilden noch ein paar von „den Dingern“ herum stehen.

 

Text/Fotos: Achim Kaemmerer

 


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