Stromausfall und Kälte-Schock in Berlin – Und wie gut sind wir vorbereitet?

Sabotage, Angst, Notfallvorsorge: Was die Menschen in Hilden und im Kreis Mettmann aus dem Blackout-Desaster lernen können

Was in Berlin passiert ist, kann auch bundesweit andere Städte treffen: Die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde wurden durch einen Sabotageakt am 3. Januar 2026 von der Stromversorgung abgeschnitten. 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden blieben mehrere Tage lang dunkel und konnten nicht beheizt werden. Eine als linksradikal geltende „Vulkangruppe“ soll für den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verantwortlich sein, die Bundesanwaltschaft ermittelt noch.

Doch nicht nur „kriminelle Energie“ kann die Ursache für eine Störung sein: Am Montag, 5. Januar 2026, fiel auf der Breidenhofer Straße in Haan plötzlich der Strom aus. Innerhalb von ca. 40 Minuten aber wurde das Problem behoben. Am Mittwoch, 7. Januar 2026, hat ein Stromausfall für rund drei Stunden die Wuppertaler Schwebebahn in Oberbarmen lahmgelegt

 

Wie auch immer: Viele Menschen sind verunsichert und wollen wissen, wie sie in einem solchen Fall reagieren sollen, bzw. wie gut ihre Versorger auf einen solchen Fall vorbereitet sind.

 

Notfall-Meldestellen und Krisenstab im Kreis Mettmann

Der Kreis Mettmann hat eine Seite mit „Informationen zur Vorsorge“ eingerichtet. Diese empfiehlt u.a.: Falls es einen derartigen Notfall geben sollte, müsse sich die Bevölkerung am besten bereits jetzt vorbereiten, etwa durch ausreichend Lebensmittel-Vorräte, eine gut bestückte Hausapotheke, Bargeld, Kerzen und Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, warme Kleidung, geladene Akkus etc.

 

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Währenddessen werden die Verwaltung im Ernstfall einen Krisenstab und die Feuerwehr einen operativ-taktischen Stab unter Gesamtleitung der Landrätin und mit Unterstützung von Fachberatern einrichten, erklärt Mirko Braunheim, Leiter der Stabsstelle Bevölkerungsschutz des Kreises Mettmann, auf Nachfrage: „Dort wird die jeweilige Lage permanent neu bewertet, und es werden die notwendigen Maßnahmen umgesetzt.“ Es gäbe auch bereits vorbereitete Versorgungs- und Betreuungskonzepte, etwa zur Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit der Gefahrenabwehrbehörden, Kommunikation, Treibstoffversorgung etc.“

Darüber hinaus werden Einheiten des Katastrophenschutzes und die Hilfsorganisationen ASB, DRK, JUH und MHD für Betreuung und Versorgung zur Verfügung stehen. „Auch das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr können – zunächst über Fachberater, aufgrund von Amtshilfeersuchen aber auch mit Einheiten – eingebunden werden“, erläutert Braunheim.

 

Außerdem gibt es ein Verzeichnis mit Notfall-Meldestellen in den einzelnen Kreisstädten. „Wir legen allen Bürgerinnen und Bürgern nahe, sich diese Liste auszudrucken, um im Fall der Fälle auch alle Informationen zur Hand zu haben und nicht auf PC, WLAN oder das Mobilfunknetz angewiesen zu sein“, ergänzt die Pressestelle des Kreises.

Allerdings sind dies keine Stationen zur Unterbringung oder zur Notversorgung mit Essen, Strom oder Warmwasser, betont Braunheim: „Hier lassen sich Notrufe absetzen und weitergeben – als Ersatz für 112/110, falls wegen eines Stromausfalls das Telefon- und/oder Mobilfunknetz gestört ist. Außerdem erhalten Bürgerinnen und Bürger dort aktuelle amtliche Informationen über die Gesamtlage.“

 

Für wirklich benötigte Unterbringungen könne der Kreis Mettmann Liegenschaften ertüchtigen, ggf. auch außerhalb des Kreisgebiets: „Im Krisenfall kommunizieren wir die Adressen auf allen verfügbaren Kanälen, sobald die Anlaufpunkte eingerichtet sind“, so Braunheim. Auch diese Adressen werden bei den Notfallmeldestellen hinterlegt. 

 

Wie schützen Westnetz und Stadtwerke die Netze?

Es bleibt die allumfassende Frage: Kann so etwas wie in Berlin auch im Kreis Mettmann passieren?

Wir fragen bei der Westnetz GmbH nach, die für die Stromversorgung zuständig ist, sowie bei den Hildener Stadtwerken, die im Krisenfall ebenfalls vor Ort aktiv wird.

 

Grundsätzlich seien die Stromversorgung und der sichere Betrieb der Stromnetze „auf einem sehr hohen Niveau“, erklärt das Unternehmen Westnetz. „So gibt es im Stromnetz zahlreiche Redundanzen und Sicherheitskonzepte. Sollte es punktuell zu einem Ausfall des Stromnetzes kommen, haben wir Notfallpläne, um die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.“

Das seien zum Beispiel Netzwiederaufbaupläne, die mit den Übertragungsnetzbetreibern abgestimmt werden. Diverse Szenarien seien auch schon geübt worden: „Wir beobachten die Sicherheitslage genau und nehmen Entwicklungen zum Anlass, unsere Aktivitäten bei Bedarf anzupassen. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit staatlichen Stellen, um präventive Schutzmaßnahmen bestmöglich zu ergreifen und in hohem Maße abgestimmt zu agieren.“

 

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Auch die Stadtwerke Hilden haben einen Krisenplan: „Letztlich werden wir dann mit Hochdruck daran arbeiten, die Versorgung so schnell wie möglich technisch wiederherzustellen. Was dies umfasst, hängt vom Vorfall ab“, teilt uns eine Sprecherin mit. Konkreter wird es allerdings nicht, denn: „Jede Auskunft macht das Stromnetz transparenter und somit auch verletzlich. Das ist nicht im Sinne der Versorgungssicherheit bzw. der Bürgerinnen und Bürger Hildens.“

 

Aber muss man auch in Hilden mit einem mehrtägigen Stillstand wie in Berlin rechnen? „Wie lange ein Ausfall dauert, hängt davon ab, was genau gestört oder zerstört ist und in welchem Ausmaß“, erklären uns dazu die Stadtwerke. Unter anderem hänge es davon ab, ob die Versorgung durch Umschaltungen wiedergeherstellt werden kann oder Bauteile neu beschafft werden müssen. Pauschale Aussagen seien daher nicht möglich.“

 

Und auch das dürfte klar sein: „Wie überall gibt es gegen extreme kriminelle Energie keinen hundertprozentigen Schutz“, erklärt die Westnetz GmbH. 

 

Bericht: KA
Foto/Montage: anzeiger24.de

 

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