
Welch ein traumhaftes Wetter, und das an einem Feiertag. Zahlreiche Menschen genossen den 1. Mai 2026 in der Hildener Innenstadt beim Frühlingsmarkt und Weinfest auf dem Ellen-Wiederhold-Platz. Eine gelungene Veranstaltung also, auch am restlichen Wochenende, trotz Regengüsse.
Dennoch gab es auch etwas Unmut in den Sozialen Medien. So wurde vor allem bemängelt, dass der Standort vom Weinfest zwischen Rathaus, Bürgerhaus und Sparkassen-Gebäude ungeeignet sei, um die Besucherströme zu bewältigen.
In unserer Community beklagte u.a. ein Kommentator: „Der [Wiederhold-]Platz ist zu klein [ca. 1.000 Quadratmeter, Anm.d.Red.], viel zu viele Menschen, viel zu viele Stände, und alle Flucht- und Rettungswege sind zugestellt. Im Falle einer Massenpanik (…) gibt es keine Möglichkeiten zu flüchten.“
Ein anderer meint: „Es war auch viel zu voll. Und im Ernstfall kommt man nirgendwo durch.“
„Auflagen erfüllt – alle Rettungswege bleiben frei“
Wir haben mit dem Veranstalter und der Stadt Hilden gesprochen.
„Am Freitag war der Andrang tatsächlich sehr hoch, was uns jedoch aus den Vorjahren bekannt ist“, sagt uns Jens Wiechmann vom Veranstaltungsservice Ott. „Aus unserer Sicht war ein Durchkommen weiterhin möglich; auch die Logistik der Winzer (Nachschub per Sackkarre) funktionierte reibungslos. Unsere Gäste erleben wir als sehr entspannt und rücksichtsvoll, sodass kurze Hinweise meist ausreichen, um Wege freizumachen.“
Auch die Stadtverwaltung erklärt: Der Veranstalter sowie die vor Ort eingesetzten Sicherheitskräfte hätten die Situation „fortlaufend beobachtet und gesteuert“.
Jens Wiechmann ergänzt: „In enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt müssen wir strikt darauf achten, dass Flucht- und Rettungswege sowie Durchgänge auf der Veranstaltungsfläche in entsprechender Breite frei bleiben. Dies ist aber auch bei vielen Besuchern kein Problem.“
Die Stadt bestätigt, dass diese Auflagen auch eingehalten wurden: „Die Veranstaltung ist im Übrigen auch im Rahmen eines erstellen Sicherheitskonzeptes bewertet worden.“
Lediglich während eines Regenschauers am Samstagabend haben einige Gäste Biertischgarnituren in den Durchgang zum Rathausinnenhof gestellt, berichten die Stadt und Wiechmann übereinstimmend: „Nachdem die Ordnungskräfte dies jedoch festgestellt haben, wurden die Tische und Bänke vom Veranstalter sofort wieder aus dem Rettungsweg entfernt.“
Keine „geschlossene Gesellschaft“
Strengere Zugangskontrollen, wie sie ebenfalls gefordert wurden, seien nicht sinnvoll, meint das Rathaus: „Eine Einzäunung des Veranstaltungsgeländes hätte ein baurechtliches Genehmigungsverfahren ausgelöst und für den Veranstalter auch bedeutet, dass zusätzliches Personal an den vier Zuwegungen zum Ellen-Wiederhold-Platz sowie dem Tiefgaragenausgang der Sparkasse hätte vorgehalten werden müssen.“
Die Idee sei allerdings intern geprüft, worden, sagt Jens Wiechmann, da manche Gäste ihre eigenen Getränke mitbringen: „Dieses Problem hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Dies führt nicht nur zu höheren Entsorgungskosten, sondern schmälert auch die Umsätze der Winzer, die das Fest durch ihre Standgelder erst finanzieren.“
Dennoch würde eine „geschlossene Veranstaltung“ zu aufwendigeren Auflagen, höheren Personalkosten und finanziellen Mehrbelastungen führen, die „kaum noch wirtschaftlich tragbar“ seien.
Außerdem, so betont die Stadtverwaltung, „wären die vier Zuwegungen (zwei in nördlicher Richtung, zwei in südlicher Richtung) als Fluchtweg nicht mehr frei passierbar gewesen.“
„Wiederhold-Platz hat sich bewährt“
Und kämen nicht auch alternative Standorte in Betracht? Nein, meint Jens Wiechmann: „Der Ellen-Wiederhold-Platz ist etabliert und wird für seine Gemütlichkeit geschätzt. Ein Ortswechsel würde den besonderen Charakter der Veranstaltung – das gesellige Zusammenkommen in diesem spezifischen Rahmen – massiv verändern.“ Der Nove-Mesto-Platz beispielsweise sei keine Alternative, da dort keine Live-Musik möglich sei.
Das bisherige Konzept zur Veranstaltungssicherheit habe sich also bewährt und werde „im Kern beibehalten“, sagt auch die Stadt Hilden.
Im September will der Veranstalter erneut ein Weinfest organisieren – und ein paar Anpassungen vornehmen: „Wir verändern die Anordnung der Stände und Tische, um mehr Platz zu schaffen. Es werden nur sieben statt acht Weinstände vor Ort sein. Zudem prüfen wir den Einsatz einer kleineren Bühne. Ein bereits beauftragter Sicherheitsdienst wird gezielt die Fluchtwege kontrollieren und verstärkt gegen das ‚Wildpinkeln‘ (insbesondere im Bereich des Rathauses und der Itter) vorgehen.“
Die Stadtverwaltung teilt abschließend mit: „Hinweise aus der Bevölkerung werden selbstverständlich aufgegriffen und im Rahmen der Nachbereitung der Veranstaltung entsprechend mit dem Veranstalter besprochen und etwaiger Korrekturbedarf geprüft und ggf. auch umgesetzt.“
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
Weitere Nachrichten aus Hilden gibt es unter www.anzeiger24.de/hilden/news/
Du hast einen Tipp, eine Anregung, zu welchem Thema wir einmal recherchieren sollten?
Schreib uns an presse@deinhilden.de. Deine Zuschrift wird streng vertraulich behandelt!
Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an
oder als Kommentar bei Facebook.
Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.


