Wo sind die „Angsträume“ in Hilden? Erste Erkenntnisse aus Umfrage

Verwaltung legt Zwischenbericht vor – an diesen zehn Stellen im Stadtgebiet fühlen sich viele Menschen „unwohl“

Im Juni 2026 hat die CDU-Fraktion im Hauptausschuss erfolgreich beantragt, dass die Stadtverwaltung so genannte „Angsträume“ ermitteln solle. Das Rathaus hat daraufhin eine Online-Umfrage durchgeführt: Gibt es Orte, an denen sich Bürgerinnen und Bürger zeitweise oder dauerhaft unwohl fühlen? Falls ja: Wo befinden sich diese Orte, wodurch entsteht dieses Empfinden und welche Verbesserungsmöglichkeiten werden gesehen?

Nun liegt eine Auswertung vor, die am 16. September 2026 erneut dem Hauptausschuss vorgelegt wird.

 

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Mangelhafte Beleuchtung, Müll und „bedrohliche“ Personen

Insgesamt gab es lediglich 46 Meldungen zu 31 unterschiedlichen Orten in Hilden.

Die „zehn am höchsten priorisierten Orte, gemessen an Meldehäufigkeit und durchschnittlicher, subjektiver Angstintensität“ sind demnach:

  • Mittelstraße („subjektive Angstintensität“ auf einer Skala von 1 bis 10: 7,2)
  • Talstraße (8,0)
  • Bahnhofsallee (7,0)
  • Neumarkt (9,0)
  • Nové-Město-Platz (9,0)
  • Fritz-Gressard-Platz (8,5)
  • Am Holterhöfchen (8,0)
  • Neustraße (8,0)
  • Kölner Straße (7,0)
  • Auch der Elbsee (satte 10 Punkte) wurde aufgelistet, auch wenn er streng genommen nicht zum Hildener Stadtgebiet gehört.

„Die durchschnittliche Angstintensität liegt nach den Angaben der Meldenden bei 7,8 von 10 Punkten“, heißt es in der Ausschussvorlage weiter.

 

Unwohlsein, bzw. Angst entstand hier durch folgende Faktoren:

  • mangelhafte Beleuchtung (67 % von 46 Meldungen)
  • fehlende Einsehbarkeit (52 %)
  • Schmutz / Müll / Graffiti (46 %)
  • subjektiv bedrohliche Personen (43 %)
  • eigene negative Erfahrungen (43 %)
  • verwahrloste / beschädigte Anlagen (28 %)
  • keine Fluchtmöglichkeiten (26 %)
  • Grünbewuchs / Zuwachsung (20 %)
  • Sonstiges, z.B. Drogen, unangeleinte Hunde (15 %)
  • nicht näher spezifiziertes, allgemeines Unwohlsein (4 %)

Am meisten hatten die Beteiligten in den Abend- und Nachtstunden „Angst“ (41 %), 20 % „gemischt“ tagsüber/nachts und 26 % sogar „jederzeit“.

 

Polizei und Ordnungsdienst intensivieren Streifen – Gleichstellungsbeauftragte bietet „Nightwalks“ an

Diese Erkenntnisse hatte die Verwaltung mit der Leitung der Hildener Polizeiwache analysiert: „Unstrittig ist, dass es Orte gibt, die subjektiv ein Unsicherheitsgefühl auslösen können. Die benannten Orte stellen jedoch keine Angsträume im Sinne der polizeilichen Definition dar“, nämlich eine „qualitativ oder quantitativ nachvollziehbare Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung.“

Dennoch wolle die Hildener Polizei nun „die gemeldeten Orte in den Fokus nehmen“ sowie Doppelstreifen mit dem Ordnungsamt intensivieren.

Ab Oktober 2026 will die Gleichstellungsbeauftragte außerdem „Nightwalks“ anbieten, „um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen, die die Analyse abrunden und unterstützen werden“.

Was genau damit gemeint ist, wird sicherlich erläutert, wenn es soweit ist.

 

„Gemeinsames Ziel sollte es weiterhin sein, mit Augenmaß und Klarheit vorzugehen, dort zu handeln, wo Handlungsbedarf besteht und gleichzeitig das insgesamt hohe objektive Sicherheitsniveau in Hilden sichtbar zu bewahren und auch offen zu kommunizieren“, heißt es abschließend. „Die Verwaltung empfiehlt daher auch ausdrücklich, die bisherigen und dabei eingespielten und bewährten Handlungsabläufe beizubehalten und richtet dabei allgemein den Appell an die Öffentlichkeit, Hinweise und Verbesserungsvorschläge zum Thema ‚Sicherheit im öffentlichen Raum‘ immer unmittelbar und vor allem zeitnah an die Verwaltung zu richten.“

 

Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de

 

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