1.1 Millionen Bußgelder: Abzocke oder gerechte Strafe?

***Kommentar*** Hildener Autofahrer mussten über 40.000 mal tief in die Tasche greifen

Kaum steckt ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer, ist der Schuldige schnell gefunden: das Ordnungsamt, die Stadt oder der angeblich so geldgierige Staat. Das Lieblingswort vieler ertappter Verkehrssünder lautet dann: Abzocke!

Nur dumm, dass dieser Vorwurf einer genaueren Betrachtung kaum standhält.

Abzocke bedeutet, jemanden skrupellos um sein Geld zu bringen. Genau das passiert bei einem Verwarn- oder Bußgeld aber nicht. Niemand wird zufällig geblitzt. Niemand parkt versehentlich minutenlang im Halteverbot. Und niemand überschreitet aus heiterem Himmel die Höchstgeschwindigkeit. Der Bußgeldbescheid fällt schließlich nicht vom Himmel. Er ist die Quittung für das eigene Verhalten.

Regeln haben nur dann einen Sinn, wenn sie auch kontrolliert werden. Wer fordert, das Ordnungsamt solle lieber ein Auge zudrücken, kann sich die Verkehrsregeln eigentlich gleich sparen. Denn Gesetze, die niemand überwacht, sind nichts weiter als gut gemeinte Empfehlungen.

Die Zahlen aus Hilden sprechen eine deutliche Sprache. Mehr als 40.000 Verwarnungen und Bußgelder in nur einem Jahr bei gerade einmal rund 56.000 Einwohnern. Das ist kein kleiner Ausrutscher, sondern ein echtes Massenphänomen. Und dabei darf man eines nicht vergessen: Die Kontrollen sind alles andere als flächendeckend. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes können schließlich nicht gleichzeitig an jeder Straßenecke stehen. Wer glaubt, das seien alle Verstöße gewesen, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.

Hilden-Eigenwerbung2026

Dabei gibt es eine sensationell einfache Methode, ein Knöllchen zu vermeiden. Sie kostet keinen Cent, braucht keine App und keinen Anwalt: Einfach dort parken, wo man parken darf, und so schnell fahren, wie es erlaubt ist. Erstaunlich, wie zuverlässig dieses Konzept funktioniert.

Dass die Zahl der Verwarnungen seit Jahren hoch bleibt, zeigt allerdings auch etwas anderes: Viele Autofahrer ärgern sich zwar über das Knöllchen, lernen daraus aber offensichtlich herzlich wenig. Sonst müssten die Zahlen schließlich längst sinken.

Vielleicht liegt das Problem woanders. Deutschland gehört bei vielen Verkehrsverstößen zu den Ländern mit den vergleichsweise niedrigsten Bußgeldern Europas. Während anderswo ein Falschparker schnell dreistellige Beträge bezahlt oder das Auto gleich auf dem Abschleppwagen verschwindet, kommt man hier oft erstaunlich günstig davon.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich manche lieber über die Kontrolleure aufregen als über das eigene Verhalten.

Merke: Der günstigste Parkplatz in Hilden ist immer noch der, auf dem man legal steht.

Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei FacebookEuch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.


Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?

Schreib uns an presse@deinhilden.de.
Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!