
Sie ist bis heute eine Ikone der Kunstwelt: Frida Kahlo (1907 bis 1954), eigentlich Magdalena Carmen Frida Kahlo y Calderón, hat auch den Berliner Fotografen Bert Loewenherz (Foto oben mit der Hildener Kulturamtsleiterin Sandra Abend) fasziniert. Im Jahr 2010 kam er auf die Idee, viele ihrer prägenden Selbstportraits fotografisch nachzubilden und neue, eigene Kunstwerke daraus zu erschaffen. Heraus gekommen ist die Ausstellung „Die Augen der Frida Kahlo – eine fotografische Hommage“, die seither in diversen Kulturstätten zu sehen war – und nun auch in Hilden angekommen ist. Das Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32a, zeigt die Werkschau nun bis zum 30. August 2026.
Loewenherz engagierte die türkische Schauspielerin Idil Üner als Model, um die komplexe Persönlichkeit Kahlos zu verkörpern: „Sie war direkt begeistert von dem Projekt. Ich habe da offene Türen eingetreten“, erinnert sich Loewenherz. Mit aufwendig nachgebauten Kulissen, historisch authentischen Kostümen und minutiöser Detailarbeit gelang es ihm, die Atmosphäre der 20er und 30er Jahre einzufangen.
Körper, Seele, Kunst: Faszinierendes Lebenswerk als Fotokunstprojekt
Frida Kahlos Schicksal war von Anfang an von körperlicher und seelischer Belastung geprägt. Wegen einer Kinderlähmung blieb ihr rechtes Bein verkürzt. Mit 18 Jahren erlitt sie einen schweren Busunfall, bei dem ihr Becken, die Wirbelsäule und innere Organe schwer verletzt wurden. Diese traumatischen Erlebnisse prägten ihr Leben – und wurden zur Quelle ihres künstlerischen Schaffens.
In ihren Selbstporträts verarbeitete Kahlo ihre Schmerzen, Fehlgeburten, ihre Behinderung und die Höhen und Tiefen ihrer Ehe. Sie machte sich selbst zum zentralen Motiv ihrer Kunst und gab dabei Frauen weltweit eine Stimme. Ihre Bilder thematisieren Körper, Verletzlichkeit und Frausein.
Zum Beispiel symbolisch mit Affen, Papageien oder Katzen, religiös mit Dornen und Kreuz oder traditionell in mexikanischer Tracht – was auch als politisches Statement gewertet werden kann. Zur Zeit der mexikanischen Revolution erlebte sie, wie sich Arbeiter, Bauern und die indigene Bevölkerung gegen die soziale Ungleichheit zur Wehr setzten.
Besonders impulsiv ist das Bildnis mit gebrochener, blutiger Wirbelsäule. Ihre Botschaft: Kampf gegen den Tod.
Ihre Selbstporträts sind daher weit mehr als reine Abbildungen – sie sind Zeugnisse ihres Lebens, Ausdruck von Schmerz und Stärke.
Mit dieser fotografischen Hommage wird die emotionale Kraft ihrer Kunst erlebbar gemacht.
Ausstellung multimedial aufbereitet
Die Hildener Werkschau kombiniert großformatige Fotografien mit Originalbildern Kahlos und ergänzt das Projekt durch ein Making-of-Video, das die Entstehung der Fotografien dokumentiert. Texttafeln, Audioguides und ein Katalog bieten tiefere Einblicke, während Vitrinen mit medizinhistorischen Instrumenten aus Kahlos Zeit den historischen Kontext erlebbar machen.
Ein Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen vertieft das Verständnis für Leben und Werk Kahlos und lädt Besucherinnen und Besucher ein, sich intensiv mit der Ikone der Kunstwelt auseinanderzusetzen. Aktuelle Infos gibt es zeitnah in unserem Veranstaltungskalender.
Öffnungszeiten des Wilhelm-Fabry-Museums, Benrather Straße 32a
- dienstags bis mittwochs: 15 bis 17 Uhr
- donnerstags: 15 bis 20 Uhr
- freitags: 15 bis 17 Uhr (Karfreitag, 3. April, geschlossen)
- samstags: 14 bis 17 Uhr
- sonn- und feiertags: 11 bis 17 Uhr
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
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