Wieder Warnstreik: Diesmal trifft es die Kinderbetreuung

Auch in Hilden müssen Eltern mit Einschränkungen rechnen

Die Gewerkschaft ver.di ruft am Internationalen Frauentag, 8. März, die Beschäftigten der kommunalen Kindertagesstätten und der sozialen Arbeit zum Warnstreik auf. „Auch in Düsseldorf, Wuppertal, Solingen, Remscheid und im Kreis Mettmann werden viele Einrichtungen betroffen sein“, kündigt Stephanie Peifer, Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper, an. „Angesichts der hohen Inflation brauchen vor allem die unteren und mittleren Einkommensbezieher*innen eine überproportionale Lohnerhöhung.“ 

 

Das bedeutet unter anderem für Eltern in Hilden, dass es zu Einschränkungen kommen kann, teilt die Stadtverwaltung mit.

 

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„Erst am Morgen des Streiktags, 8. März 2023, wird feststehen, ob und wie viele Erzieherinnen und Erzieher von ihrem Streikrecht Gebrauch machen und welche Auswirkungen dies auf die Kinderbetreuung hat“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Erste Beigeordnete und Jugenddezernent Sönke Eichner ergänzt: „In diesem Fall werden wir alles daran setzen, für diejenigen, die zwingend auf die Betreuung angewiesen sind, eine Lösung zu finden.“

 

Ob und inwieweit die Betreuungskräfte, die nicht über ver.di organisiert sind, die Betreuung übernehmen können, hänge „von der Situation vor Ort“ ab. Die Einrichtungen werden die Familien eigenständig über die gewohnten Kanäle (App beziehungsweise E-Mail) informieren.

Aktuelle Informationen stellt die Verwaltung kurzfristig unter www.hilden.de/aktuelles zur Verfügung.

 

Warum wird gestreikt?

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di lehnt das bisherige Angebot der öffentlichen Arbeitgeber in der Tarifverhandlung vom 22./23. Februar ab.

 

Die Arbeitnehmervertretung fordert u.a. 10%, bzw. mindestens 500 Euro Lohnerhöhung.

Die Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) von Bund und Kommunen bieten u.a. linear 5% und Einmalzahlungen an.

Mehr Infos

 

„Allein im Bereich der Kindertagesstätten fehlen bundesweit rund 170.000 Fachkräfte“, kritisierte Stephanie Peifer. „Das geht massiv zulasten der Kolleg*innen. Die Arbeitgeber haben die Chance vertan, mit uns gemeinsam einen Weg zu besseren Bedingungen in den Kindertagesstätten einzuschlagen. Wir müssen die Arbeit in den Kitas besser bezahlen, damit sie attraktiver wird. Sonst laufen uns die Beschäftigten weg.“

 

Auch im Bereich der sozialen Arbeit seien die Anforderungen in den letzten Jahren „deutlich gestiegen“, und bereits vor der Pandemie haben „die prekäre Lebenslagen in unserer Gesellschaft zugenommen“, so Pfeifer: „Armut, Isolation, Streit und Gewalt, aber auch gesellschaftliche Spaltungen bedeuten in der Sozialarbeit einen Anstieg der Arbeitsbelastung bei gleichzeitig schlechten Personalschlüsseln und aufgrund von Fachkräftemangel unbesetzten Stellen.“

In den sozialen Berufen sind laut ver.di rund 83 Prozent Frauen tätig, bei den Erzieherinnen in Kitas sogar 94 Prozent

 

Weitere Infos
Was die Lohnforderungen für die Hildener Stadtkasse bedeuten kann

 

Warnstreik und Demo am 2. März 2023 in Hilden

 

 

Bericht: Achim Kaemmerer

Archivfoto: anzeiger24.de

 


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