
Eigentlich war es eine schöne Veranstaltung, findet Bürgermeister Claus Pommer: Beim familiären Ostereier-Suchen im Stadtpark am diesjährigen Ostermontag schien die Sonne und die Kinder waren fröhlich. Doch die Stimmung wurde überschattet von einer kleinen Gruppe von Familien, die sich nicht an die Regeln gehalten haben sollen. Die Folge: Einige Kinder gingen leer aus, weil andere zu „gierig“ gewesen sein sollen. Über dieses Verhalten haben sich einige Hildener in einer Facebook-Gruppe beklagt.
Was war da los?
Die Regeln
Etwa 390 Kinder hatten sich angemeldet. Es gab drei Slots für je 130 Teilnehmende, die in ihrem jeweiligen Zeitfenster ausschwärmen und die Osternester in der Grünanlage suchen sollten. Pro Kind war ein Nest vorgesehen, damit alle gleich bedacht werden.
Die Ostereiersuche konnte dank der Spenden des Geflügelhofes Engel, der Großmarktes Selgros und dem Büdchen im Stadtpark organisiert werden. Die Teilnahme war dadurch kostenlos.
„Egoistisches“ Verhalten
Was aber einige Familien gemacht haben sollen, war wohl nicht das Gelbe vom Ei: Laut Aussagen in der Facebook-Gruppe sollen sie schon vor dem ersten Startschuss die Verstecke ausgekundschaftet und die Eier eingesteckt haben. Andere sollen sich gleich mehrere Nester gegriffen haben. Außerdem sollen sich einige Eltern nicht an die vorgegebene Altersbegrenzung (bis sechs Jahre) gehalten haben.
„Egoistisch“ und sogar „asozial“ empfanden dies viele Beobachter.
Was sagt die Stadt Hilden?
Doch hätte man das nicht besser regeln, steuern oder kontrollieren können?
Auf Anfrage erklärt uns das Rathaus: „Soweit möglich haben die Helferinnen und Helfer die entsprechenden Personen auf ihr Fehlverhalten angesprochen, was in der Regel auch auf Verständnis gestoßen ist. Die Personen haben die Nester dann auch fast immer wieder zurückgelegt.“
Bürgermeister Pommer hatte anfangs die Spielregeln ausdrücklich erläutert. Aufsichtspersonal wurde dafür nicht eingesetzt. „Außerdem ist der Stadtpark eine öffentliche Erholungsfläche. Wir können und wollen ihn nicht nach allen Seiten absperren und nur Personen hereinlassen, die sich vorher angemeldet haben. Im Übrigen könnte auch eine Kontrolle nicht verhindern, dass sich nichtangemeldete Personen im Park aufhalten und Eier oder Nester finden und mitnehmen“, heißt es weiter.
Zudem habe die Stadt noch einige Reserven gehabt: „Den meisten Kindern, die aufgrund des Fehlverhaltens einiger Erwachsener kein Osternest mehr finden konnten, konnte dennoch ein Nest geschenkt werden, wenn diese sich bei den Helferinnen und Helfern gemeldet haben. Hierfür hatte die Stadtverwaltung eigens Dutzende von zusätzlichen Nestern bereitgehalten. Aufgrund der hohen Besucherzahl reichten diese in Einzelfällen jedoch leider nicht aus.“
Doch welche Konsequenzen zieht die Stadt nun aus diesem Eiertanz? Andere Städte sollen ähnliche Veranstaltungen bereits wegen solche Vorfälle eingestellt haben.
„Eine Kontrolle der Anmeldungen war und ist auch künftig nicht vorgesehen“, sagt die Stadtverwaltung „Sie würde bei dreimal 130 angemeldeten Kindern mit ihren Eltern und ggf. auch Geschwistern einen erheblichen Aufwand verursachen und würde auch dem Charakter der Ostereisuche nicht gerecht.“
Die Mehrheit war dennoch von der Aktion begeistert und wolle „im nächsten Jahr gerne wieder kommen – selbst wenn sie nicht so viel gefunden haben“, heißt es abschließend. „Am Konzept und der Grundidee eines schönen Familienerlebnisses werden wir deshalb festhalten und Änderungen nur im Detail vornehmen.“
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de / KI generiert mit Adobe Firefly
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