Zahl der Flüchtlinge sinkt – Zahl der ausreisepflichtigen Migranten steigt

Das Migrations-Paradox im Kreis Mettmann

 

Die Zahl ausreisepflichtiger Personen im Kreis Mettmann ist 2025 deutlich gestiegen: Zum Jahresende wurden 1.208 Betroffene gezählt. Das sind rund 26 Prozent mehr als im Vorjahr mit 954 Personen.

In Hilden erhöhte sich die Zahl auf 133 (Vorjahr: 115). Gleichzeitig wurden 2025 insgesamt 100 Menschen abgeschoben oder überstellt, hinzu kamen über 100 freiwillige Ausreisen. Dennoch reicht das nicht aus, um den Anstieg auszugleichen.

Viele Migranten ohne Aufenthaltsrecht – auch aus Europa

Auffällig ist die breite Herkunft der Ausreisepflichtigen. Neben klassischen Krisenregionen stammen viele Betroffene aus Ländern wie der Türkei, Marokko oder sogar EU-Staaten wie Polen und den Niederlanden. Das zeigt: Häufig handelt es sich nicht um neue Flüchtlinge, sondern um Personen, deren Aufenthaltstitel ausgelaufen oder deren Asylantrag abgelehnt wurde.

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Darum steigen die Zahlen:


Mehr abgeschlossene Asylverfahren: Viele Verfahren aus früheren Jahren enden jetzt negativ.
Abschiebungen schwierig: Fehlende Papiere, lange Verfahren und fehlende Kooperation mancher Staaten bremsen Rückführungen.
Duldungen: Viele bleiben trotz Ausreisepflicht vorerst legal im Land, etwa wegen Arbeit, Ausbildung oder gesundheitlicher Gründe.

Dagegen sinken die Zugangszahlen, unter anderem durch strengere Grenzkontrollen, internationale Abkommen und veränderte Fluchtrouten. Und das führt nun zu einem paradoxen Effekt: Weniger neue Migranten kommen, aber mehr Menschen werden ausreisepflichtig.

 

Mehr Abschiebungen gefordert – aber kaum machbar

Der Kreistagsabgeordnete Marlon Buchholz (AfD) fordert konsequentere Abschiebungen und sieht zunehmende Belastungen der Kommunen. Die Kreisverwaltung verweist darauf, dass viele Hindernisse rechtlich oder praktisch kaum beeinflussbar sind.

Der Anstieg ausreisepflichtiger Personen ist kein Zeichen neuer Migration, sondern Folge abgeschlossener Verfahren und stockender Abschiebungen. Das sorgt für wachsende Zahlen, trotz sinkender Flüchtlingsankünfte.

Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

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